Für die Entscheidung, Cybill zur besten Sendezeit zu zeigen, kann man Austria 9 gar nicht genug danken
Für die Entscheidung, "Cybill" zur besten Sendezeit zu zeigen, kann man Austria 9 gar nicht genug danken. Es macht nichts, wenn es die gefühlte 3000. Wiederholung der Sitcom ist, die Mitte der 90er-Jahre das erste Mal im Fernsehen lief. Das Medium ist Wiederholung, und von manchem kann man sich eben nie sattsehen.
Das außergewöhnliche Level der Serie um eine mittelmäßig erfolgreiche 40-jährige Hollywood-Schauspielerin und ihre Familienverwirrungen wird nicht zuletzt durch das Nachleben von Cast und Crew dokumentiert, die allesamt dem Medium verbunden blieben und besondere Wege gingen.
- Peter Krause als Schwiegersohnschnösel spielte unter anderem in "Six Feet Under". Die Bestatterserie zählt zu den besten Serien aller Zeiten.
- Christine Baranski war der rabiate Goldengel Maryann Thorpe, jetzt sticht sie in der Anwaltsserie "The Good Wife" als schnippische Kanzlei-Bissgurn die blutarme Julianna Margulies aus.
- Alicia Witt spielt Cybills schöne, spröde Jüngste und bereicherte die kecken Buben von "Friday Night Lights".
- Alan Rosenberg, koffeinsüchtige Ex-Ehemann, musste nur einmal bei "Emergency Room" auftreten, um eine Emmy-Nominierung zu holen. Eine Hauptrolle hatte er in der ideenreichen Anwalt-Krimiserie "The Guardian".
- Alan Ball produzierte Cybill-Folgen, was ihn offenbar zu Höchstleistungen trieb: Serienerfindungen wie "Six Feet Under" und zuletzt die Vampirsaga "True Blood" folgten.
Und Ihre Hoheit selbst, Cybill Shepherd, war als Spätlesbe die Entdeckung ab der dritten Staffel The L-Word. Mit Bruce Willis in Moonlighting ist sie unvergessen. Womit wir bei der nächsten Anregung für Austria 9 wären. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 2.9.2010)