Psychologie-Aufnahmetest: Viele kamen nicht

1. September 2010, 13:06
  • Das Vienna International Center war diesmal nicht so voll wie im Juli bei den Medizinertests. 1.300 sind erschienen um einen der 600 Plätze zu ergattern.
    foto: apa/pfarrhofer

    Das Vienna International Center war diesmal nicht so voll wie im Juli bei den Medizinertests. 1.300 sind erschienen um einen der 600 Plätze zu ergattern.

Tests finden zeitgleich an vier Standorten statt - In Salzburg trat nur die Hälfte an

Wien - Auf die Minute pünktlich hat heute um 9.30 Uhr die erste Aufnahmeprüfung für das Psychologie-Studium an der Uni Wien begonnen. Von den 1.736 angemeldeten Kandidaten waren 1.303 im Austria Center Vienna (ACV) erschienen, um einen der 600 Studienplätze zu ergattern. Die Stimmung unter den Bewerbern war gelöst, die Gründe dafür jedoch sehr unterschiedlich. Während die einen sich für den Fall des Scheiterns bereits einen Plan B überlegt hatten, waren andere "einfach wirklich gut vorbereitet" oder hatten sich ohnehin bereits für ein anderes Studium entschieden.

Bevor die Prüflinge jedoch ihre Thermoskannen, Colaflaschen und andere Verpflegung auf ihren Plätzen ausbreiten konnten, mussten sie ein aufwendiges, doch überraschend zügiges Zugangsprozedere hinter sich bringen: Taschen und Jacken mussten in die Garderobe abgegeben und die für die Prüfung benötigten Dinge - Ausweis, Prüfungsanmeldung und Verpflegung - in einen transparenten Plastiksack gesteckt werden.

Zwei Drittel der TeilnehmerInnen waren Frauen

Schließlich hatten die Jugendlichen - laut Uni Wien sind fast ausschließlich Erstinskribierte angetreten, zwei Drittel davon weiblich - noch Metalldetektoren zu passieren. Damit sollte verhindert werden, dass Handys oder andere technische Hilfsmittel in den riesigen Prüfungssaal geschleust werden. "Sonst ist das ja nur eine Farce", begründete eine Sprecherin die rigorosen Sicherheitsvorkehrungen. Im Saal selbst sollten 70 Aufsichtspersonen verhindern, dass abgeschrieben wird, während in den Gängen Personal des ACV patrouillierte.

Dekan erhofft sich Selbstselektion

Bisher wurden an der Uni Wien Psychologie-Studenten erst nach der Inskription bei einer Prüfung zu einer davor abgehaltenen Ringvorlesung selektiert. Durch den Multiple-Choice-Test noch vor dem Studienbeginn erhofft sich der Dekan der Psychologie-Fakultät, Germain Weber, eine Art Selbstselektion derer, die sich vor Lektüre des Buchs zur Prüfungsvorbereitung nur oberflächlich mit dem Studium beschäftigt hatten. "Wenn sie geglaubt haben, Psychologie ist Berggasse 19 (die ehemalige Adresse von Sigmund Freud, Anm.), dann haben sie aus dem Buch gelernt, dass es das allein nicht ist."

Beim Aufnahmetest wurden einerseits Wissensfragen gestellt, andererseits mussten die Bewerber ihr methodisch-analytisches Denken, etwa in Statistik, unter Beweis stellen und drei Fragen zu einem englischsprachigen Forschungsartikel beantworten. Die Kandidaten hatten dafür zweieinhalb Stunden Zeit.

Wer unter den 600 Besten landet, darf mit der Studieneingangsphase des mit diesem Semester auf das Bachelor-/Master-System umgestellten Fachs beginnen. Die Prüfungsergebnisse werden bis spätestens 30. September mitgeteilt.

Zeitgleiche Tests in Innsbruck, Salzburg und Graz

Fast zeitgleich mit der Uni Wien haben auch die Unis Graz und Innsbruck und Salzburg Aufnahmetests für das Psychologie-Studium abgehalten. In Graz sind von den 520 Angemeldeten 359 tatsächlich zur Prüfung erschienen, um einen der 230 Studienplätze zu ergattern. Die Reihung der Bewerber wird am 17. September bekanntgegeben.

Nur die Hälfte der Bewerber sind in Salzburg erschienen

In Salzburg ist nicht einmal jeder Zweite, der sich für die Aufnahmsprüfung für das Psychologiestudium angemeldet hat, zum heutigen Test erschienen. Anstelle der rund 1.000 angemeldeten Interessenten sind nur 452 angetreten. Wer von ihnen einen der 200 Plätze für das Bachelorstudium ergattert hat, wird ihnen bis spätestens 30 September mitgeteilt. In Innsbruck haben 486 der 605 angemeldeten Bewerber die Prüfung in der Olympiahalle geschrieben, die 284 Besten erhalten einen Studienplatz für das Wintersemester 2010/11. Die Reihung wird ebenfalls bis spätestens Ende September bekanntgegeben.

Protestaktion von ÖH und "UniBrennt"

Mit einem "Psycho-Hürdenlauf" haben heute, Mittwoch, am frühen Vormittag in Salzburg zwei Dutzend Studenten gegen die Aufnahmeprüfungen für das Psychologiestudium protestiert. Bevor die Prüflinge den Aufnahmetest in der Naturwissenschaftlichen Fakultät absolvierten, hatten sie vor dem Eingang einen Parcours unter dem Titel "Bist du hart genug?" zu bewältigen. Auf fünf über Pfade verbundene Tafeln stand geschrieben, was den Studentenvertretern sauer aufstößt: "Du möchtest also studieren. Kannst du dir das leisten?", war zynisch vermerkt, und: "Ist dir wichtig, was du studierst, und nicht wo? Studierst du auch, was die Wirtschaft will? Was ist der Regierung deine Bildung wert?"

Die Aktivisten von "UniBrennt" und der "Österreichischen Hochschülerschaft" (ÖH) kritisierten zudem, dass der Rekordzahl von rund 1.000 Bewerbern nur 200 Studienplätze und damit "deutlich weniger als im Herbst 2009" gegenüberstünden. (APA)

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Wenn man folgendes lesen muss dann kann man nur den Kopf schütteln: "Zwei Drittel der TeilnehmerInnen waren Frauen"

Warum wählen noch immer soviele junge Frauen ein Fach wo fraglich ist ob auch genügend Arbeitsplätze vorhanden sind.

Wie wäre es mit Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, etc.?

wenn du uni nur als berufsAUSbildung siehst dann ja, aber dann geht man wahrscheinlich gscheiter auf ne FH oder gleich nach der HTL oder HAK arbeiten.

Menschen egal ob m od. w wählen ein Fach aus, das sie interessiert, denn sie wissen, dass sie in diesem Gebiet ein Leben lang tätig sein werden.

Was bringt es einem Menschen ein Fach zu wählen, nur weil prognostiziert wird, dass man viele Zukunftschancen damit haben wird.

Was bringt es einem wenn man ein Leben lang einen Beruf ausübt der einem keinen Spaß macht? - nur um viel Geld zu verdienen

NICHTS
Es ist viel sinnvoller das zu tun was einem interessiert & nicht das zu tun was von anderen prognostiziert wird was Zukunft hat.

Mag sein, dass wenige Frauen in der Technik sind, doch umgekehrt sind zB wenige Männer Kindergärtner od. in sozialen Berufen tätig.

Menschen sollen das Fach wählen mit dem sie glücklich werden!

Es geht hier nicht um Fächer welchen "man" Zukunftschancen prognostiziert. Es geht hier um Fächer, welche jeder Mensch tagtäglich braucht.
Elektrotechnik, Maschinenbau, etc. - wenn sie am Morgen aufstehen, wollen sie, dass strom aus der steckdose kommt, und das erreicht man nicht mit dem fach kultur und sozialanthropologie.

Und nacher jammern sie, dass ...

... männliche Akademiker mehr verdienen.
Man kann eben nicht einen Maschinenbauer und eine Psychologin vergleichen.

Sie jammern

weil Akademiker bei GLEICHER Leistung mehr verdienen als Akademikerinnen. Capito?

Psychologie und Maschinenbau sind aber nicht "gleiche Leistung", darum ist das Gejammere Unsinn.

Die Gehälter von Maschinenbau und Psychologie

zu vergleichen, ist Blödsinn (Stichwort Apfel-Birne).

Die Leistung eines Maschinenbauers mit der eines Psychologen zu vergleichen ist Schwachsinn

Was leistet schon ein Psychologe?

Setzt sich hin, hört einem mit Dachschaden zu und kämpft gegen das Einschlafen.

Etwas zu beurteilen,

von dem man keine Ahnung hat, ist Schwachsinn. Daran kann kein Psychologe der Welt etwas ändern.

Der von österreichischen Politikern falsch interpretierte Ansatz der "Kein Kind bleibt zurück" Politik" trägt nun seine ersten Früchte. Hat man die Kinder & Jugendlichen nicht schon in der Schule demotiviert und für deren Leben geschädigt, so wird bei den jungen Erwachsenen die die Matura geschaft haben auch noch mal schnell die Hälfte vor Studiumsantritt psychisch wie Spanferkel am Grill zerlegt (und ein Großteil des anscheinend unbezwingbaren Rest wird dann im Studium gebrochen ...).
Wenigstens kann Österreich der EU im Bezug auf Bildung als schlechtes Beispiel dienen.

Politik und geistige Weiterbildung sind zwei Sachen die nicht zusammenpassen, wohingegen Politik und Geld hand in hand gehen und den Menschen als dumm verkauft. Natürlich sind dann welche da denen es so vorkommt als würden einen die Politiker in der Luft zerreißen, aber es ist alles eine subjektive Wahrnehmung. Ich find die Polotiker sind die größter Arsc.L.cher, aber seine Zukunft muss man selbst in die hand nehmen (dazu gehört das Lernen für einen Aufnahmetest) und nicht hoffen das die Regierung uns das Leben versüßt

erinnert mich stark an ....

... was war das noch gleich ... ach ja! Medizin! Dort kommt zwar "nur 1/3" nicht zum Test, aber jede Menge Geld geht flöten!
Wann heisst es endlich einen Beitrag leisten für den Test? (kann ja auch rückerstattet werden)
Oder können sich das die Unis wirklich leisten, so viele Geld zu verprassen?

laber...

nicht;
Die Typen bieten ohnehin mehr Plätze an als sie effektiv haben und die Aufnahmetests sind auch nicht gerade leicht.

Ich für meinen Teil hab mich abgesichert und mich wo anders auch angemeldet bzw. beworben. Eben wegen so einer Unsicherheit ob das jetzt funktionieren könnte hat mich dazu bewegt.

"laber nicht"... und sowas will studieren? Einen Beitrag leisten finde ich absolut akzeptabel. Die Bewerber sollen erwachsen werden und sich Rechte und Pflichten bewusst sein. Es kann ja nicht sein, dass jeder einfach das macht was ihm gerade so passt. Studium ist Verpflichtung und nicht Spaß. Man soll froh sein, dass die Möglichkeit für eine Hochschulausbildung überhaupt besteht.

Studium ist Verpflichtung, und kein Spaß?

Schmarrn. Beides schließt sich nicht aus. Habs selbst erlebt.

Psychologie-Aufnahmetest: Viele kamen nicht

psychoanalytische freude: das ES und ÜBER-ICH haben sich so lang in den haaren gelegen bis die ICHs unbewusst k.o. gaben und deshalb bewusst nicht erschienen.

Ou mann

Ich habe mir einpaar Kommentare durchgelesen und wollte es mir nicht nehmen lassen hier einige zu kommentieren.
1. ist es nicht richtig aufgrund der Ausdruckweise einiger Leute (z.B. mit "ojda" beginnen) rückschlüsse auf dessen Intelligenz oder geschweige den auf dessen Niveau zu ziehen.
2. fällt mir auf das hier doch recht viele Klugschei?er unterwegs sind. Ich war selber beim Test dabei und wünsche jedem viel Erfolg der den Test gemacht hat. Überlegt doch alle mal. Welche Qualität hat die Uni oder das Institut für Psychologie wenn dort jedes jahr um die 1700 Studenten zugelassen werden?
Ich finde die Aufnahmeprüfung richtig und vorallem ist sie schaffbar.
Also aufhören zu protestieren und sich mal über seinen eigenen Schei? kümmern. LG

Finde ich gut,

wenn ich mit meinem Taxifahrer tiefsinnige Gespräche führen kann.

Nutzt nichts,

wenn der Taxigast dazu nicht fähig ist.

deshalb bin ich auch gegen eine aufnahmeprüfung.

ich sehe noch immer schilder mit "suche taxifahrer".

haha

hat einen moment gedauert, aber dann wars umso lustiger :D

Hat irgendwer eine Idee warum Salzburg hier so aus der Reihe tanzt? Bei den anderen Unis kamen zwischen 70 und 80% zur Prüfung- warum in Salzburg nur 45%?
Waren da die vielen Anmeldungen schon abschreckend?

Die ÖBB hatte Verspätung

viele deutsche Bewerber

= weite Anreise.

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