Netzwerk zwischen Politik und Bank

Elisabeth Steiner, 31. August 2010 17:43
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    Foto: rovinj

    Der Kärntner Hypo-Untersuchungsausschuss will sich bald auch mit den umstrittenen Grundstücksdeals an der istrischen Küste wie etwa rund um Rovinij befassen.

Verkauf der Hypo Alpe Adria und umstrittene Kroatien-Geschäfte wären ohne grenzüberschreitendes Mitmischen der Politik nicht möglich gewesen

Der Verkauf der Hypo Alpe Adria und deren umstrittene Kroatien-Geschäfte wären ohne das grenzüberschreitende Mitmischen der Politik nicht möglich gewesen. Der kroatische Chef der Nationalbank sagt dazu aus.

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Klagenfurt - Wie die Politik grenzüberschreitend beim Verkauf der Hypo Alpe Adria an die Bayern und deren höchst umstrittenen Kroatiengeschäften mitgemischt hat, könnte bald den Kärntner Untersuchungsausschuss beschäftigen. Zeljko Rohatinski, Nationalbankgouverneur der Republik Kroatien, hat sich nach einem Besuch des grünen Ausschuss-Vorsitzenden Rolf Holub gemeinsam mit dem grünen Nationalratsabgeordneten Peter Pilz bereit erklärt, nun doch auszusagen. Rohatinski wird zwar nicht persönlich erscheinen, dafür aber einen umfassenden schriftlichen Fragenkatalog beantworten.

Hypo-Übernahme blockiert

Rohatinski hatte den Übernahmeprozess der Hypo an die Bayern LB zunächst blockiert, auf politischen Druck des damaligen Premiers Ivo Sanader letztlich jedoch zugestimmt. Der Übernahme mussten sämtliche Notenbanken, in denen die Hypo geschäftlich tätig war, zustimmen. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber wiederum soll sich bei Sanader intensiv darum bemüht haben, dass der Hypo-Deal zustande kam, und damit gedroht haben, den Kroaten ihr Wohlwollen für die EU-Beitrittsverhandlungen zu entziehen.

Sanader ist heute selbst in seinem Heimatland in Korruptionsvorwürfe verstrickt, er soll für die Vermittlung eines Hypo-Kredites Geld bekommen haben, was er wiederholt zurückgewiesen hat. Sanader soll gemeinsam mit dem Ex-General und späteren Immobilienpartner der Hypo Alpe Adria Vladimir Zagorec und Minoslav Paviæ (trat später als einer der Käufer der Hypo Consultants Gruppe auf) einer der Emissäre der Tudjmann-Partei gewesen sein, die deren Schwarzgeld auf 77 Auslandskonten - darunter auch bei und über die Hypo Alpe Adria - angelegt haben. Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer soll dabei Türöffner bei Sanader gewesen sein, sein Vorstandskollege Günter Striedinger bei Zagorec.

"Uns geht es darum, auch das Netzwerk zwischen Politik und Bank aufzuzeigen", sagt der Ausschussvorsitzende Rolf Holub im Gespräch mit dem Standard. Es gäbe zwei Seiten, jene der Bank und die politische Seite. Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer habe die wirtschaftlichen Türen geöffnet, Jörg Haider die politischen. Auch der Kriegsverbrecher Branimir Glavas konnte prächtige Geschäfte mit der Hypo machen. So soll ihm diese eine Wohnung um 280.000 Euro abgekauft haben, die Glavas zuvor vom kroatischen Staat um einen Bruchteil dessen erworben hatte. Glavas soll mehrmals mit dem Hypo-Learjet nach Klagenfurt eingeflogen worden sein und auch Jörg Haider besucht haben. Auch der Tudjmann-Berater Iviæ Pasaliæ soll über die Hypo einen 30-Mio.-Euro-Kredit für ein Einkaufszentrum erhalten haben, obwohl dieser niemals zuvor in diesem Geschäftszweig tätig war.

Holub und Pilz wollen sich auch die umstrittenen Hypo-Immobilien-Deals auf Istrien gemeinsam mit den damaligen lokalen Provinzpolitikern ansehen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 1.9.2010)

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17 Postings
adaschauher
18.09.2010 16:48
interessant dass jetzt der landeshauptmann jakovcic den saubermann mimt...

...wo er doch selbst mit seiner frau gut im geschaeft ist.

Schwalbe
08.09.2010 07:52

parteifinanzierungen offenlegen - subito! alles andere ist NICHT MEHR wählbar. der anspruch auf unschuldsvermutung ggn. den parteien ist definitiv verspielt.

Def. Izit
01.09.2010 14:30
Jaja "Systemrelevant", was immer damit gemeint ist.

mikromalist
 
01.09.2010 13:37
B-O: Die-Justiz-arbeitet-BESTENS ...

(zu Gunsten von Seilschaften, die ihre Staaten schamlos ausplündern dürfen?) .. wir-arbeiten-ruuuuuuuhhhhig-und-unaufgeregt .....

Stahl_____666
01.09.2010 10:26
.

Solange die SPÖ an der Macht ist, wird es nie eine Aufklärung der Bankenskandale geben. Nicht umsonst wird der Elsner seit Jahren mundtot gemacht.

El Rick
01.09.2010 11:05
?

Nur die SP ? Und was ist mit ÖVP, FPÖ, BZÖ ??

Anscheinend haben alle was zu verbergen. In Sachen Hypo würde ich vermuten, dass es vorrangig die Parteien, die dzt. in Kärnten koalieren, sind.

omesco
01.09.2010 09:07

Wer nicht an FPK Netzwerker glaubt soll sich die Entscheidungen der letzten Wochen ansehen. Da wird der Kurzzeitinfrastrukturminister ,Weltraumexperte bei Stronach und abgefertigter Strabagvorstand Reichhold(Hendlbauer) neuer Aufsichtsrat bei den Klagenfurter Stadtwerken und was passiert? Kurz dannach bekommt die Firma seines Sohnes(auch er selbst ist beteiligt) einen Auftrag von den Stadtwerken. Gö do schaust!!

mulligan1
01.09.2010 08:49
wenn man gestern im ZDF "frontal 21" gesehen hat,

könnte einem das k.tzen kommen:
korrupte politik - hin bis zu steuber - das scheint unser "alltag" zu sein.
pfui teufel !

wann sitzen alle diese schwerv..brecher in Ö und D im knast ?????

Der strenge Meister Johann
01.09.2010 09:36
Das Image von AUT und Kärnten im Ausland!

http://www.zdf.de/ZDFmediat... ilo-Berlin

Der strenge Meister Johann
01.09.2010 09:49
Der strenge Meister Johann
01.09.2010 12:40
Der strenge Meister Johann
01.09.2010 09:34
Diese Frage stellen sich immer mehr Leute!

Es würde mich nicht überhaupt wundern, wenn jemand auf Bundesebene langsam Anzeigen gegen die StA Klagendorf einbringen würde!

Zivilgeselle
01.09.2010 11:33
Korruptionstheater in der Korruptionsoase

Es sollte nicht langsam sonder schnell gegen korrupte Staatsanwälte ermittelt werden. Die können sich ja mit "Dienstgesprächen" oder Karriereplänen zu rechtfertigen versuchen.

Es ist jedenfalls mehr als offensichtlich, dass die StA Klagenfurt von den Ortstafeln bis zum Birnbacher Honorar Politiker und deren Freunde nicht nach internationalen Korruptionsstandards und der österreichischen Rechtslage verfolgt hat.

Wer soll diese Staatsanwälte verfolgen ? Das unter "schiefer Optik" agierende Justizministerium etwa. Da würde sich die Katze in den Schwanz beißen.

Die Justizministerin agiert ungeniert, weil der Ruf ohnehin bereits ruiniert ist. Der Reformeifer in der Oase ist reine Show.

der einsager
31.08.2010 22:07
wer blockiert?

gibt es noch mächtige leute vom haider-clan?

Bergdolm
31.08.2010 23:30
Wer blockiert? Die ÖVP !!!

Bandion Ortner, Schüssel, Raiffeisen u. Co.

Die SPÖ schaut zu, weil sie auch Dreck am Stecken haben muss bei ihrem Verhalten.

Die ehemaligen Haider Buberln (Grasser, BZÖ, FPÖ, FPK) haben keine wirkliche Macht mehr, aber sie haben teilweise wahnsinnig viel Geld ergaunert. Deren Hauptsorge ist, dass sie nicht doch eingelocht werden.

Das Schreiben von "Tagebüchern" hat man als Art Lebensversicherung betrachtet - und sogar kultiviert.

Einsperren und enteignen wäre die einzig richtige Maßnahme.
Aber die ÖVP blockiert - und die SPÖ schaut dabei zu.

Der strenge Meister Johann
31.08.2010 19:22
Diese kleine Meldung ist eine Sensation!

Sie stellt den Unwillen der Staatsanwaltschaft bloß,
in dieser Sache effizient tätig zu sein.

Es müssen "Touristen" nach Kroatien reisen, um auf eigene Faust Recherchen anzustellen.

Was in der Meldung noch fehlt, ist, das die Kroaten auch zu Fragen der Parteifinanzierung etwas zu sagen hätten, aber von der StA Klagenfurt ein Antrag gestellt werden müsste, der nicht kommt!

Zivilgeselle
01.09.2010 11:42
korrupte Parteienfinanzierung

Jeder Beamte weiß, dass international illegale Parteienfinanzierung in Österreich legal ist obwohl wir die höchsten Parteiförderungen bezahlen.

Keiner dieser Beamten will - aus Karrieregründen - nachweisen, dass zwischen Geldkoffern und untreuen Handlungen ein Kausalzusammenhang bestehen könnte.

Jeder dieser Beamten weiß, dass derartige Ermittlungen von politisch besetzten Oberbehörden "genehmigt" werden müssten.

Korruption hat also in Österreich keinen Beamten zu interessieren.

Und wer sich nicht daran hält, der wird er zum "Rosenzüchten" hinausbefördert oder zum "weißen Elefanten" ernannt.

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