Premier Necas: "Ich habe seinen Rücktritt angenommen - Kocab: "Ich habe keinen eingereicht"
Prag - Verwirrung herrscht in Tschechien um den Regierungsbeauftragten für Menschenrechte, Michael Kocab. Premier Petr Necas teilte in einer offiziellen Aussendung mit, er habe den Rücktritt Kocabs angenommen. Kocab konterte jedoch: "Ich habe keinen (Rücktritt) eingereicht."
Beide halten laut Medienberichten vom Donnerstag an ihren Darstellungen fest. "Herr Michael Kocab hat mir seinen Rücktritt vom Amt des Regierungsbeauftragten für Menschenrechte zum 15. September angeboten. Ich habe mich entschlossen, den Rücktritt anzunehmen", sagte Necas und fügte hinzu, er habe sich bei Kocab für seine geleistete Arbeit bedankt.
Kocab schilderte das Gespräch mit dem Premier anders. Nach längerer Zeit habe er mit dem Regierungschef ein Arbeitstreffen gehabt, bei dem die künftige Agenda des Menschenrechtsbeauftragten erörtert werden sollte. Necas habe ihn jedoch um Rücktritt ersucht. "Ich war überrascht, weil ich es nicht erwartet habe. Er hat mir zwei Termine vorgeschlagen - entweder den 15. oder den 30. September, worüber ich nachdenken sollte", so Kocab.
Dann reagierte Necas weiter. "Die Liebe zum Amt kann doch nicht die gesunde Vernunft verdunkeln, was im Falle eines Menschenrechtsbeauftragten doppelt gelten sollte", betonte der Premier und stellte die Abberufung Kocabs in Aussicht. (APA)