"Kurier" startet mit Printausgabe am iPad

01. September 2010 20:27

Erst drei Print-Zeitungen auf dem iPad

in Monat nach dem Verkaufsstart des iPad ist nun auch die Tageszeitung "Kurier" mit einer speziell für den Tablet-PC ausgerichteten "App" im iTunes-Store von Apple vertreten. In einem ersten Schritt wird die Wiener Morgenausgabe des "Kurier" via iPad abrufbar sein, berichtete Christoph Kotanko. Der frühere Chefredakteur des Blattes kümmert sich seit kurzem um die redaktionelle Konzeption der "Kurier"-Ausgaben für digitale Lesegeräte. Allgemein sind die österreichischen Print-Angebote auf dem iPad derzeit noch überschaubar. Außer dem "Kurier" haben bisher nur die Tageszeitung "Österreich" und das "WirtschaftsBlatt" eigene Pendants der gedruckten Zeitung auf den Tablet-PC von Apple gebracht. Im Zeitschriftenmarkt gibt es das Monatsmagazin "Datum" auf dem iPad.

Abo-Modell

Ein Monat nach dem Markstart legt nun der "Kurier" sein Konzept für den Touch-PC vor. Die ersten 30 Tage wird die Zeitung via iPad gratis erhältlich sein. Danach kann die Zeitung auf dem iPad bis Jahresende um 10 Euro gelesen werden. Für die Zeit danach wird derzeit ein Abo-Modell für Print-Abonnenten und Neu-Abonnenten entwickelt. Von der Printausgabe des "Kurier" werden an Wochentagen im Schnitt 162.000 Exemplare verkauft, davon gehen etwa 120.000 Stück an Abonnenten.

In einem zweiten Schritt soll es eine überarbeitete und aktualisierte "Kurier"-Mittagsausgabe am iPad geben. Das Blatt könnte damit an die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts anschließen, als der "Kurier" während des "Wiener Zeitungskriegs" dreimal täglich erschien und neben der Abend- und Morgenausgabe auch eine Mittagsausgabe auf die Straße brachte. Laut Kotanko könnten Abonnenten der iPad-Ausgabe so auch über wichtige Ereignisse nach Mitternacht - etwa Oscar-Verleihung, Sport-Events in anderen Zeitzonen oder Unglücksfälle - aktuell informiert werden.

Die Zukunft

"Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter: "Wir setzen damit unseren innovativen Kurs fort. Das vernetzte Arbeiten auf verschiedenen Plattformen ist richtungsweisend. Die Zukunft ist multimedial." Basis werde in jedem Fall die Printausgabe des "Kurier" sein. Einzelne Artikel zu wesentlichen Themen sollen von den Printjournalisten selbst aktualisiert, ergänzt und erneuert werden - "ein Beispiel für integriertes Arbeiten", so Kotanko. "Große zusätzliche Strukturen wird es schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht geben. Tablet-Publishing und Paid Content sind Herausforderungen, denen sich ein modernes Medienhaus stellen muss." Vor kurzfristigen hohen Erwartungen warnt Kotanko jedoch: "Bis zur journalistisch erfolgreichen und ertragreichen Vermarktung haben wir alle einen weiten Weg vor uns."

 

An Apples neuestem Lifestyle-Gadget hängt auch in Österreich die Hoffnung vieler Medienmacher, ein zusätzliches und vor allem zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu ergründen. So sind neben den bisher noch überschaubaren Angeboten im Printbereich zahlreiche Pendants zu den Nachrichtenportalen als "App" gestartet. Zum Download stehen etwa Applikationen von "Vorarlberg Online", "Vienna Online", "Salzburg24.at", "Austria.com", "Krone.at HD" oder jene des Monatsmagazins "Datum".

derStandard.at hat eine eigene "iStandard"-App für das iPhone gestartet, am iPad arbeite man noch. (APA/red)

 

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Kommentar posten
10 Postings
harsimaH
02.09.2010 21:05
Und wieder nur ein PDF-Abklatsch der Print-Version...

Grandios.

(Name von der Red. geändert)
02.09.2010 13:05
Naja

Habs eben probiert...hab mir mehr erwartet. Im grunde ladet man die Zeitung als PDF runter (im Hochformat bleibt einfach ein ungenutzer Streifen schwarz da das Format sozusagen nicht ins Ipad passt..).

Das ganze wurde angereichert mit Multimediainhalten...aber mehr schlecht als recht. Buttons (einfach über die Schrift so dass man nicht mehr allzugut lesen kann) weisen zB auf videos hin die man dann extra öffnen kann. naja. Ein Video wurde direkt in die Zeitung eingebaut...das is dann schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber da müssen noch einige Schritte folgen.

Bin gespannt was der Standard.at macht...die Iphone app nutz ich eigentlich jeden Tag- bitte macht es am großen Bildschirm besser als der Kurier...

PageMaker
02.09.2010 07:51
Welche Software?

Weiß jemand mit welcher Software der Kurier das erstellt? Ist es Woodwing?

MisterTA
01.09.2010 21:48
Eine Mittagsausgabe?

Irgendwie sollte der Herr Kotanko den technologischen Fortschritt von jetzt mit den 50er Jahren vergleichen. Bis die Ausgabe erscheint sind die Informationen im Internet schon lange wieder alt, darum lese ich auch keine gedruckten Tageszeitungen.
Es wäre besser das Angebot der Webseite für mobile Geräte zu optimieren als das Geld (oder Gedanken) für eine Mittagsausgabe zu verschwenden.

hellfast
02.09.2010 11:15

ist kotanko nicht schon länger nimmer chefredakteur?

MisterTA
02.09.2010 12:22

Darum steht da auch "Der frühere Chefredakteur des Blattes kümmert sich seit kurzem um die redaktionelle Konzeption der "Kurier"-Ausgaben für digitale Lesegeräte" ;-)

name steht im ausweis
01.09.2010 21:32

Dabei ist gerade die Kurier-App eine eher maue Geschichte. Da ist die Printausgabe als Bilder (mehr oder weniger) am iPad.

Richtig, zumindest meiner Meinung nach, macht es „Die Welt“. Aber das habe ich schon angemerkt:

http://derstandard.at/plink/127... id17973632

Fanmensch Gutboy
01.09.2010 21:00
Alle Achtung!

Berichte über die Angebote der Konkurrenz.
Das soll euch mal erst wer nachmachen.
Wenn's jetzt noch das so gutmenschige, wie sinnfrei
"UserInnen" wieder in den Mistkübel der Geschichte entsorgst, dann seid's Perfekt.
NutzerInnen seh ich ja, wenn auch mit Bauchweh, noch ein, aber ein englisches Wort so zu verballhornen ist einfach nur krank.

Vormund von Peter W1
01.09.2010 20:52

Soll kein bashing sein, aber wie kann man als Medienmacher seine Hoffnungen in ein "Lifestyle-Gadget" setzen, wo die dahinterstehende Firma weder für Offenheit noch für Kooperationswilligkeit bekannt ist?
Oder meinen die nur ganz pauschal, dass Webseiten auf diese kleinere Bildschirmgröße angepasst werden?

Dr. Doc
01.09.2010 21:49
es sind mehrere Gründe die Hoffnung schüren...

ein mix aus gutem marketing, hohem bekanntheitsgrad, funktionierendem micropayment, die attraktivität des produkts, und natürlich die möglichkeit der Gestaltung (siehe: http://www.youtube.com/watch?v=n... yXvLnxyXk)

Die Medienhäuser setzen scheinbar alles auf eine Karte, den iDevices. Jetzt n Hype, dann die Blase, dann das Erwachen. Ich kenne weltweit nur eine Handvoll Medienunternehmen die wirklich auf allen Kanälen publizieren (radio, tv, stream, web, print)

Irgendwie will man unbedingt auf den Zug rauf, aber das resultiert eher aus dem nichts tun der letzten dekade. Und jetzt den Zeitsprung nachzuholen, kostet einen ordentlichen Brocken - da is die einfache Welt von Apple fast schon a g´mahte wiesn

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