Bettencourt-Affäre

Arbeitsminister gibt Intervention zu

2. September 2010, 13:42

Habe sich im März 2007 als Abgeordneter für eine Ordensverleihung an de Maistre eingesetzt

Paris - In der Parteispendenaffäre um ranghohe französische Politiker und Multimilliardärin Liliane Bettencourt (87) gerät Arbeitsminister Eric Woerth weiter unter Druck. Vor Journalisten in Paris gab er am Donnerstag eine Intervention zugunsten des Vermögensverwalter der L'Oréal-Erbin zu. Der Minister erklärte am Donnerstag, er habe sich im März 2007 als Abgeordneter für eine Ordensverleihung an de Maistre eingesetzt. Woerth hatte über seinen Anwalt zuvor bestritten, er habe de Maistre wegen dessen Verdiensten für die Regierungspartei UMP einen Orden der Ehrenlegion zukommen lassen.

Der Politiker steht unter Verdacht, als UMP-Schatzmeister von Vermögensverwalter Patrice de Maistre illegal 150.000 Euro für den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy bekommen zu haben. De Maistre hatte auch Woerths Frau Florence in der Vermögensverwaltung der Bettencourts angestellt. Woerth (54) ist durch die Affäre stark geschwächt. Frankreichs Medien spekulieren seit Tagen über eine bevorstehende Regierungsumbildung. Unklar ist dabei, ob Präsident Nicolas Sarkozy an seinem bedrängten Arbeitsminister weiter festhalten wird oder nicht. Er gilt als dessen enger Vertrauter und soll Frankreichs umstrittene Rentenreform durchsetzen. (APA)

Stef Hoche
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