Demonstranten gegen Sicherheitskräfte in den Armen-Vierteln
Kapstadt/Maputo/Lissabon - Bei schweren Unruhen wegen geplanter Preiserhöhung für Grundnahrungsmittel und Strom sind in Mosambik bis zu zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in den Armen-Vierteln der Hauptstadt Maputo dauerten am Donnerstag den zweiten Tag in Folge an, wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Demonstranten setzten demnach Reifen in Brand, warfen Steine auf Polizisten und zerstörten Plakate mit dem Abbild von Staatschef Armando Guebuza. Es kam auch zu Plünderungen.
Die südafrikanische Zeitung "Cape Times" berichtete, Beamte hätten am Vortag auf Demonstranten geschossen. Unruhen gebe es auch in der Nähe der Provinzstadt Matola, so die Zeitung.
Maputo war am Donnerstag wegen der Barrikaden und der bewaffneten Auseinandersetzungen von der Außenwelt abgeschnitten, schrieb Lusa. Das öffentliche Leben sei zum Stillstand gekommen. Praktisch alle Geschäfte seien seit Mittwoch geschlossen. Auf dem Flughafen, der am Mittwoch zwischenzeitlich geschlossen war, war der Betrieb eingeschränkt. Hunderte Geschäftsleute und Touristen aus Südafrika, aber auch aus Portugal und anderen Ländern saßen laut den Berichten in ausgebuchten Hotels in Maputo fest.
Staatspräsident Guebuza klagte in einer Rede an die Nation, die Demonstranten würden von Oppositionellen "benutzt". Er berichtete von Plünderungen und Zerstörungen. Mehr als 140 Menschen seien festgenommen worden. Laut Guebuza gab es bis Mittwochabendabend vier Tote.
Der lokale Fernsehsender Socio Televisao sprach dagegen von mindestens zehn Todesopfern, während die staatliche Nachrichtenagentur AIM drei Tote meldete. Der Korrespondent von Lusa zählte mindestens sechs Tote und mehr als 80 Verletzte. Bei Protesten sei am Mittwoch unter anderem ein Büro der staatlichen Energiegesellschaft EDM verwüstet worden.
Die Unruhen waren wegen der Pläne der Regierung ausgebrochen, den Preis für Brot um 25 Prozent und für Elektrizität um 13,4 Prozent anzuheben. Das wollen die ärmeren Schichten nicht hinnehmen. "Die Demonstranten haben nichts zu verlieren, sie leben am Rande der Gesellschaft", sagte der lokale Hip-Hop-Star und Protest-Musiker Edson "Azagaia" da Luz in einem Telefoninterview mit Lusa. Die Regierung müsse endlich ihre Arroganz ablegen. (APA)