Bundesrat Schennach zu SPÖ

"Katastrophales Erscheinungsbild" der Wiener Grünen

2. September 2010, 11:33

OGM-Chef Bachmayer: SPÖ profitiert von internen Querelen der Grünen - Voggenhuber zeigt Verständnis für Schennachs Parteiwechsel

Nach den Streitereien auf Bezirksebene ist der Parteiwechsel von Grünen-Bundesrat Stefan Schennach der nächste Dämpfer für die Wiener Grünen vor der Wiener Landtagswahl im Oktober. Die derzeitige Situation wird im Wahlkampf vor allem der SPÖ nützen.

Wolfgang Bachmayer vom OGM-Institut sagt im Ö1-Morgenjournal zu den internen Querelen der vergangenen Wochen und dem Parteiwechsel Schennachs: "Die Grünen vermitteln wieder das etwas chaotische Bild der basisdemokratischen zerstrittenen Partei aus früheren Tagen." Wahlforscher Fritz Plasser drückt es noch drastischer aus. Er spricht von einem "katastrophalen Erscheingunsbild" und "Auflösungserscheinungen bei den Wiener Grünen", deren Ursachen bei den Führungsproblemen der Parteispitze zu suchen sei. Der Schaden sei immens und nach Meinung Plassers in den fünf Wochen vor der Wahl nicht mehr zu reparieren.

Voggenhuber: Partei war an Schennachs Arbeit "kaum interessiert"

Der ehemalige Grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber hat Verständnis für den Wechsel des Grünen Bundesrats Stefan Schennach zur Wiener SPÖ. Schennach sei eine "Schlüsselfigur der Grünen" gewesen, seine Arbeit, vor allem in der Außenpolitik, sei aber von der Partei "nie wahrgenommen" worden, erklärte Voggenhuber am Donnerstag. Schennach "wollte um alles in der Welt Bundesrat bleiben", dass ihm das so viel wert sei, seine Gesinnung zu wechseln, sei "bedauerlich", meinte hingegen der Grüne Abgeordnete Peter Pilz.

Schennach sei der Schritt "sicher nicht leichtgefallen", ist Voggenhuber überzeugt. Er bezeichnete seinen ehemaligen Parteikollegen als "hochintegre politische Figur" und "Grünen der ersten Stunde" mit "großem Erfolg" in seinem Engagement in der Außenpolitik. Die Partei habe Schennachs Arbeit aber "kaum interessiert", kritisierte Voggenhuber. Schennach sei eine Persönlichkeit, die etwas erreichen wolle - dass er mehr Möglichkeiten sehe, seine Anliegen in einer anderen Partei umzusetzen, sei nach 20 Jahren "bitter".

Gefragt, ob der Wechsel des Bundesrats zur SPÖ den Grünen schade, meinte Voggenhuber: "Ja, natürlich, das wird ja als Serie wahrgenommen." Zu dieser Serie zählt Voggenhuber auch das Verhindern seiner eigenen Kandidatur bei der EU-Wahl 2009 durch die Partei und die Spaltungen auf Wiener Bezirksebene, wie er auf Nachfrage bestätigte. Weitere Diagnosen wolle er nicht ausstellen, er bedauere jedenfalls Schennachs Wechsel und wünsche ihm alles Gute für seine Anliegen, so Voggenhuber.

Kogler: "Kleine Hirschmänner"

Werner Kogler, Grüner Spitzenkandidat bei der steirischen Landtagswahl und Vize-Chef der Bundespartei, will die Querelen innerhalb der Wiener Grünen wie den Wechsel des Bundesrates Stefan Schennach zur Wiener SPÖ nicht überbewertet wissen: "Da sind ganz kleine Hirschmänner (der steirische VP-Dissident Gerhard Hirschmann kandidierte mit eigener Liste bei der von Waltraud Klasnic verlorenen Landtagwahl 2005, Anm.) unterwegs, die halt nicht mehr gewählt worden sind". Einen Einfluss auf die steirische Wahl hätten diese Vorgänge nicht, meinte er am Donnerstag.

Die Volksanwältin und langjährige Grün-Politikerin Terezija Stoisits findet Schennachs Vorgangsweise indes "mehr als befremdlich" und "höchst illoyal" gegenüber seinen Parteifreunden. Sie sei "enttäuscht", sagte Stoisits. Dass Schennachs Schritt den Grünen nicht nutzen werde, sei klar. Es handle sich aber um die Entscheidung eines Einzelnen, die politischen Inhalte der Grünen änderten sich nicht.

(APA/red/derStandard.at, 2.9.2010)

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silent_trust
 
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Ein Poster hat einen interessanten Aspekt eingebracht:

Es sind fast nur Männer an der Abspaltungs- und Fluchtbewegung bei den Grünen beteiligt.

Ist die "raus mit den Silberrücken" Fraktion immer noch so aktiv?

Ob es sinnvoll ist bei den Grünen das Matriachat einzuführen und das dann als "Gleichberechtigung" zu verkaufen, stelle ich allerdings schwer in Frage.

melli91
00
Aus einem Mail, das ich heute bekam:

Der Tiroler SCHENNACH , der wie so viele "Berufspoltiker" ( z.B. der
gegenwärtige Bundeskanzler ) n i c h t s gelernt hat , war " Erzieher" (?) im Kinderdorf IMST und dann "Bewährungshelfer"(?) und ist Vater eines ledigen Kindes. Dann bleibt offenbar nur die POLIITIK -
und das am Besten bei den GRÜNEN . D o r t ist das Sammelbecken für fast alle Ultralinken und K o m m u n i s t e n

Plabutsch
00
Der Tiroler SCHENNACH , der wie so viele "Berufspoltiker" ... n i c h t s gelernt hat

Wenn Sie die Ausbildungen zum Sozialpädagogen und an der Sozialakademie "nichts" nennen ... dann hat er nichts gelernt.

http://www.parlament.gv.at/WW/DE/PAD... 2953.shtml

Die Provinz lebt
02
Welche Anliegen will der Schennach im Bundesrat umsetzen?

Seine Politikerpension retten oder was?

Doktor Faustus
05
Peter Pilz:

"Nach der Wiener Gemeinderatswahl wird auch unser grünes Bundesratsmandat neu gewählt. Schennachs Chancen bei den Wiener Grünen stehen schlecht. Im Bezirk ist er schon abgewählt worden. Seine Tage bei uns waren gezählt.

Jetzt hat er sich in die SPÖ gerettet. Ich wünsche ihm dort alles Gute. Er wird vom Eurofighter bis zur Asylpolitik schnell umlernen müssen.

Bei der Wahl zwischen „kein Mandat" oder "ein Mandat der SPÖ" hätte ich mich anders entschieden. Aber Schennach ist das Mandat wichtiger als die Politik."

Wo Pilz recht hat, hat er recht.

William Liberal
13
Glawischnig: Latte ist lt. Sommergespräch angeblich 2013?

Warum muß sich Glawischnig im Gegensatz zu Schennach nicht der Vorwahl (2/3-Mehrheit für Wiederkandidatur) stellen.

Gilt das nur für "einfache" Parteimitglieder?

Josef Fischer
01
gilt für jeden und jede

Jede/r der bei den Grünen für eine Funktion zum 2.mal wiedergewählt werden will, muss sich der Zulassungskandidatur stellen. Egal ob er/sie Schennach oder Glawischnig heißt. Oder van der Bellen oder Vassilakou.

Guybrush Threepwood
13

Außer man heißt Jerusalem.

FSK
00

hat sie ihre position schon 2 perioden lang?

Guybrush Threepwood
25

Nein, das gilt bei den Grünen nur für "Nicht-Frauen".

Theano
11

Warum machen Sie aus der Kritik an einer Person eine Geschlechterfrage?

Striker78
10

Sollte zu bedenken geben, daß fast nur Männer entweder wechseln oder eigene Listen machen ...

Guybrush Threepwood
12

Nicht ich, sondern die Wiener Grünen machen aus allem eine Geschlechterfrage.

Welche Kritik hat es an Herrn Schennach denn gegeben, außer dass sein Geschlecht nicht zur Listenreihung passt?

member of the church of mu mu
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dead as a dodo.

wie auch immer man zu dieser partei/den ideen dahinter steht, heuer wird das nix mehr.
resettaste 2011?

Striker78
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eher Delete-Taste ....

Erwin Wolfram
33

ja wenn man nicht korrupt ist und beidhaendig einsteckt und politjustiz foerdert dann sieht man nicht so gut aus.

ziegenhals
 
06

verstehe die aufregung nicht, wenn jemand die partei wechselt, weil man draufgekommen ist, dass die frühere partei ihr/ihm nicht mehr liegt und eine andere partei halt jetzt das repräsentiert, wofür man steht. auch parteien ändern sich.
lafontaine hatte in den deutschland auch den mut zur veränderung, geschadet hats niemandem.

tucker maxxx
01

doch der spd, und das zurecht.

Striker78
00

die schaden sich noch heute ....

hungrybear
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wer waren die grünen ?

tucker maxxx
06

die guten alten vorfahren der heutigen GrünInnen

chlorophyllmarxist
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Lol, you made my day...

nie mehr wieder ÖVP
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Schennach - kennt den irgendwer ? - Jetzt bekommen die Grünen meine Stimme erst recht !

Die SPÖ hat sich dabei selbst ein Ei gelegt, so wie die ÖVP vor 5 Jahren beim Kenesei.

Die Grünen haben für micht die jüngeren frischeren Kanditaten, wärend SPÖ und ÖVP auf den alten sitzen bleibt.

fahrenheit 451
12

ja, die sind so jung und haben so tolle ideen. wirklich kreativ eine legalisierung von hausbesetzungen zu fordern. damit kann man wirklich die bürgerlichen stimmen erreichen.

tucker maxxx
12
jüngeren frischeren Kanditaten

von denen meistens nur heisse luft und klassensprecherparolen kommen.
wirklich produktiv "arbeiten" so scheints, tun dort nur die "alten" pilz kogler vdB usw.

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