Flucht in "sicheren Hafen" treibt Anleihenkurse

31. August 2010, 17:15
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Wien - Weitere Unsicherheit um die Konjunktur in den USA haben deutsche Staatsanleihen auf neue Rekordstände getrieben. Die Zinsen auf zehnjährige Papiere (sie bewegen sich gegengleich mit den Kursen) sind so niedrig wie nie zuvor, bei knapp 2,08 Prozent.

Doch nach Steuern und unter Berücksichtigung einer moderaten Inflation von 1,2 Prozent bleibt deutlich weniger übrig, etwas über 0,5 Prozent pro Jahr. Unter einer Laufzeit von sechs Jahren würden überhaupt negative reale Renditen mit Anleihen erzielt werden, sagt Chief Investment Officer Christian Nemeth von der Deutschen Bank Österreich.

Trotz der jüngsten Konjunkturdaten sieht Nemeth einen "selbsttragenden" Aufschwung. Insbesondere die Schwellenländer würden die globale Konjunktur stützen, aber "die Geschwindigkeit des Wachstums ist sehr unterschiedlich".

Die aktuelle Marktsituation sei daher für die Vermögensverwalter herausfordernd. Einerseits bringen sichere Wertpapiere kaum mehr Rendite, andererseits ist das Risiko bei Aktien weiterhin hoch. Der "Angst-Index", der VDAX, der zeigt, mit welchen Schwankungen die Anleger rechnen, notiert noch immer deutlich höher als vor der Krise. Damit ist der Vermögenserhalt schwierig geworden. Bernhard Ramsauer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Österreich: "Es ist heute deutlich mehr Aufwand nötig, um noch Rendite zu erzielen." (sulu, DER STANDARD, Printausgabe, 1.9.2010)

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