Wiener Forscher schreiben molekulare Strauch-Geschichte

31. August 2010, 20:10
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Die Sonnenblume gehört ebenso dazu wie die Kornblume - zur Familie der Korbblütler, die insgesamt über 1500 Gattungen und 22.000 Arten weltweit zählt. Viele davon sind weit verbreitet, leben aber hochangepasst in bestimmten Lebensräumen.

Zu den weit verbreiteten Spezialisten gehört auch Melampodium leucanthum, ein 50 Zentimeter hoher Strauch mit weißen Blüten, der ausschließlich in Wüstengebieten im Südwesten der USA und nördlichen Mexiko vorkommt. Ihm hat ein Wissenschafterteam um Carolin Anna Rebernig vom Department für Botanische Systematik und Evolutionsforschung der Uni Wien eine umfassende Studie gewidmet, die nun im Fachblatt Molecular Ecology veröffentlicht wurde.

Das Besondere daran: Rebernig und ihre Kollegen haben die Biogeographie des Strauchs erstmals mit molekularen Methoden (und finanzieller Unterstützung des FWF) untersucht. Die Forscher erhielten dadurch auch Auskunft über die evolutionäre Geschichte der Pflanze, die laut den Analysen auf Klimaschwankungen zunächst mit periodischen Standortveränderungen reagierte, ehe sich die getrennten genetischen Linien wieder vereinigten.

Erforscht wurde auch die auftretende Vervielfachung der Anzahl der Chromosomen. Bei Melampodium leucanthum gibt es Individuen mit 20 bzw. 40 Chromosomen. Die Wissenschafter führen deren geographische Verteilung ebenfalls auf die Perioden räumlicher Isolierung zurück. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 01.09.2010)

 

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