16.000 Schulanfänger und neue Ganztagsschulen in Wien

31. August 2010, 14:31
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Insgesamt rund 100 Standorte saniert - 1.400 Kinder in Vorschulklassen

Wien - Im Schuljahr 2010/11, das am 6. September beginnt, werden rund 82.000 Kinder die insgesamt 352 öffentlichen Pflichtschulen in Wien besuchen. 16.000 davon werden ihrem ersten Schultag entgegenfiebern. Diese Zahlen haben Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) und Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) am Dienstag in der Bürgermeisterpressekonferenz präsentiert. Ausgebaut wurde das Angebot an Ganztagsschulen, was von den Wienern bei der Volksbefragung im Winter mehrheitlich gewünscht worden war.

So startet am Campus "Gertrude Fröhlich-Sandner" am Gelände des früheren Nordbahnhofs eine 17-klassige Ganztagsvolksschule für 420 Kinder. Dazu kommt ein Kindergarten mit 250 Plätzen am selben Areal. Insgesamt wurden 38 Mio. Euro investiert. Auch an einem weiteren Standort, in der Vereinsgasse, wurde umgebaut bzw. erweitert und auf ganztägigen Betrieb umgestellt. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 4 Mio. Euro. Im AHS-Bereich starten an drei Standorten Ganztagesklassen.

29 Ganztagsschule

Ab Herbst gibt es in Wien somit 29 Pflichtschulen an denen von früh bis spät gelernt wird, sowie drei AHS mit Ganztagesbetrieb. Weitere entstehen unter anderem am Gelände des Hauptbahnhofes sowie in Ottakring. Gearbeitet wurde aber auch anderswo: Vor dem Beginn des kommenden Schuljahrs wurden laut Oxonitsch mehr als 100 Schulen Sanierungstätigkeiten durchgeführt.

Insgesamt enden in Wien kommende Woche für 200.000 Kids die Ferien. 52.300 der rund 82.000 Pflichtschüler werden sich in den 212 Volksschulen wiederfinden, 24.300 in den 93 Hauptschulen. 2.600 besuchen eine Sonderschule, 2.800 ein Polytechnikum. Bei 3.500 Kindern gibt es sonderpädagogischen Förderbedarf. Für sie wurden insgesamt 676 Integrationsklassen eingerichtet.

"1 plus 1 Fördermodell"

Fortgesetzt wird in Wien das "1 plus 1 Fördermodell" samt Einrichtung von Vorschulklassen. 105 davon wird es im kommenden Herbst geben. 1.400 Kinder sollen darin für den Regelunterricht fit gemacht werden. Kritik am Fördermodell kommt von den Wiener Grünen. In einer Aussendung bezeichnete Susanne Jerusalem diese Klassen als "Ghettoklassen". "Hier werden Sechsjährige bereits bei Schulantritt stigmatisiert", so Jerusalem. Sie vermutet, dass die Kindern in diesen Klassen vor allem aufgrund von Deutsch-Defizitien sitzen. Wenn dem so wäre, hätten sie aber das Recht, als außerordentliche Schüler bereits mit sechs Jahren in die Schule zugehen.  Jerusalem fordert statt dem Fördermodell zwei verpflichtende Kindergartenjahre und den Schuleintritt mit 6 Jahren für alle Kinder.

Demokratie Werkstatt

Ein neuer Schulversuch wurde für deutlich ältere Schüler eingerichtet: Für die Berufsschuljahrgänge wird eine Demokratie-Werkstatt angeboten, als eine Ergänzung zum Stoff der Politischen Bildung.

Apropos Politik: Schulstadtrat Oxonitsch hat sich über die Ankündigung der FPÖ erstaunt gezeigt, im Fall einer Regierungsbeteiligung 250 Euro Schulstartgeld pro Kind auszuzahlen. Wien fördere einen Schüler während dessen Laufbahn mit bis zu 390 Euro, etwa durch den Ankauf von Schulmaterialien, berichtete der Ressortchef. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wolle den Eltern offenbar 140 Euro wegnehmen, mutmaßte Oxonitsch. (APA)

 

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