Anti-Minarett-Spiel der FPÖ: Staatsanwaltschaft ermittelt

1. September 2010, 15:23
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    Der steirische FPÖ-Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann verteidigte das Spiel am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz, er verstehe die Aufregung überhaupt nicht, dies sei ein "Sturm im Wasserglas". Er wolle einer Islamisierung Europas nicht das Wort reden und er könne "das alles im Interesse vom Jugend und Frauen nicht gutheißen".

    Dann wandte er sich an die Frauen unter den Journalisten, ob diese denn z. B. eine Burka tragen möchten. Man wolle Herr im eigenen Haus bleiben und nicht Fremder. Kurzmann beklagte weiters, dass "der Großteil der Tageszeitungen" ein FPÖ-Inserat (mit dem Thema Islam, Anm.) abgelehnt hat, "so viel zur freien Meinungsäußerung".

Verdacht der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren - Spiel erfährt breite Ablehnung

Die Staatsanwaltschaft Graz hat ein Ermittlungsverfahren wegen des "Anti-Minarett-Spiels" eingleitet, das auf der Homepage der steirischen FPÖ eingerichtet ist - der WebStandard berichtet. Der steirische Landtagsklub der Grünen hatte Anzeige gegen das Spiel erstattet, bei dem Minarette und Muezzine abgeschossen werden sollen. Nach den Grünen bringt nun auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) eine Anzeige wegen Verhetzung gegen das Spiel ein. "Es ist menschenverachtend, wie auf Muezzins und Minarette geschossen wird. Eine Weltreligion wird so herabgewürdigt". Mittlerweile wird auch innerhalb der FPÖ Kritik laut.

Verdacht der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren

Die Anzeige lautet nach Angaben der Staatsanwalt auf Verdacht der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren, Delikte, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bzw. sechs Monaten bedroht sind. Ob das Spiel per einstweiliger Verfügung vom Netz genommen werden muss, könne noch nicht gesagt werden.

"Das ist Religions- und Fremdenfeindlichkeit sondergleichen."

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, reagierte im ORF-"Morgenjournal" empört. "Das ist Religions- und Fremdenfeindlichkeit sondergleichen." Nun werde überlegt, welche rechtlichen Schritte zu unternehmen seien. Auch aus der SPÖ kamen kritische Stimmen. Bundesgeschäftsführerin Rudas sprach von "rassistischer Hetze".

Parteiinterne Kritik kommt vom niederösterreichischen FPÖ-Abgeordneten Christian Höbart. "Dieses Spielchen überspannt meiner Meinung nach schlicht den Bogen", heißt es in einer internen Mitteilung Höbarts an den "lieben Gerhard". In der steirischen FPÖ versucht man nun gegenzusteuern. Jeder, der behaupte, bei dem Spiel werde geschossen, müsse mit einer Klage des Parteianwaltes rechnen. Es gebe kein Fadenkreuz, die Muezzine würden mit einer Stopptafel gestoppt, hieß es von Landesgeschäftsführer Georg Mayer. Die Bundes-FPÖ hat das Spiel ihrer Landesgruppe verteidigt.

Klare Worte

Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari hat sich am Mittwoch mit klaren Worten gegen Verhetzung durch ein Computerspiel der FPÖ gewandt. Wie Kapellari in einer Erklärung meinte, sehe er durch das Spiel das Zusammenleben religiöser Glaubensgemeinschaften in der Steiermark gefährdet.

"Das hebt eine Schranke des interreligiösen Respekts auf und ist strikt abzulehnen", so der steirische Bischof.

Aus der Schweiz

Das Anti-Minarett-Spiel mit dem Titel "Moschee-Baba", in dem es darum geht, Moscheen und Minarette sowie Muezzine abzuschießen und dafür Punkte zu sammeln, wurde von der FPÖ gemeinsam mit dem Schweizer Werbefachmann Alexander Segert entwickelt, der die umstrittene Werbelinie für ein Minarettverbot in der Schweiz entwickelt hatte. (APA/red)

Der WebStandard auf Facebook

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Eva Winter
10
Das Spiel hinterläßt Spuren...

Das Spiel legt ein Flash-Cookie "www.moschee-baba.at" am Rechner ab. Somit kann jeder Arbeitgeber einfach feststellen, welcher Mitarbeiter in Zukunft mehr Freizeit für politische Bildung benötigt...

(Test einfach mit http://www.macromedia.com/support/d... er09.html)

Übrigens: Was sagt die Community dazu:
Server: Apache/2.2.9 (Debian) PHP/5.2.6-1+lenny9 with Suhosin-Patch
X-Powered-By: PHP/5.2.6-1+lenny9

pox vobiscum
02

Was mich sehr interessiert:
bringen solche Aktionen marketingtechnisch gesehen wirklich etwas?
Die FPÖ ist wieder in aller Munde, ja, aber gibt es dafür bei der Wahl mehr Stimmen, weils so lustig war?
Oder werden Protest- und Wechselwähler abgeschreckt, weils zu krass war?
Oder ist es zum Zeitpunk der Wahl eh schon wieder Schnee von gestern und nicht mehr interessant?
Ist die Erregung von Aufmerksamkeit an sich auch schon gutes Marketing?
Geht es nach dem Motto, jetzt die Skandale und kurz vor der Wahl machen wir einen auf staatstragend?
Mein frommer Wunsch ans Christkind: es soll der Fpö nichts nützen! (Ich werde dafür auch ganz brav sein)

Eine Kreatur
23
und die am rechten auge blinde staatsanwaltschaft ..

ist noch immer ganz ratlos und hat keinen schimmer, wie vorzugehen ist ..

aber hauptsache auf verdacht 4 studierende einsperren, weil sie bestimmte meinungen haben und die mit einer sachbeschädigung in zusammenhang gebracht werden kann ..

unfassbar, dieses land!

Jeffrey Lebowski
 
23
man ersetze das Minarett durch einen Kirchturm

und den Muezzin durch einen Pfarrer und keinen interessierts ...

schöne neue welt

Elisabeth Stein
10
Die "man" gibt's nicht.

Michael Bakunin
00

den aufschrei derjeniger, die jetzt das "spiel" verharmlosen, möchte ich nicht hören.

Amalrich
 
01

Dafür würden bei jenen, die jetzt das Spiel begeifern, die Glückseligkeitsgefühle überschäumen!

schobiwankinobi
22
Verbrennung aller Heiligen Schriften wäre empfehlenswert vl könnten wir uns dann wieder wichtigerem zuwenden....

Für jedes verbrannte Buch, egal ob Bibel, Koran, Tora, gibt es einen frisch gepressten Orangensaft ;-)

woifee 0.0
00

Tora ist meines Wissens kein Buch, sondern eine Rolle

Isidore Ducasse, Comte de Lautréamont
00

Ah, sind wir schon so weit?

Jürgen Rembremerding
11
Das nicht, aber viel Beifall wäre

hier im Forum gewiss!

monoton
80

ihr seids ja so unglaublich arme rechtsetreme hetzter!

müßts wieder einmal eine runde weinen, wie so oft?

Jeffrey Lebowski
 
00
*rolleyes*

M K
 
14
Verfolgung und Tötung

Wie wärs, wenn europäische Staatsanwaltschaften endlich anfangen würden, gegen die Verbreitung und die Verbreiter von "Gottesworten", die zu Hass, Verfolgung und Tötung von Ungläubigen aufrufen, zu ermitteln?

Sie müssten nicht lange suchen.
Bibel und vor allem der Koran böten ausreichend verwertbares Material.

pox vobiscum
01

Das wäre an der Zeit, aber stattdessen werden Leute, die diese Lehren verbreiten, in der Schule auf kleine Kinder losgelassen und das mit freundlicher Unterstützung von Vater Staat.

pox vobiscum
01

Der Verdacht auf Verhetzung soll untersucht werden, aber der Herabwürdigung-religiöser-Lehren-Paragraph ist unnötig. Weg damit. Die Menschen sollten endlich mit der Streiterei darüber aufhören, wer denn jetzt den stärksten jenseitigen Silberrücken erfunden hat, dann würde sich der Paragraph von selbst erübrigen.

Helmut-S
03
Wieso hat damals bei der Schweiz...

...als dieses Spiel erstmals rauskam, keiner von "Schiessen" gesprochen?

Vielleicht weil erst Kogler diese Behauptung in den Raum gestellt hat, um einen "Sager" zu kreiren der jetzt brav durch die Medien ein Selbstläufer wird?

Das Spiel ist dumm, die FPÖ ist dumm - da sind wir uns einig. Aber das jetzt alle FPÖ-Gegner ihre Argumente auf etwas gründen, das nur rethorisch exsistiert und nicht real ("das schiessen auf Muezzins...") ist ziemlich lächerlich.

Elisabeth Stein
10
Die Matrix aller Spiele dieser Art

wurde als Ausbildungsprogramm in der US Army entwickelt. Virtualität als Vorbireitung auf die Realität. Der Lerneffekt wurde nachgewiesen.

Amalrich
 
87
Verdacht der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren

Gegen den Strache ist es den Linken offenbar auch recht einen mehr als fragwürdigen Inquisitionsparagraphen auszupacken! Einem echten 68er muss es da ja sauber aufstossen!

sixela
32

Stimmt. Herabwürdigung religiöser Lehren gehört in einem Staat, der es mit der Meinungsfreiheit hält, ersatzlos gestrichen. Auch dann wenn ein Strache davon profitiert.

Oiga
10
Sie verwechseln da aber schon etwas:

oeffentlich zu sgen, sie waeren ein "*rottel" ist Herabwuerdigung und Beleidigung (klagbar). Zu sagen: ich kann Ihre Meinnung nicht teilen, ist freie Meinungsaeusserung.

Amalrich
 
13

Unsere roten Bewertungen scheinen viel über das Verständnis der freien Meinungsäußerung auf der linken Reichshälfte auszusagen.

Elisabeth Stein
10
Frei geäußerte Meinungen dürfen also nicht als "überflüssig" in freier Meinungsäußerung gesehen werden?

Na Hawidere!

Amalrich
 
13

Sie können (und dürfen sogar) mit "überflüssig" bewertet werden (so wie der Dreck den Scientology von sich gibt), aber Sie dürfen nicht verboten oder gar rechtlich geahndet werden. Wenn sich die Staatsgewalt zum Schutz für nicht bewiesene Geisterwesen samt Ideologien verleiten lässt, dann wird er als säkuläres Gebilde unglaubwürdig. Kritik, Schmähung, negativ empfundene Meinungsäußerung muss eine Religion genauso aushalten können wie der Brigittenauer Kegelklub, der St. Johanner Klöppelverein, oder der Bad Auseer Goldhaubenverein (Sie erinnern sich?)! Nicht immer beleidigt zurückziehen und nach Extrawürschtl schreien.

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