Kaum bekannter Effekt

Forscher holen Elektrizität aus der feuchten Luft

02. September 2010 15:28
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    Foto: apa

    Elektrizität aus der feuchten Luft: dieser Ansatz nutzt einen ähnlichen Effekt, wie jener, der zu Gewitterblitzen führt.

Experimentelle Methode sammelt elektrische Ladungen - Als Energiequelle zu schwach, meinen manche Experten

Wissenschafter haben eine Methode entwickelt mit der sich winzige Ladungen direkt aus der feuchten Luft sammeln lassen, um daraus elektrische Energie zu gewinnen. Fernando Galembeck berichtet auf einem Treffen der American Chemical Society in Boston, dass die Technik dahinter einen wenig bekannten atmosphärischen Effekt ausnutzt.

Die Grundlage dieser Idee habe mit der Tatsache zu tun, dass feste und flüssige Stoffe in einer feuchten Umgebung elektrische Ladungen an Wassertropfen abgeben, erklärt Galembeck von der Universität von Campinas in Brasilien. "Wenn man nun Matall in einer feuchten Umgebung platziert, so lädt sich dieses auch auf.

Im Experiment haben Galembeck und seine Kollegen unterschiedliche Metalle durch ein nichtleitendes Material getrennt und mit Stickstoffgas mit unterschiedlich hohem Wasserdampfanteil in Verbindung gebracht. Das Forscherteam beobachtete dabei, dass sich je nach Metallsorte und Wasserdampfanteil verschieden starke negative wie positive elektrische Ladungen aufbauten. Diese Ladungen könnten nach Anfgaben der Wissenschafter abgeleitet und schließlich in nutzbaren Strom umgewandelt werden.

Der Effekt sei zwar unheimlich schwach ausgeprägt, dennoch stelle er ein bisher völlig ungenutztes Potenzial zur Stromgewinnung dar, so Galembeck. Zukünftige Techniken, die auf diesem Prinzip basieren, könnten in besonders feuchten Regionen, wie etwa den Tropen, als erneuerbare Energiequelle genutzt werden.

Geladene Debatte

So verlockend die Aussicht auf günstige Energie aus der Luft auch sein mag, einige Experten bezweifeln, dass sich auf diesem Weg genug elektrische Energie gewinnen lässt, um einigermaßen rentabel zu sein. Hywel Morgan von der Universität von Southampton weist darauf hin, dass ein vergleichbarer Effekt bereits länger bekannt sei: Der Spannungsaufbau bei der Reibung von Wassertropfen untereinander - jenes Phänomen, das schließlich zum Gewiterblitz führt. Es habe in der Vergangeneheit bereits zahlreiche Versuche gegeben, diese Stromquelle anzuzapfen, die meisten davon endeten ergebnislos, so Morgan.

Der MIT-(Massachusetts Institute of Technology) Wissenschafter Marin Soljacic widerspricht. Er hält den neuen Ansatz seiner brasilianischen Kollegen für "sehr interessant"; dies sei ein Feld, auf dem weiter geforscht werden müsse, meint der Physiker. Aber auch er meint, dass es bei diesem Effekt schwer sein werde, eine nutzbare Strommenge zu gewinnen.

"Morgan hat zwar recht, wenn er meint, dass ein ähnlicher Effekt bereits länger bekannt ist. Aber die Zeit drängt, dass wir uns nach alternativen Energiequellen umsehen." Noch sei es zu früh, um diese Technik als nutzlos aufzugeben, meint Soljacic. (red)

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13 Postings
jacky_
13.09.2010 12:41

nur durch Blitze?
wenn man sich etwas für dieses Thema interessiert, wird man lernen, dass nicht nur durch Blitze - sondern auch durch Wellenschwingungen, Windstärke, Solarenergie und Magneten - genügend Elektrizität produziert wird um unseren ganzen Planeten damit zu füttern

Nur leider ist die Menschheit zu sehr auf Technologie und Umweltverschmutzung fixiert, dass es womöglich noch Jahre dauern wird, bis wir uns die Kräfte von 'Mutter Natur' zu nutzen ziehen können.
Der Mensch investiziert viel zu viel Zeit dazu, unseren Planeten zu zerstören, anstatt sich Gedanken darüber zu machen, die Ressourcen die uns gegeben werden, sinnvoll einzusetzen und zu nutzen.

Trau kan Politika
07.09.2010 16:41
Es funktioniert auch umgekehrt, sodaß sich die Bevölkerung via Blitzableiter bedienen kann.

momodeluxe
03.09.2010 12:35

der kaum bekannte effekt kann aus dem wikipedia artikel zum thema Blitz herausgelesen werden.

ich gebe aber gerne zu geringes wissen um die elektrizität zu, als daß ich beurteilen könnte, ob sich daraus relevante spannungen und ströme gewinnen lassen.

wolfgang gaerber
03.09.2010 11:48
Hab das neulich im Garten ausprobiert....

Die Luft muss schon sehr feucht sein.
Die besten Ergebnisse kann man an Plätzen mit erhöhter Feldstärke erreichen - Berggipfel, Staumauern, Wasserfälle.
In meinem Garten ist das Potential sehr dürftig..

Kog Nitiv
03.09.2010 11:40

was bitte sind "Matalle"? Und der "Gewiterblitz" ist vermutlich ein ähnliches Exemplar einer fehlenden Korrekturlesung...

werwolfi
02.09.2010 20:42
Tesla schau oba ;o)

Al Borland
02.09.2010 20:06

Mir scheint, hier wird wieder einmal nur (von) heiße(r) Luft geredet.

Nutze den Tag
02.09.2010 18:48
Bekannt unter Kelvin Maschine.

Aber: Es gibt Stromquellen und Spannungsquellen. Letztere bauen aus z.B. Wassertropfen enorme Spannungen auf (Blitz) auf. Aber sie schieben ein paar Elektronen nur weit auseinander. Strom liefern sie fast keinen. Siehe auch Piezzo - Feuerzeugzünder

Loxoceles
02.09.2010 19:38

Physikalisch gibt es nur Quellen elektromagnetischer Energie. Sie können jede reale Stromquelle durch eine reale Spannungsquelle ersetzen und vice versa (Thevenin-Norton) - sie sind äquivalent. Es handelt sich um zwei unterschiedliche theoretische Blickwinkel auf ein und dieselbe Sache.

ulenspygel
03.09.2010 01:52
Korrektur

Thevenin-Norton gilt nur für lineare elektrische Netzwerke. Schon ihr Mobiltelefon funktioniert anders.

Die gesamte Theorie findet sich bei Maxwell. Aber das sind verkoppelte partielle Differentialgleichungen, wo der Ingenieur immer wissen muss, welche Terme man gefahrlos nullsetzen kann. Denn insgesamt ist das ganze unlösbar.

Was weiter oben gemeint war ist offenbar die Leistung der Quelle. Im Van der Graaf-Generator sind die Spannungen zwar hoch aber die Leistung (U*I) trotzdem gering - zum Unterschied von einem Kraftwerk.

Ach ja, der Link zum Kelvin-Generator:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kelv... -Generator

Ziemlich alt, die Sache.

Fritz Wunderlich
03.09.2010 13:19

verkoppelte partielle differentialgleichungen, die unlösbar sind, außer man setzt richtig die null??
und was ist daran gefährlich?

MR L
02.09.2010 18:09
eine weitere inovative art der energiegewinnung entwickelt von wien energie:

http://www.youtube.com/watch?v=uNCR_cfh6T8

Slarti Bartfass
 
03.09.2010 09:00

cool. Der Typ hat herausgefunden, daß man einen Lautsprecher als Mikrofon verwenden kann. Wie innovativ. Und dann will er mit einem Schrei ein Ei kochen. Schätze, das hat er im Selbstversuch herausgefunden.

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