Lernschwierigkeiten häufigstes Problem - Eltern können sich auch direkt an Beratungsstelle wenden
Wien - In Wien haben im vergangenen Schuljahr 4.208 Kinder und Jugendliche schulpsychologische Hilfe in Anspruch genommen. Die Zahl der Anmeldungen sei in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. "Die Probleme sind mehr geworden", erklärte Mathilde Zeman, Leiterin der Schulpsychologischen Bildungsberatung, am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Außerdem sei die Akzeptanz gestiegen, "die Psychologie in den Alltag hinein zu holen". Insgesamt gab es 2009/10 19.420 Klientenkontakte.
Lernschwierigkeiten als Hauptproblem
Knapp mehr als die Hälfte der Betroffenen hatten im vergangenem Schuljahr mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen. 536 Schüler (13 Prozent) wiesen Verhaltensschwierigkeiten auf, 547 (13 Prozent) hatten mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten zu kämpfen. 548 Kinder und Jugendliche (13 Prozent) ließen sich in Bildungsfragen von Schulpsychologen beraten.
Im Bereich "Krisenintervention" wurden die Psychologen 276 Mal (6 Prozent) zu Hilfe gezogen. In diesen Bereich fällt die Betreuung größerer Gruppen - zum Beispiel Klassen. "Das ist nicht gerade wenig", kommentierte Zeman. Vor zehn Jahren hätte es dies in so einem großen Ausmaß noch nicht gegeben. Häufig seien Drohungen gegenüber Lehrern oder Mitschülern oder schwere Unfälle, bei denen viele Schüler Zeugen waren, Anlassfälle für eine "Krisenintervention".
25 Wiener Schulpsychologen
Insgesamt verbrachten 25 Wiener Schulpsychologen im vergangenem Schuljahr 25.000 Stunden in Bildungseinrichtungen. "Sie sitzen nicht im Büro und warten bis die Kunden kommen", erklärte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl.
An den einzelnen Standorten werden Sprechstunden angeboten. So haben auch Eltern die Möglichkeit, Schulpsychologen zu kontaktieren. Zeman riet dabei zu zwei Möglichkeiten: Wenn Probleme in der Schule auftreten, zum Beispiel wenn das Kind nicht gerne lernt oder Motivationsprobleme hat, soll zuerst der Lehrer kontaktiert werden. Falls die Notwendigkeit besteht, wird für den Betroffenen über die Bildungseinrichtung ein Termin beim Schulpsychologen ausgemacht. Kommt es zu Hause zu Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn das Kind Angst hat, in die Schule zu gehen, dann können sich die Eltern auch direkt an die Beratungsstelle wenden. (APA)