Bis zu zehn Tote bei Unruhen wegen Preiserhöhungen

2. September 2010, 16:14
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    foto: apa/epa/silva

    Brennende Armensiedlung in Maputo.

Demonstranten gegen Sicherheitskräfte in den Armen-Vierteln

Kapstadt/Maputo/Lissabon - Bei schweren Unruhen wegen geplanter Preiserhöhung für Grundnahrungsmittel und Strom sind in Mosambik bis zu zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in den Armen-Vierteln der Hauptstadt Maputo dauerten am Donnerstag den zweiten Tag in Folge an, wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Demonstranten setzten demnach Reifen in Brand, warfen Steine auf Polizisten und zerstörten Plakate mit dem Abbild von Staatschef Armando Guebuza. Es kam auch zu Plünderungen.

Die südafrikanische Zeitung "Cape Times" berichtete, Beamte hätten am Vortag auf Demonstranten geschossen. Unruhen gebe es auch in der Nähe der Provinzstadt Matola, so die Zeitung.

Maputo war am Donnerstag wegen der Barrikaden und der bewaffneten Auseinandersetzungen von der Außenwelt abgeschnitten, schrieb Lusa. Das öffentliche Leben sei zum Stillstand gekommen. Praktisch alle Geschäfte seien seit Mittwoch geschlossen. Auf dem Flughafen, der am Mittwoch zwischenzeitlich geschlossen war, war der Betrieb eingeschränkt. Hunderte Geschäftsleute und Touristen aus Südafrika, aber auch aus Portugal und anderen Ländern saßen laut den Berichten in ausgebuchten Hotels in Maputo fest.

Staatspräsident Guebuza klagte in einer Rede an die Nation, die Demonstranten würden von Oppositionellen "benutzt". Er berichtete von Plünderungen und Zerstörungen. Mehr als 140 Menschen seien festgenommen worden. Laut Guebuza gab es bis Mittwochabendabend vier Tote.

Der lokale Fernsehsender Socio Televisao sprach dagegen von mindestens zehn Todesopfern, während die staatliche Nachrichtenagentur AIM drei Tote meldete. Der Korrespondent von Lusa zählte mindestens sechs Tote und mehr als 80 Verletzte. Bei Protesten sei am Mittwoch unter anderem ein Büro der staatlichen Energiegesellschaft EDM verwüstet worden.

Die Unruhen waren wegen der Pläne der Regierung ausgebrochen, den Preis für Brot um 25 Prozent und für Elektrizität um 13,4 Prozent anzuheben. Das wollen die ärmeren Schichten nicht hinnehmen. "Die Demonstranten haben nichts zu verlieren, sie leben am Rande der Gesellschaft", sagte der lokale Hip-Hop-Star und Protest-Musiker Edson "Azagaia" da Luz in einem Telefoninterview mit Lusa. Die Regierung müsse endlich ihre Arroganz ablegen. (APA)

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In 20 Jahren

wird es auch in Europa soweit sein. Bei uns steigen die Preise ja auch schon fast monatlich. Wenn nicht das Benzin dann Strom,Gas etc. Ich meine in Nigeria kaempfen die Leute auch ums ueberleben und dieses Land ist an 10ter Stelle was das Erdoelvorkommen ausmacht. Hat sogar einen Sitz in der Opec. Wartets nur ab, jedem von uns wird noch das Geld aus der Tasche gezogen.

suderantenpack
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20% Preissteigerung

Nettoeinkommen pro Familie: 2000 €

Ein halbes Baguette: 6 €
ein Kilo Tomaten: 30 €
ein Kilo Zwiebel: 40 €
ein Kilo Reis: 25 €
ein Kilo Mehl: 15 €
ein Kilo Kartoffeln: 25 €
ein Bier: 25 €

Lokale Marktpreise in Mosambik von heute Nachmittag, lediglich in Metical statt in Euro...

Die Lebensmittelpreise liegen auf europäischen Niveau, das Durchschnittseinkommen (!!!) hingegen liegt bei etwa 65 €.
Und nun schlagen wir mal 20% auf die Lebensmittelpreise drauf...

Malkaye
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dem freien markt und den us-/EU- agrarsubventionen sei dank...

sanginius
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Mosamik konnte sich mal so gut wie selbst versorgen

zumindest was die Lebensmittel angeht.
Dann zwang der Westen die öffnung des Marktes, überschwemmte diesen mit billig sub. Lebensmitteln (vornehmlich aus EU), zerstörte mit dem Preisdumping die Lebensgrundlage der Bauern und jetzt wird irgendwo auf der Welt (Chicago...) über die Preise entschieden (spekuliert... um ein paar sehr Reiche Menschen noch reicher zu machen) und die Ärmsten der Armen können sich nicht mal mehr was zum fressen kaufen.

F. Croma
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Ist das wirklich so?

die EU importiert, am landwirtschaftlichen Sektor (in fast allen Teilbereichen), mehr von Mosambik als umgekehrt. Insgesamt bei einen geringen Handelsvolumen.
trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2006/september/tradoc_113422.pdf

suderantenpack
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Danke für den Link, sehr interessante Statistiken!

Bzgl. der EU haben Sie recht, allerdings kommt ein großer Teil der Lebensmittel über Südafrika sein, in dieser Hinsicht stehen Importe in der Höhe von 865 Mio€ gegenüber Exporten von 154 Mio€ - selbst am Markt gibts mehr SA-Kartoffeln als einheimische, der Reis kommt vornehmlich aus Bangladesh, Pakistan und Thailand.

Ich denke auch dass hier viel über die ganzen Import-Export Firmen verschleiert wird, woher das Zeug im Endeffekt kommt...

Malkaye
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enjoy capitalism

ribiselaffe
 
02
das monetäre system ist obsolet.

www.thevenusproject.com

lolomatic
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"Brennende Armensiedlung in Maputo."

Den Armen gehts jetzt sicher besser wenn sie ihre eigenen Siedlungen anzünden...

Malkaye
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sie glauben wirklich, das war kein polizist???

kelchstein
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Jetzt brauchen sie weniger Strom.

John Denver
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dass die überhaupt Strom haben?

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