892 von 7.830 US-Banken von Pleite bedroht
New York - Trotz der schwachen Wirtschaft und dem Anstieg
pleitebedrohter Banken haben Amerikas Geldhäuser im zweiten Quartal
Rekordgewinne erwirtschaftet. Das geht aus dem jüngsten Bericht der
US-Einlagenversicherungsbehörde FDIC hervor. Nach deren Mitteilung hat die Zahl
der Problembanken in der Berichtsperiode um 45 auf 892 Banken zugenommen. Die
Verlierer der Krise seien vor allem kleinere und mittelgroße Banken.
Der Anstieg sei zwar kleiner als in vorangegangenen Quartalen, die Zahl der
Problembanken sei aber die höchste seit mehr als 16 Jahren. Seit Anfang des
Jahres haben 118 Banken dicht gemacht, darunter 45 im zweiten Quartal. Viele
Schuldner haben ihre Jobs verloren und sind mit ihren Abzahlungsraten im Verzug.
2009 waren 140 US-Banken in den Wirren der Finanzkrise untergegangen. In den USA
gibt es 7.830 Banken.
Bei den Großbanken sprudeln dagegen schon wieder die Gewinne. Im zweiten
Quartal scheffelte die Branche laut FDIC 21,6 Mrd. Dollar (17 Mrd. Euro) Gewinn.
Dies sei das Fünffache des in der vergleichbaren Vorjahresperiode erzielten
Gewinns von 4,4 Mrd. Dollar und das beste Ergebnis seit dem Ausbruch der
Finanzkrise im dritten Quartal 2007.
Mit ein Grund dafür seien geringere Rückstellungen für mögliche
Kreditausfälle und die niedrigen Zinsen, die die Banken für Kundeneinlagen
zahlen müssten. Außerdem seien in der Berichtszeit weniger Schuldner mit ihrer
Ratenzahlung im Rückstand gewesen. Erstmals seit mehr als vier Jahren sei das
Volumen fauler Kredite zurückgegangen, so die FDIC weiter.
Die einzige Ausnahme sei das kommerzielle Immobiliengeschäft. Hier habe sich
die Schwäche im zweiten Quartal fortgesetzt. Dank der verbesserten Ertraglage
wird nicht ausgeschlossen, dass die Banken wieder bereit sind, in größerem
Umfang Kredite zu vergeben. Die hohe Arbeitslosenquote und die allgemeine
Verunsicherung in der Bevölkerung hat jedoch die Kreditnachfrage deutlich sinken
lassen. (APA)