Grünes Licht für Kontrollore

EU-Finanzaufsicht mächtiger als erwartet

03. September 2010 13:02

Das EU-Parlament und die Mitgliedsländer haben sich überraschend doch auf drei neue Aufsichtsbehörden geeinigt

Brüssel - Die EU will sich mit neuen europäischen Behörden in der Finanzaufsicht gegen künftige Krisen wappnen. Die wichtigste Lehre aus der Krise: Eine solche soll es nie wieder geben. Deswegen erhält die EU nun mächtige Kontrolleure für Banken, Versicherer und Börsen. Im Falle einer Schieflage eines großen Instituts hat künftig Brüssel das Sagen.

Die Unterhändler des Europäischen Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten einigten sich am Donnerstag nach langem Hin und Her auf die Reform der bisher zersplitterten Aufsicht. Diese soll künftig europäische Dimension haben, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Das Plenum des Europäischen Parlaments soll am 21. September zustimmen. Auch die EU-Finanzminister müssen den Kompromiss noch einmal persönlich durchwinken. Beides gilt als Formsache.

Start 2011

Die neuen EU-Finanzaufsichtsbehörden können im Jänner kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Wenn ein grenzüberschreitend aktiver Finanzkonzern in Schieflage gerät, wird die EU-Aufsicht das letzte Wort über das Krisenmanagement haben. Das soll für alle Fälle gelten, in denen sich die nationalen Aufseher nicht einigen können. Gesteuert werden die EU-Aufsichtsbehörden von Vertretern der Mitgliedsländer. In Krisensituationen können diese Ämter selbst Aufsichtsentscheidungen über Finanzunternehmen treffen. Darüber hinaus wird bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt ein Risiko-Rat angesiedelt, der das gesamte europäische Finanzsystem unter Dauerbeobachtung stellen, bei Gefahr Alarm schlagen und den Aufsehern Empfehlungen geben soll.

Die europäischen Aufsichtsbehörden für Banken (EBA), Versicherungen (EIOPA) und Börsen (ESMA) gehen aus den schon bestehenden Koordinierungsausschüssen der EU-Staaten für die drei Sparten hervor. Das Europäische Parlament konnte nicht durchsetzen, dass die bisher in London, Frankfurt und Paris ansässigen Institutionen an einem Ort - und zwar in Frankfurt wegen der Nähe zur EZB - angesiedelt werden. In drei Jahren soll aber überprüft werden, ob die Aufteilung beibehalten werden soll.

Bisher war die Aufsicht Sache der Mitgliedsstaaten. Das erwies sich in der Finanzkrise bei der Rettung grenzüberschreitend arbeitender Banken auch als Hindernis. Die EU-Staaten hatten sich in den vor einem Jahr begonnen Verhandlungen über das Gesetzespaket lange gegen Einschränkungen der nationalen Rechte gesträubt. Neben Großbritannien hatte vor allem Deutschland Vorbehalte geltend gemacht.

Nationale Behörden

Der Großteil der täglichen Aufsichtsarbeit wird wie bisher bei den nationalen Behörden liegen. Die EU-Aufseher sollen in erster Linie über Standards für eine einheitliche Anwendung des europäischen Aufsichtsrechts sorgen. Die EU-Staaten können Entscheidungen der EU-Ämter kippen, wenn sich diese gravierend auf den Staatshaushalt auswirken würden. Auf Drängen des EU-Parlaments können die Behörden die EU-Kommission dazu veranlassen, ein gesetzliches Verbot hochriskanter Finanzaktivitäten vorzuschlagen.

Der bei der EZB angesiedelte Risiko-Rat soll in den ersten fünf Jahren seines Bestehens vom EZB-Präsidenten geleitet werden. In drei Jahren soll überprüft werden, ob auch Vertreter von Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien dieses Amt übernehmen können.  (Reuters/rb)

Kommentar posten
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El Hierro
03.09.2010 18:27
jede Aufsicht ausserhalb Österreichs

ist zu begrüssen!!!

Argamak de oro
 
03.09.2010 15:29
zu hoffen wäre

dass die provinzzampanos, die mittels einfluss auf regionalbanken zulasten der öffentlichkeit einen kostspieligen persönlichen pr-zirkus sowie einen selbstbedienungsladen für (patei-)freunde unterhalten, endlich eingebremst würden.

Sir Karl Popper
03.09.2010 14:55
Auf Vorschlag des EU-Parlaments können die Behörden der EU-Kommission vorschlagen, den Mitgliedsstaaten ein gesetzliches Verbot hochriskanter Finanzaktivitäten vorzuschlagen.

Dass irgendjemand, irgendetwas vorschlagen kann, ist in der EU wirklich nicht neu...

Glaubt man wirklich, dass bei einer konservativen Mehrheit in Rat, Parlament, Kommission und Mitgliedsstaaten solch ein Vorschlag (die gibt es ja bereits) auch umgesetzt wird?

Christoph ************
03.09.2010 17:26

Hadern sie mit den Prinzipien der Demokratie? Ja man sagt der EU ein Demokratiedefizit nach, offensichtlich ist es dann aber doch nicht so ausgeprägt wie viele meinen. Eine konservative Mehrheit macht großteils eine konservative Politik. (Wobei sich anscheinend die Liberalen eine beachtliche Juniorpartnerrolle erkämpft hat, wohl auf ihre Schlüsselpostion im EP zurückzuführen als Mehrheitsbeschaffer der zur Not auch mit den Sozialdemokraten kann, wenn die Konservativen sich stur stellen)

nomad13
03.09.2010 15:56
Das ganze ist ein Witz

CDS - es lebe der Schmäh

Febobo
03.09.2010 15:12

wenn die Mehrheit der Menschen, die solch eine Politik immer wieder bestätigt, keine regulierenden Behörden will, dann werden sie keine bekommen. das ist in einer demokratie einfach so.

Kritiker1A
03.09.2010 15:28
Wenn diese Behörden wirklich tun würde wofür Sie angeblcih geschaffen wurden, dann wäre ja nichts dagegen einzuwenden.

Aber unsere Finanzmarktaufsicht beweist ja das dies nicht der Fall ist.

Vergleiche: Immofinanz, Constantia, Meinl, Hypo Adria, Bawag etc.

Wenn bereits geknallt hat, brauche ich die Aufsichtsbehörde ja nicht mehr, weil da ist die Staatsanwaltschaft gefragt.
Und die FMA hat ja bestenfalls weggeschaut als hier durch Kontrolle präventiv etwas verhindert zu haben, was aber Ihr gesetzlicher Auftrag gewesen wäre.

Aber verfassungrechtlich geschützte Beamte können für Ihr Versagen, sogar im Rahmen Ihres gesetzlichen Auftrages, nicht zur Rechenschaft gfezogen werden. Man kann Sie ja nicht einmal gegen fähigere oder willigere Beamte ersetzen !

Leech
03.09.2010 14:13
is ja wieder nur eine Symptom bekämpfung

Die Ursachen sind weiterhin egal.

Is wie im Gesundheitswesen. Wozu in Vorsorge investiern um Ursachen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen wenn man doch so schön Symptome lindern kann wenns schon zu spät ist.

Macht eine Bank also weiterhin was sie will und wenn sie dann in "schieflage" kommt erst dann passiert was.

Kritiker1A
03.09.2010 19:53
Echte und effektive Kontrolle und das Bewußtsein das es eines solche echte Kontrolle gibt würde ja bereits bei den Banken viel bewirken, dann würden viele "Schieflagen" erst gar nicht entstehen.

Aber so wie ich das erlebt habe, fehlt den Beamten jeglicher Anreiz hier Ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen.

Hinzu kommt, dass sich die Politik ja ganz offensichlich immer wieder einmischt, und verhindert/verbietet dass eine Aufsichtsbehörde wirklich aktiv wird.

Was ich noch immer nicht einordnen kann ist die Tatsache warum ein geschützter Beamter sich hier dreinreden läßt da ihm ja eigentlich kaum etwas passieren kann.

reporter49
03.09.2010 14:10
ein Beispiel für Tino67 & Co.

Ein Beispiel:
Um 14.30 werden die Zahlen zur US-amerikanischen Arbeitslosenquote veröffentlicht. Ist die Quote über 9,6% wird der DAX (wegen den vielen exportorientierten Titel) fallen. Vermutlich über 0,2%.
Ist die Arbeitslosenquote geringer als 9% wird der DAX an Punkten gewinnen.

Mit dem Zertifikat DE000BN6MB11 gewinnen Sie falls die Quote geringer als 9% ist.

Mit dem Papier DE000BN6L0K5 verdienen Sie
falls die Quote deutlich über 9,6% liegt.

In beiden Fällen sind 5, 10 evt. 15% Gewinn möglich innerhalb von unter 30min.

Natürlich nicht einfach wetten sondern einsteigen wenn die Daten vorliegen.

So eine Transaktion vernichtet mit Sicherheit keine Arbeitsplätze, und gefährdet auch keine Unternehmen. Bringt aber Steuern ohne Ende!!!

iamdaiam
03.09.2010 14:57

sie sollten aber trotz 80% gewinn nicht vergessen, dass sie dabei NICHTS produziert haben.

reporter49
03.09.2010 15:00
falsch!

rund 20% (!!!!!!!!!!!!!) Kest 2

iamdaiam
03.09.2010 15:45

sorry für die prozente.
weil, ich grad ihr zweites posting las: für den staat mag das ein super geschäft sein. für deren bevölkerung aber nicht.

Kritiker1A
03.09.2010 16:38
Es ist nur eine Neuverteilung des einbezahlten "Spielgeldes" so ähnlich wie beim Lotto, und kostet der restlichen Bevölkerung nichts.

Es gibt ja prinzipiell 3 Hauptarten von Spekulanten.
1) Der Kleinanleger, der hauptsächlich gegen andere Kleinanleger wettet, und in keinster Weise damit einen negativen Einfluss auf die reale Writschaft ausübt, sondern nur sein eigenes Geld riskiert.
2) Der Großanleger der schon mal richtig gegen die reale Wirtschaft oder einen Staat wettet und entsprechend veranlagt, und auch tatsächlich einen realen Schaden verursacht.
3) Die Großbanken, die mit dem Geld der Sparer und Fondsanleger Ihre persönlichen Spekulationen erfolgreich machen (können), weil Sie ja wissen wie Sie dieses Geld der Fondsanleger investieren werden (zum Schaden der Fondsanleger, auch Pensionsfonds etc.).

reporter49
03.09.2010 14:36
80%

DE000BN6MB11 hat soeben um 80% zugelegt. Ein super Geschäft für den Staat, glücklicherweise auch für jene die es so eingeschätzt haben....

Kritiker1A
03.09.2010 14:17
Genau und da die einen doch in die eine Richtung und die anderen in die Andere Wetten, zahlen die "Spekulanten" das Spielgeld ja selber ein, und verteilen es untereinander.

Der "Bessere" bekommt die Kohle (zumindest bei dieses Mal) und die anderen bezahlen, und Börsen,Broker,Banken verdienen und der Staat bekommt von den Angestellten der verdienenden Firmen viel Steuergeld.

GTV916
 
03.09.2010 14:51
Das ist krank und hat...

...im institutionalisiertem Rahmen nichsts verloren - eher was für Spielsüchtige in Hinterzimmern...

Kritiker1A
03.09.2010 20:04
Jede Firma die ein Produkt entwickelt und vertreibt, spekuliert damit mit dem für die Entwicklung engesetzten Geld.

Viele dieser Produkte sind zweifels ohne sinn- und zwecklos, jedenfalls aber entbehrlich.

Und dennoch wird nicht nur auf den Produkterfolg spekuliert, sondern es werden dafür sogar Unweltschäden und Resourcenverschwendung in Kauf genommen.

Bei genauer Betrachtung der Dinge ist Vieles eine Spekulation.
Viele Finanzprodukte mit denen man aber spekulieren kann, d.h. wetten auf einen bestimmten Verlauf der Dinge abschliessen kann, beeinflussen aber in keinster Weise die reale Wirtschaft.

Es sind alleine die grossen Spekulanten die mit Milliarden gegen oder für reale Ereignisse wetten und damit tatsächlich die reale Wirtschaft negativ beeinflussen, da Sie den damit gemachten Gewinn ja quasi aus der realen Wirtschaft herausstehlen.

Kritiker1A
03.09.2010 15:17
Was produzieren Sie so innerhalb Ihres Arbeitstages oder wie sinnvoll sind Ihre privaten Kosumausgaben ?

Wievile unnötige Kilometer fahren Sie mit dem PKW pro Jahr ?
Wieviele unnötige Handygespräche führen Sie im Durchschnitt, oder schreiben Sie lieber "wichtige" SMS ?

Wieviele Lebensmittel werfen Sie weg ?

Was immer Sie tun Sie verbrauchen damit Energie und schädigen damit die Umwelt. Bei vielen Dingen die Sie machen schaffen Sie ein Gefahrenpotentiall für sich und andere ?

Wie krank stufen Sie diese Verhalten ein ?

reporter49
03.09.2010 14:56
Sie würden staunen

wieviel Geld in solche Papiere investiert wird und vor allem von wem! Das ist in der Regel keinesfall Hinterzimmer sondern Chefetage !

jesus mohamed von wien
03.09.2010 13:58
endlich kann jemand der viel geld hat ruhig schlafen

noreply
03.09.2010 13:15
Und was wird passieren ? NIX !

Halt, etwas passiert schon. Die Damen und Herren werden wohl letzlich von unseren Steuern bezahlt.
Für NIX.
Nachzufragen bei z.Bsp. Hernn Dr. Edmund Stoiber.
Seineszeichens Verantwortlicher für Bürokratieabbau in der EU - oder habe ich das falsch verstanden ?. Wahrscheinlich...
Solange die EU nicht (wenigstens öffentlich) mit einer Stimme spricht ist die EU nutzlos. Da waren die Habsburger besser in globaler Politik. Von der Grösse deren Imperiums träumen heute noch diverse "Politiker", gerade in Österreich. Aber die Zeiten sind vorbei. Jetzt leben wir im Kleinhäuslertum der EU. Das ist nicht zu vergleichen mit mit dem damaligen Habsburger Reich,

El Hierro
03.09.2010 18:32
eine Stimme

die EU hat mehrere Institutionen ua Parlament, Rat und Kommission - woher sollte diese Stimme kommen?

Ich als Bürger bin fürs Parlament, die Regierungen sicher nicht und die Kommission als Hüterin der Verfassung (vulgo Verträge) auch nicht, also?

Kritiker1A
03.09.2010 13:01
Also wieder nur ein "Verein" mit jeder Menge überbezahlter EU-Beamter, die wir nie wieder loskriegen.

Sie sollen Empfehlungen geben und dürfen Verbote vorschlagen.

Wieder einmal Geldverschwendung auf unsere Kosten.

Also das vorgaukeln der Politik, dass Sie etwas zustande gebracht hätten.

princeps legibus solutus
03.09.2010 14:00

du solltest deinem nickname "ahnungsloser" voranstellen

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