derStandard.at-Interview

"Wenn heißer Herbst kommt, bin ich gerüstet"

Lisa Aigner, Teresa Eder, 6. September 2010, 06:08
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    Ein klares Bekenntnis von Bundeskanzler Faymann zum Stellenwert der Bildung vermisst Beatrix Karl.

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    Die neue Form der Studienbeiträge sieht Karl nicht als Bestrafung für besonders fleißige Studenten.

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    Karls neues Motto bei den Studiengebühren: Keine Fixbeiträge mehr, dafür zahlen nach Inanspruchnahme der Leistung.

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    Dass ihr Ähnlichkeit mit Claudia Schiffer nachgesagt wird, stört Karl nicht: "Minister Mitterlehner ist auch mit Robert Redford verglichen worden."

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    Wie man die Dinge benennt ist für Beatrix Karl egal, ein Bekenntnis zur Bildungsentscheidung mit 14 Jahren gebe es in der ÖVP jedenfalls.

Wissenschaftsministerin: "Kein Fixbetrag pro Semester, sondern pro Studium" soll Berufstätigen das Studieren erleichtern

Der Streit um die Studiengebühren geht wohl in die nächste Runde. Wissenschaftsministerin Karl ließ auf Ö1 mit einem neuen Ansatz aufhorchen, der eine Bezahlung nach belegten Kursen und ECTS-Punkten vorsieht. Gegenüber derStandard.at erläutert sie ihr Bestreben noch einmal ausführlich. Im Interview spricht sie außerdem über Massenfächer als "Fass ohne Boden", fehlende Unterstützung der Bundesregierung und eine Gemeinsamkeit mit Minister Mitterlehner.

***

derStandard.at: Sie haben die Studiengebührendebatte wieder aufflammen lassen. Wieso gerade jetzt?

Karl: Weil die Unis mehr Geld brauchen. Ich werde in den Budgetverhandlungen im Herbst um jeden Cent für die Unis kämpfen, sage aber ebenso deutlich: Auch jene, die die Leistungen an den Unis in Anspruch nehmen, müssen einen Beitrag leisten. Ich möchte, dass Studierende künftig pro Lehrveranstaltung beziehungsweise Prüfung zahlen. Das heißt: Kein Fixbetrag pro Semester, sondern pro Studium. Und die Studierenden zahlen wirklich nur für die Leistung, die sie in Anspruch nehmen. Ein Modell, das mehr Fairness für die Studierenden und bessere Planbarkeit für die Unis bringt.

derStandard.at: Wollen Sie mit diesem System, bei dem pro Lehrveranstaltung bezahlt wird, fleißige Studierende, die zusätzliche Fächer und Interessensgebiete haben, die nicht im Studienplan vorgesehen sind, bestrafen?

Karl: Nein, es geht hier keineswegs um Bestrafung sondern darum, dass Studierende für jene Leistung zahlen, die sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

derStandard.at: Widerspricht dieser Ansatz nicht dem Bestreben die Studiendauer zu verkürzen?

Karl: Die Frage ist: Wie können wir die Studiendauer verkürzen? Indem wir optimale Rahmenbedingungen für die Studierenden schaffen und ihnen ein rasches Studium ermöglichen. Mein Modell sieht vor, dass Anmeldung und Bezahlung für Lehrveranstaltungen vor Semesterbeginn erfolgen und so auch die Unis besser planen können. Das heißt: Wenn die Unis sehen, dass es einen Run auf gewisse Lehrveranstaltungen gibt und andere weniger belegt werden, können sie umschichten und damit zusätzliche Kapazitäten in stark nachgefragten Lehrveranstaltungen schaffen. Das verkürzt die Wartezeit der Studierenden auf Lehrveranstaltungen. Zudem ist mein Modell fair gegenüber berufstätigen Studierenden, die berufsbedingt weniger Lehrveranstaltungen pro Semester absolvieren können. 

derStandard.at: Macht Ihnen Ihr Job zur Zeit eigentlich noch Spaß? Was ist so positiv daran, den jungen Leuten erklären zu müssen, dass in ihre Bildung weniger Geld investiert wird als die der vorhergehenden Generationen? 

Karl: Natürlich machen mir Einsparungen im Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung absolut keinen Spaß. Dafür sind die Themen einfach zu wichtig. Ich würde mir wünschen, dass wir so wie in Deutschland durch Kanzlerin Merkel auch in Österreich durch Kanzler Faymann ein klares Bekenntnis zu diesen Bereichen hätten. Merkel hat gesagt: Bildung, Wissenschaft und Forschung sind ein zentraler Schwerpunkt. Das vermisse ich bei uns.

derStandard.at: An der Uni Wien wäre für Publizistik ein Aufnahmetest angesetzt gewesen, jetzt haben sich aber nicht genug Interessenten beworben. Das zeigt, dass diese Tests abschrecken. Angenommen es gäbe flächendeckende Zugangsbeschränkungen mit Aufnahmetests: Würde dann nicht die Akademikerquote sinken, weil der Zugang schwieriger wird? 

Karl: Aufnahmeverfahren sehe ich nicht per se als abschreckend. Dass es an der Publizistik weniger Bewerber gibt, zeigt, dass die Aufnahmeverfahren bewirken, dass sich die angehenden Studierenden bewusster mit der Studienwahl beschäftigen. Und genau das ist ein weiterer zentraler Punkt: Wir müssen die Studienwahlberatung ausbauen und verbessern. Dazu habe ich mit Ministerin Schmied und der ÖH ein Paket geschnürt.

derStandard.at: Wär es nicht ganz einfach auch klug mehr Plätze zu finanzieren, damit generell mehr Abschlüsse möglich sind?

Karl: Das wäre in den Massenfächern ein Fass ohne Boden. Es löst auch nicht das Problem der mangelnden Planbarkeit an den Universitäten.

derStandard.at: Heißt das, dass sie die Beschränkungen nur in Massenfächern haben wollen oder doch flächendeckend?

Karl: In den Massenfächern brauchen wir sie ganz dringend. Natürlich müssen wir auch die Verdrängungseffekte beobachten und auch darauf reagieren.

derStandard.at: Und wie? Mit Zugangsbeschränkungen in Pharmazie?

Karl: Ja. Ich habe bereits mit dem Koalitionspartner vereinbart, dass wir eine neue Studieneingangsphase schaffen, in der es auch Aufnahmeverfahren gibt und in denen die Studierenden feststellen, ob sie für das Studium geeignet sind oder nicht. Jetzt finden in den Massenfächern eine Reihe von intransparenten Knock-Out-Prüfungen statt, die den Studierenden nicht zumutbar sind. Ich möchte, dass es zu Beginn transparente und objektive Verfahren gibt.

derStandard.at: Sie haben bereits öfter vorgeschlagen, dass die Unis sich mehr aus privaten Mitteln finanzieren sollen. Derzeit ist das aber eher schwierig, weil private Unternehmen erstens ungern in Universitäten investieren, die keine gute Qualität bieten und zweitens in wirtschaftlich schwierigen Zeiten selbst kein Geld haben. Wie stellen Sie sich diese Finanzierung vor?

Karl: Die Kooperationen mit der Wirtschaft funktionieren nach wie vor sehr gut. Es gibt hier trotz Wirtschaftskrise nur wenig Ausfälle. 

derStandard.at: Aber Sie wollen ja einen Ausbau.

Karl: Es gibt meiner Meinung nach schon noch Ausbaumöglichkeiten. Was zum Beispiel in Österreich noch wenig Stellenwert hat, ist das Sponsoring. An den amerikanischen Universitäten ist es selbstverständlich, dass die Absolventinnen und Absolventen ein starkes Sponsoring ihrer ehemaligen Hochschulen betreiben. Das hat in Österreich wenig Tradition, bei uns wird eher im Bereich Kunst&Kultur oder Sport gesponsert.

derStandard.at: Sie sagen oft, dass sie sich mehr Geld für die Unis wünschen würden. Wünschen kann man sich viel, wann wollen sie auf den Tisch hauen und das Geld einfordern, wie es der Obmann der ÖVP-nahen Studentenvertretung AG gefordert hat?

Karl: Die Budgetverhandlungen finden im Herbst statt und gegenüber Finanzminister Pröll habe ich bereits erfolgreich lobbiiert: er hat mir zusätzliche 100 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht gestellt, wenn die Ökologisierung des Steuersystems kommt.

derStandard.at: Es ist ja schon klar, dass die SPÖ hier nicht zustimmen wird. In Wirklichkeit versucht die ÖVP hier den schwarzen Peter weiterzuschieben.

Karl: Nein, das stimmt so nicht. Die Diskussionen, wie es mit der Ökologisierung des Steuersystems aussehen wird, sind noch nicht abgeschlossen. Es wird im Herbst noch heiße Verhandlungen geben, es ist noch alles möglich.

derStandard.at: Wie viel Prozent seines BIPs gibt Österreich derzeit für Bildung aus? 

Karl: Wir geben für den tertiären Sektor derzeit 1,3 Prozent des BIP aus. Wobei davon 1,2 von der öffentlichen Hand und nur 0,1 aus privaten Mitteln kommen.

derStandard.at: Wann werden wir wie geplant die zwei Prozent des BIP für Bildungsausgaben ausgeben? 

Karl: Allein durch die öffentliche Hand ist das nicht möglich. Wir müssen den Anteil durch private Finanzierung ebenso steigern. Es gab kürzlich eine Studie - im Auftrag der Europäischen Kommission - wo die Hochschulfinanzierung in 33 europäischen Staaten verglichen wurde. Das Ergebnis war, dass im Schnitt die Hochschulen zu 67 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert werden. In Österreich liegt der Anteil bei 78 Prozent, wobei diese Zahl aus einer Zeit stammt, wo es noch die Studienbeiträge gab, die ja unter die private Finanzierung fallen. Eigentlich käme man auf eine Höhe von über 80 Prozent. 

derStandard.at: Das heißt, wenn sich die zwei Prozent bis 2015 nicht ausgehen, sagen Sie: Die privaten Mittel sind schuld. 

Karl: Ich sage nicht, dass die privaten Mittel daran schuld sind, aber man muss das sicher stärker forcieren. 

derStandard.at: Wann werden Sie das ÖVP-Bildungspapier präsentieren? Wird Ihr Vorschlag einer gemeinsamen Schule für bis 14-jährige drinnen stehen? 

Karl: Die Diskussionen zur Erstellung des Papiers laufen, in vielen Punkten gibt es bereits Einigkeit. Einiges muss noch weiterdiskutiert werden, die Präsentation erfolgt im Herbst. Es herrscht zum Beispiel in dem Punkt Einigkeit, dass die Bildungsentscheidung mit 14 Jahren fallen soll. 

derStandard.at: Gibt es da wirklich einen Konsens? Der ÖAAB will ja zum Beispiel die Hauptschule zu einer Aufstiegsschule umfunktionieren, aber trotzdem keine neue Mittelschule. 

Karl: Auch im ÖAAB-Bildungspapier steht, dass die Bildungsentscheidung mit 14 fallen soll.

derStandard.at: Aber eines der Kernthemen in diesem Papier ist doch: wir wollen keine Neue Mittelschule oder Gesamtschule sondern die Hauptschule zu einer Aufstiegsschule umfunktionieren.

Karl: Wie man die Dinge benennt halte ich jetzt einmal für sekundär. Es geht primär um die Inhalte und nicht darum: wie nennen wir das nun.

derStandard.at: Als sie ihr Ministeramt angetreten haben, wurden sie vielfach mit Claudia Schiffer verglichen. Das würde einem Mann wohl nicht passieren. Werden Sie anders behandelt als ihre männlichen Ministerkollegen?

Karl: (Lacht) Nein, Minister Mitterlehner ist auch mit Robert Redford verglichen worden. Insofern ist eine Gleichberechtigung da.

derStandard.at: Studierende und Politiker aus anderen Parteien haben bereits angekündigt, dass es einen "heißen Herbst" und möglicherweise auch neue Proteste geben wird. Rechnen Sie damit? 

Karl: Das lässt sich schwer vorhersagen. Ich wünsche mir jedenfalls, dass die Studierenden nicht durch Proteste vom Studieren abgehalten werden. Wenn ein heißer Herbst kommt, bin ich dafür gerüstet.

derStandard.at: Wie? Haben Sie in Ihrem Schreibtisch einen Plan verstaut, der Sie darüber informiert, wie sie im gegeben Fall darauf zu reagieren haben? 

Karl: Nein, es gibt keinen Abwehrplan (lacht). Wir werden die inhaltlichen Arbeiten weiterführen. Der Herbst wird für mich vor allem ein arbeitsamer Herbst werden, ob er auch heiß wird, werden wir sehen. 

derStandard.at: Würden Sie gegebenenfalls ins Audimax gehen, falls es besetzt wird?

Karl: Ich bin es gewohnt mit Studierenden zu diskutieren. Ich bin auch gleich zu Beginn meines Amtsantritts in das Semper-Depot gegangen und habe dort mit ihnen eine hitzige Diskussion geführt. Ich scheue das Gespräch sicher nicht.

derStandard.at: Sind Sie zu Ihrer Studienzeit aufgrund der Studienbedingungen demonstrieren gegangen?

Karl: Nein. Aber ich habe nichts gegen Demonstrationen von Studierenden. Wenn sie protestieren, geht das in Ordnung. Was meines Erachtens zu weit geht, ist, wenn es zu Besetzungen kommt und andere Studierende am Studieren gehindert werden und dadurch Nachteile haben. (Lisa Aigner, Teresa Eder/derStandard.at, 6.9.2010)

BEATRIX KARL, habilitierte Juristin, ist seit Jänner 2010 Wissenschaftsministerin. Zuvor war sie Nationalratsabgeordnete der ÖVP und ÖAAB-Generalsekretärin. Gleich zu Beginn ihres Amtsantrittes stieß sie mit dem Ansatz Zugangsbeschränkungen einzuführen auf Unmut in vielen Studentenkreisen. Karl ist außerdem eine Verfechterin der Studienbeiträge, deren Wiedereinführung sie jedoch bisher aufgrund fehlender politischer Mehrheiten ausschloss.

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SiSe
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Glaub eher, dass ein frostiger Herbst auf sie zu kommt.

http://www.facebook.com/home.php?... 936&ref=mf

springflower
00
Grundsätzlich bin ich dafür, dass der Staat mehr

Geld für die Unis ausgibt. Wenn er dafür mehr Steuereinnahmen benötigt - bitte erhebt Wertschöpfungsabgaben von den Nutznießeren unserer Steueroasenpolitik. Da ja ohnehin das gesamte Bildungswesen auf die Erfodernisse der Wirtschaft zugeschnitten wird, sollten diese auch endlich ihren gerechten Beitrag zahlen!
Wenn schon Gebühren eingehoben werden, so müssten sie zumindest den Stipendienbeziehern wieder refundiert werden. Woher sollen denn Kleinst- und Mittelverdiener das Geld für ihre studierenden Kinder hernehmen? Oder sollen nur noch Wohlhabende studieren?

ich bin's
71
die ewige jammerei der stundenten...

geht den normalen leuten langsam auf die nerven. andere leute haben nicht mal das geld für's essen und die studenten sitzen jahrelang auf kosten derer, die brav ihre steuern zahlen in den uni's. und das beste was ihnen einfällt ist jammern und fordern!?

Studiengebühren: 500 euro pro semester für die reguläre studiendauer. danach 1000 euro pro semester. ganz einfach.

springflower
00
Du hast keinen blassen Schimmer!

Um eine Studienbeihilfe zu bekommen, wird ein enormes Pensum an Prüfungen gefordert. Schafft man es nicht - vielleicht auch nur um wenige Punkte - kriegt man nichts mehr! Das Höchststipendium kriegen ohnehin nur wenige und die werden streng kontrolliert. 2/3 der Studenten müssen neben dem Studium arbeiten, um es sich finanzieren zu können. Klingt das etwa paradiesisch?

AdeltightGhetto
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dafür lebt der großteil der "normalen" studenten zeit seines studiums am rande der armutsgrenze. wem das so gut gefällt, kann es ihnen auch gleich tun.

Loxoceles
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Österreich braucht hochgebildete Leute um in Zukunft überhaupt wirtschaftlich überleben zu können. Facharbeiten können Sie billiger nach China auslagern. Österreich kann sich als rohstoffarmes Land nur konzentrieren auf
-) Tourismus
-) Kultur
-) Wissenschaft und Forschung

Zur Studiendauer: Die Studiendauer ist von Brüssel aus verordnet. Real sind - besonders in den gefragten technischen MINT-Fächern - Studien in Mindeststudienzeit kaum zu absolvieren.
Als Techniker tragen Sie Verantwortung (zB. Brückenbau, Maschinenbau, Kraftwerksteuerung). Eine Schmalspurausbildung mit Minimalstudienzeit ist kontraproduktiv. Kurzstudienzeitabsolventen versagen in der Praxis.Das wird aber von den Brüsseler Bürokraten nicht verstanden. Von Ihnen auch nicht.

Ino's Dolphin
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"... Eine Schmalspurausbildung mit Minimalstudienzeit ist kontraproduktiv. Kurzstudienzeitabsolventen versagen in der Praxis ..."

Die Hypothese, dass Studiengebuehren von Euro 500 das Bildungsniveau senken wuerden kann ich nicht nachvollziehen. Das Beispiel Kanada spricht dagegen.

Es gibt sehr viele Aspekte des Lebens die das Bildungsniveau eines Landes beeinflussen. Gebuehren fuer universitaere Studien sind mMn sehr sekundaer. Auch kann man das System steueren, mit Stipendien fuer Studenten von Faechern die der Tourismus, die Kultur, oder Wissenschaft und Forschung benoetigt.

120 Jahre Karl Schranz
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"Die Studiendauer ist von Brüssel aus verordnet."

wenn man keine ahnung hat, sollte man sich mit polemischen aussagen am besten zurückhalten. die EU hat mit dem bologna-prozess absolut nichts zu tun und hat auch keine kompetenz im bildungsbereich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bolo... na-Prozess

stookie
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Sie sind sicher so ein "Was nix kostet, is nix wert"-Mensch, oder?

Ich hoffe Ihnen ist klar, dass akademisch gebildete Bürger für einen Staat sehr sehr wertvoll sind.

Verbindet man diese letzte These mit der Hypothese "Was nix kostet, is nix wert", kommt man eigentlich sogar zu dem Schluss, dass der Staat den Studierenden etwas zahlen sollte, da sie für höhere Bildung jahrelang auf ein Gehalt verzichten.

Aber wenn sie gute Studierende verscheuchen möchten, dann bitte her mit Ihren Gebühren. In Wirtschaft gibt es Top-Unis im Ausland, die weniger/nichts kosten (St. Gallen, Stockholm) und die, die mehr kosten, bieten eine Lehrqualität, für die ich auch bereit wäre zu zahlen. Für jene in Österreich aber ganz sicher nicht.

klingt hart, is aber so
00

"Ich hoffe Ihnen ist klar, dass akademisch gebildete Bürger für einen Staat sehr sehr wertvoll sind. "

Die schon, nur die Langzeitstudenten und Protestler halt nicht.

AdeltightGhetto
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als ob "ordentlich" studierende nicht an den protesten teilgenommen hätten, und als ob alle langzeitstudenten bummler freien willens sind...

stookie
00

Na und die müssen ja auch mit der bestehenden Regelung zahlen. Denn 8 Semester für den Bachelor zählt mit Sicherheit ja wohl noch nicht zu Langzeitstudenten und ab dem 9. Semester zahlt man.

Außerdem gibts auch unter den Leuten, die Sie "Protestler" nennen, Studenten, die in Mindestzeit studieren. Was spricht Ihrer Meinung nach dagegen, dass sich auch gute/schnelle Studierende dafür einsetzen, dass sich die Regierung endlich zu Bildung bekennt und die Unis ausfinanziert werden um die Qualität auf ein gutes Level zu bringen? Ich glaube, da haben Sie ein bisserl ein falschen Bild von "diesen Protestlern".

yofrog
20

husch, husch zurück in die höhle!

Ino's Dolphin
10
Ich stimme mit Ihrem zweiten Paragraphen ueberein, aber ...

ihre Motivation die Sie zu diesem Schluss fuehrt ist genauso nervend und jaemmerlich wie das ewige Gejammere der Studenten.

also dann ...
01
frau karl...ist ein "echter karl" : dder hochschulsektro erzielt ü b e r s c h ü s s e ( ! ) - und das seit jahren !

offiz. statistik - gebarung sektor staat, 2009 :
seite 44,148,149 - hochschulsektor (in mio) :
http://www.statistik.at/web_de/dy... detail=571
- - -
ÜBERSCHUSS / rücklagen / wertpapiere
2007 : 23,2 mio...1.245.....341
2008 : 40,6 mio...1.167.....364
2009 : 47,2 mio...1.257.....320

frau karl :
es gibt nur 2 möglichkeiten : entweder
- sie kennen nicht die wahre finanz. situation
- oder sie belügen (bewusst ?) die öfentlichkeit !

und DAS
meine ich persönlich und gar nicht oberflächlich...

Loxoceles
00

Auch, wenn Sie das seit Monaten immer wieder posten:
Die Unis sind per Gesetz verpflichtet, Rücklagen zu bilden. Praktisch sowieso.
Die privatisierten Unis _müssen_ perverserweise irgendwie Gewinn machen, das erfordert das Bilanzwesen. Ansonsten müssten sie perverserweise Insolvenz anmelden. (Was sie meiner Meinung nach eigentlich auch tun hätten sollen.)

Weiters taugen ihre Kennzahlen überhaupt nicht zur Beurteilung der Lage. Eine Uni ist kein Produktionsbetrieb: Sie argumentieren aus einem falschen (hier nicht anwendbaren) Firmenmodell heraus.

also dann ...
00
selten soviel unsinn ...gelesen - offen gesagt ! arbeiten sie in ihrem ministerium ?

ja -entlarvend ist ihre unkenntnis, dass
- die UNI`s insgesamt verpflichtet wären...
1/3 der bilanzsumme (!) als rücklagen zu halten
(nennen sie doch ihre quelle, ein gesetz... ?)

- sie bei verlust (das eigenkapital beträgt 44 % !)
insolvenz anmelden müssten !
ein tipp :
machen sie ein grundkurs in bilanzierung / invsolvenzrecht ... da wird sie ...geholfen !

die uni`s haben seit der ausgliederung nach UGB zu bilanzieren - das ist faktum.
dass das "unternehmensziel" nicht gewinn...
sondern höchstmögliche (aus)b i l d u n g ...
für ihre kunden = studierenden heisst, ist auch kein geheimnis.

nochmals :
entweder fr. karl
- kennt die finanz.situation nicht
- oder sie erzählt einfach die un-wahrheit !

also dann ...
00
z.b. uni wien (seiten 130-135)

UNI - bilanz : 2009(mio)2008
bilanzsumme....340........326
eigenkapital ….157………..152
% d. bilanzs. …46 % ….. 46 %
liquide mittel…....42….......32
wert-papiere……111……….106

d. h. …
obwohl der rektor kein geld hat…
- s t i e g e n die liquiden mittel um 10 mio (wertpap. + 5 mio) ?
- beträgt das eigenkapital 46 % ?
- betragen die liquiden mittel+wertpapiere total 153 mio - 2009 ?
(45 % der bilanzsumme !)

solche bwl. Kennziffern …
hat ja nicht mal die V O E S T !
frau karl :
machen sie sich mal schlau…
b e v o r … sie die öffentlichkeit falsch informieren !

http://public.univie.ac.at/fileadmin... t_2009.pdf

Eine Kreatur
01
die hat keinen tau von bildung .. je eingeschränkter der blickwinkel und je geradliniger das studium, desto weniger kostet es? die hat nicht begriffen, was bildung bedeutet ..

hauptsache das engstirnige kastl denken auf universitärem niveau fördern .. die sollte mehr für ihr eigenes ministerium kämpfen und klartext reden - entweder österreich ist ein moderner staat in dem bildung groß geschrieben wird, oder pfeift drauf und senkt wieder lohnniveaus, arbeitsplatz-niveaus und baut auf unternehmen mit niedriglohn jobs und massenfertigung ohne viel know-how ..

von wegen wir leben in einem bildungs-, wissens- und informationszeitalter .. manche leute begreifen noch immer nicht, wie wichtig allgemeinbildung ist und daß diese auch der zeit angepasst werden muss ..

und die bildungsfeindlichkeit hat system - 9 pflichtschuljahre seit weit mehr als 100 jahren, als ob es seitdem keine weiterentwicklung gegeben hätte ..

regentropfen101
00

Die Kosten sind pro Prüfung (Fixbetrag fürs Studium), es steht jedem aber frei weitere Lehrveranstaltungen zu besuchen.
Nur weil man eine Prüfung hat, heißt es nicht, dass man gebildet ist.

Loxoceles
00

Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt verschoben von Bildung zu Qualifikation. Bei einer Bewerbung zählt bei der HR-Abteilung nur die Qualifikation. Ob der Bewerber gebildet ist, oder nicht, ob das Zeugnis überhaupt das Papier wert ist, das können HR-Leute nicht beurteilen.

Der Arbeitsmarkt wird seit ca. einem Jahrzehnt stark amerikanisiert. In den USA strotzen die Leute nur so vor formalen Qualifikationen. Ahnung von der Materie haben dort die meisten leider keine...

regentropfen101
00

ich stimme ihnen voll zu, aber daraus folgt auch, dass bildung frei ist, ausbildung mit den studiengebühren aber nicht mehr.

Ino's Dolphin
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass ...

... eine vernuenftige Bestimmung des Begriffes der Eigenverantwortung von Studierenden dem Erlangen des humboldtschen Bildungsideals entgegenwirkt - ganz und gar nicht, solange die Forderung nach Eigenverantwortung, und dem damit verbundenen Kostenbeitrag, keinem finanziell benachteiligten Schulabgaenger die Moeglichkeit verwehrt diese zu erlangen.

romero69
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Dass etwas geschehen muss in Sachen Bildung in Ö ist klar, schon seit ca. 30 Jahren!!!

Interessantes Interview, gäbe 100e Anmerkungen dazu, u.a.:

"Bezahlung für Lehrveranstaltungen vor Semesterbeginn erfolgen" --> HÄÄÄH??? Fast alle Studis, die ich kenne, allesamt nicht gstopftes Elternhaus, müssen sich schon für die eigentlich geringen 362€ plagen (im Sommer 2 oder 3 Ferialjobs zB). Wie soll man da eine noch größere Summe VOR Semesterbeginn zusammenbringen???

Zudem befürchte ich bei Vorauskasse (klar, wäre wirklich toll für die Unis!) eine "Friss-oder-Stirb"-Null-Qualität der VO/Sem!!

"einen Run auf gewisse Lehrveranstaltungen gibt... können sie umschichten" --> hier macht sie sich komplett lächerlich! So funktionieren - aus persönl Erfahrung als Mitarbeiter einer Ö-Uni! - Unis hier zulande einfach nie und nimmer!!

Loxoceles
00

Sie haben völlig Recht. Man kann bei den wenigen Wochen Zeit für eine Lehrveranstaltung nicht das erste Monat mit Umschichten vergeuden. Das spielt es in der Praxis nicht. Lektoren, die dann ohne monatelange Vorbereitungszeit spontan eine zusätzliche LV abhalten (und dafür genauso bewertet werden, wie die mit Vorbereitung) bekommen Sie zu den katastrophal schlechten Bedingungen ebenfalls nicht.

Fazit: Die Damen und Herren im Wissenschaftsministerium sind völlig ahnungslos.

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