Bundesrat Schennach zu SPÖ

Schennach wechselt von den Grünen zur SPÖ

01. September 2010 14:45
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    Foto: der standard/newald

    Rot-Grün-Rot. So verlief das politische Leben des Stefan Schennach bisher.

Langjähriger Grüner Bundesrat sieht wechselt zur Sozialdemokratie - Politologen: SPÖ profitiert vor Wiener Wahl

Stell dir vor die SPÖ gibt eine Pressekonferenz - und alle anwesenden JournalistInnen stellen nur Fragen zum Zustand der Grünen. Wie das geht? So wie gestern, als die Wiener SPÖ ein neues Parteimitglied mit einschlägiger politischer Vergangenheit präsentierte - einschlägig grüner politischer Vergangenheit, um genau zu sein. Bundesrat Stefan Schennach (Grüne) wechselt nämlich zur SPÖ.

Schennachs Begründung für den Parteiwechsel: Er habe die Entscheidung getroffen, weil er bei den Sozialdemokraten "eine neue Perspektive" für seine Arbeit im Bereich der internationalen Beziehungen und der Europäischen Integrationspolitik sehe. Er gehe jedoch nicht "im Zorn" von den Grünen weg, es sei "kein Verrat, sondern eine ganz persönliche Entscheidung". Und zur Bilanz der vergangenen Jahrzehnte: "Im Rückblick überwiegt für mich das Positive". Einfach sei ihm die Entscheidung nicht gefallen: "Nach so vielen Jahren können Sie mir glauben, dass so ein Schritt nicht beim Frühstückskaffee beschlossen wird", meinte Schennach.

"Schmerzvollste Erfahrung meines politischen Lebens"

Unmittelbar vorangegangen war dem Wechsel die Wahllistenerstellung der Döblinger Grünen, bei der Schennach eine Wiederkandidatur untersagt wurde.  "Ich bin nicht abgewählt worden - man hat mich nicht zur Wahl zugelassen. Das ist ein großer Unterschied. Hätte ich zur Wahl antreten können, wäre ich auch gewählt worden", zeigte sich Schennach überzeugt. "Das war die schmerzvollste Erfahrung meines politischen Lebens", so der Ex-Grüne. Dann sei das Angebot der Wiener SPÖ "zum richtigen Zeitpunkt" gekommen. Schennach macht gleich Nägel mit Köpfen: Mit dem heutigen Tag trat er aus dem Grünen Klub und der Partei aus. Um gleich Parteimitglied der SPÖ zu werden, wie er es schon in seiner Zeit vor dem grünen Engagement war.

Wie seine grünen Ex-Parteifreunde auf den Austritt reagiert haben? "Ich habe in einem sehr persönlichen Schreiben meinen grünen FreundInnen meine Beweggründe dargestellt", erzählt Schennach. Die Reaktionen, die daraufhin per SMS, Email oder Telefon bei ihm angekommen seien, seien großteils nicht negativ gewesen. "Ich war überrascht, wie viele mir ihre freundschaftliche Verbundenheit und auch ihr Verständnis versichert haben".

Rot-grüne "Wunschkoalition"

Schennach war 23 Jahre in der Grünen-Politik aktiv. Er war auf Bezirksebene in Döbling tätig und seit 2001 im Bundesrat vertreten. Schennach war außerdem längere Zeit Pressesprecher der Grünen. Nach der Wien-Wahl wird Schennach von der SPÖ auf der Liste für den Bundesrat gereiht werden, einen Listenplatz bei der Wiener Wahl für Landtag oder Gemeinderat bekommt er nicht - die Landes- und Bezirkslisten sind ja bereits seit April fixiert.

Schennachs Koalitionspräferenzen für Wien - sollte die rote Absolute fallen und eine Koalition nötig werden - sind jedenfalls klar. "Natürlich ist in meinem Herzen Rot-Grün eine Wunschkoalition, alles andere wäre ja absurd".

Vassilakou "persönlich enttäuscht"

Keine derjenigen Grünen, die Verständnis für Schennachs Wechsel zeigen, dürfte Wiens Grünen-Chefin Maria Vassilakou sein. Sie zeigte sich in einer ersten Reaktion im Ö1-Mittagsjournal völlig überrascht. Sie sei "persönlich enttäuscht", Schennach sei von ihr sehr geschätzt worden und überdies ein enger persönlicher Freund. Erklären könne sie sich den Schritt nicht, es habe keinen Streit gegeben. (red/az, derStandard.at, 1.9.2010)

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Posting 1 bis 25 von 1333
Ingrid Gurtner3
 
03.09.2010 15:54
Basisdemokratie neu

Schennach hat sich wohl ausgerechnet haben, dass er bei der Abstimmung am Bundeskongress der Grünen (nach der Wienwahl im Spätherbst) als Bundesrat nicht wiedergewählt wird, wenn er schon die Wahl zum Bezirksrat bei den Döblinger Grünen nicht schafft.
Offensichtlich hat es niemand in der Grünen Partei für nötig befunden, mit ihm über seine politische Zukunft zu sprechen.
Schade, er hat viel für die Grünen geleistet.
Das "Vehikel" Basisdemokratie gehört innerparteilich dikutiert, da Menschen wählen, die nacher keinerlei verantwortung für ihre Wahl übernehmen müssen. Aus Döbling ist er weg, ob das Konsequenzen für die Gesamtpartei der Grünen haben könnte. wurde von dieser kleinen Bezirksgruppe wahrscheinlich überhaupt nicht bedacht.

Franz Klug
03.09.2010 21:48
Stimmt: aber es gibt einige Fragen an Stefan:

die Wahl in Döbling war ja nicht jetzt, wie im Artikel behauptet, sondern schon im Frühjahr. Ich habe da zwei Termine genannt bekommen Jänner/Februar.
Der Bundesrat wird von den Länderparteien entsandt, darüber hätten die Wiener: Vorstand? Landesausschuss? entschieden. Ich kenne leider das Wiener Statut diesbezüglich nicht, aber sicher entscheidet hier nicht der Bundeskongress.
Sie haben recht, die Führung hat man ihm nicht gesprochen,aber er auch nicht mir ihr. Wie kann es sein, dass die Maria V. sagt Sie war mit ihm persönlich befreundet, es sprechen aber beide nicht über so ein wichtiges Thema, wer z.B. der nächste Bundesrat in Wien sein wird? Komische Freundschaft:-(
Dass Stefan erst vor der Wahl übertritt ist schäbig und schmerzt!

Lucky Lubner
03.09.2010 12:49
23 Jahre in der Politik - das kann zur Tragödie werden

Schennach ist seit 23 Jahren bei den Grünen ... vor 23 Jahren habe ich aus Menschenfrust aber auch Lebenslust aufgehört mich parteipolitisch zu engagieren! Wer sich nämlich professionell dem Parteiensystem andient muss mit dem Schlimmsten rechnen, denn Neid und Zweifel altgedienten Leithammeln gegenüber ist eine Spezialität der Linken. Und Schennach zeigt genau, was nach einem Vierteljahrhundert politischer Arbeit übrigbleibt: Verstörtheit, dass man von den "eigenen" abgesägt wurde und Käuflichkeit aufgrund von Existenzängsten.
Wer sich (wie die Grünen) mit Parteipolitik an das verbessern der Gesellschaft macht, muss leider auch die Techniken dieses Spieles zur Kenntniss nehmen und darf nicht herumdiletieren ... ansonst hat man versagt!!!

Kelborn
03.09.2010 09:47

die Führung der Wiener Grünen ist nicht mehr zu tolerieren. Da würd ich auch davonlaufen. Allerdings würd ich vorher noch zur ÖVP wechseln bevor ich der SPÖ beitreten würd. Zum unterscheid der SPÖ, sagt die ÖVP, dass sie konservativ ist und macht nicht nur eine solche Politik...

Mensch ärgere Dich nicht1
03.09.2010 08:24
Das die Grünen sich erneuern

finde ich gut und richtig.

Das ein paar Alt-Grüne damit nicht zurechtkomen ist eine persönliche Schwäche.

Die wichtigen langgedienten Grünen wie Alexander Van der bellen, Freda Meissna Blau, Peter Pilz, Madelene Petrovic unterstützen Eva Glawischnig .

Phryx Sodalis
05.09.2010 00:59

Dann sind die Tausenden, die den Grünen bei den letzten (und vermutlich auch nächsten) Wahlen davongelaufen sind, ja nicht relevant.

Der Checker
03.09.2010 00:29
Egal wohin man schaut!

In die Politik treibt es nur Gesindel!!!

Max Kahlenberg
02.09.2010 23:48
Ned beees sein: Aber die Grünen in Wien agieren wie die Grünen in Deutschland vor ungefähr 25-30 Jahren. Eine echt pubertär, infantile Truppe !

Der Punkt ist doch ganz einfach: Wollen die mitregieren (und rtgo mitbestimmen) oder nicht. Aus !!!

Bax Baxter
02.09.2010 23:38
Unterrichtet der Schennach noch an der Werbeakademie?

Ich meine, die Kollegausgabe ist ja an Dampfplauderern nicht arm. Aber Stefan Schennach war einer jener Theoretiker der Werbeakademie, die mit ihrer heißen Luft eine Armada von Ballons befüllen konnten - noch vor dem Frühstückskaffee!

greenidea
02.09.2010 22:54
Null Respekt!

verdient er...

Fritz Wintersberger
02.09.2010 18:12
zu Schennach...

....ein Wendehals wie viele andere auch. Ob Heide Sch., KH G. od. so manch andere.

also dann ...
02.09.2010 12:55
wie würde schüssel - in diesem fall völlig zu recht - sagen : wen kümmert`s

wenn der 7 zwerg vom grünen kleeblatt...
seine farbe wechselt.

er ist ein parteiapparatschik und völlig unbedeutend !

christian becker
02.09.2010 13:00

Mir kam er in diversen Statements wesentlich kompetenter vor als Fr. Vassilakou und Fr. Glawischnig.

nie mehr wieder ÖVP
02.09.2010 19:15
Ich hab nie was von dem gehört !

Zum Glück ist er weg, und hoffentlich geht er mit der SPÖ unter !

ruthwinkler
02.09.2010 16:09
Stimmt

Schennach war viele Jahre eine sehr große Stütze der Grünen, und einer von den Vernünftigen und Kompetenten

also dann ...
02.09.2010 15:50
nun - d a s ... mag ja stimmen, sagt aber über die "qualitäten"

des unterhosenwechslers ... rein gar n i x ...aus !

ich kann mich an kein einziges statement von ihm...
erinnern, das mich beeindruckt hätte.
aber - dies trifft wohl auf 170-178...
der 183 abgeordneten zu.

Kahless
02.09.2010 13:39
...

Das ist, bitte net böse sein, Herr Schennach, auch net schwer ! Die beiden Super-Emanzen sollten endlich aufwachen. Und wenn es jetzt nur noch rote Stricherl regnet: Eva und Maria - ihr gehört's weg ! Bitte VdB zurück, BITTE !!!

nie mehr wieder ÖVP
02.09.2010 19:16
FYI: Van der Bellen unterstützt, Maria Vassilakou

Und Alexander van der Bellen tritt in Wien an , und könnte der nächste Vizebürgermeister werden.

grünes Herz Österreichs
02.09.2010 12:03
nach so vielen jahren im bundesrat hat er ja sicher

anspruch auf eine pension - hätt er nehmen sollen, sich zurückziehen und die angeschlagenen grünen nicht noch einmal zu düpieren.

oblomow II
02.09.2010 12:17
mit 54?

... sie träumen ...

George Harrison
02.09.2010 11:47
Hab eine Umfrage in meinem Bekanntenkreis gemacht

Vor einiger Zeit hätten da die Grünen leicht eine Absolute gehabt, die restlichen Stimmen hätten sich Sp und Kp aufgeteilt, einige VP Stimmen waren vereinzelt auch zu finden.Jetzt vor der Wien Wahl sagen mind. 2/3 der ansonsten Grünen Stammwähler, dass es im Bezik wahrscheinlich noch eine Grünstimme wird (im. 6, bzw. 8. wirds wohl anders ausschauen), aber auf Stadtebene aus Mangel an wählbaren Alternativen eine Häuplstimme wird. Als Gründe werden Grabenkämpfe in der Fraktion, Maria V., eine Ideenlosigkeit, schlafende Oppositionsrolle und dergl. genannt.Die Häuplstimme sehen die "Ehemals aber jetzt sicher nicht Grün" Wähler als Notwendigkeit dem WC Strache das Feld nicht zu üblassen. So jetzt bin ich´s los.

nie mehr wieder ÖVP
02.09.2010 19:18
das wäre sehr schade, Grün muss stark werden !

Ich fürchte mich vor SPÖ-FPÖ oder ÖVP-FPÖ in Wien !

Phryx Sodalis
05.09.2010 01:04

Die SPÖ bietet Strache sowohl inhaltlich als auch realpolitisch stärker Paroli als die Grünen. Einerseits ist jede Stimme, die nicht die FPÖ unterstützt, gut. Allein dadurch scheidet auch die ÖVP aus. Nur stellt sich schon die Frage, wie eine grüne Erneuerung stattfinden soll, wenn diese furchtbare Truppe nicht eine ordentliche Niederlage erleidet. Denn ohne eine solche wird weiter beschwichtigt, getäuscht und hintergangen.

William Liberal
02.09.2010 12:01
SPÖ wählen, ist falsche Strategie

da Strache mit 20% weit entfernt von der Stadtregierung ist, würde er nur mit der SPÖ gemeinsam regieren können. Wenn Häupl sich auf dieses Spiel einlassen würde, ist er so und so nicht wählbar.

Sonst kann die SPÖ mit den Grünen oder der ÖVP koalieren. Und es wäre demokratiepolitisch sogar begrüßenswert, wenn die SPÖ-Alleinmacht fallen würde.

Zu einer Koalition kommt es aber nur, wenn die Liberalen ins Rathaus kommen. Das ist 1996 schon einmal gelungen: http://blog.liberale.at/2010/08/5... e-brechen/

Phryx Sodalis
05.09.2010 01:10

So ein Blödsinn. Wie viele liberale und grüne Gruppen treten diesmal an? Seid ihr völlig irre? Von denen schafft es niemand in den Gemeinderat, der einzige, der sich darüber freut, ist Strache, wenn sich seine Gegner spalten. Wer Strache verhindern will, sollte rot oder grün (Original) wählen. Gegen grün spricht aber, dass die grüne Führung einen ordentlichen Dämpfer braucht, sonst wird sie niemals verbessert oder ausgetauscht. Aber eine Stimme für grün ist immer noch 100mal sinnvoller als für die sog. Liberalen, die sich mehrfach gespalten haben- und das als Minipartei ohne Einfluss. Da ist ja Hans- Peter Martin noch solider als die.

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