Risikofaktor Höhe und Kälte

Untrainierte Wintersportler leben gefährlich

31. August 2010, 13:45
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    foto: rainer sturm/pixelio.de

    Regelmäßige körperliche Aktivtiät bereitet den Körper optimal für die Wintersaison vor.

Herzinfarkte treten vorwiegend in den ersten Tagen körperlicher Anstrengung ein - Mangelhafte Vorbereitung und Höhenlage gelten als Risikofaktoren

Innsbruck, Stockholm - Mangelhafte Vorbereitung auf die intensive körperliche Anstrengung, in Kombination mit den Auswirkungen der Höhenlage und den kalten Temperaturen führt bei Wintersport-Touristen zu einem Anstieg von Herzinfarkten, besonders in den ersten beiden Urlaubstagen. Das berichten Gert Klug und Bernhard Metzler von der Kardiologischen Abteilung der medizinischen Universität in Innsbruck auf dem Europäischen Kardiologen Kongress (28. August bis 1. September) in Stockholm. 

Die Innsbrucker Wissenschaftler untersuchten die Daten von mehr als 1.500 Patienten, die mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. 170 dieser Patienten, vorwiegend Deutsche und Niederländer, hatten während ihres Urlaubes einen Herzinfarkt erlitten - sie bildeten die Kerngruppe der Studie. Es zeigte sich, dass 56 Prozent der Herzinfarkte in den ersten beiden Tage anstrengender körperlicher Aktivitäten eintraten. Nur 19 Prozent der Betroffenen hatten eine bekannte Herzerkrankung in der Vorgeschichte. Mehr als die Hälfte der Patienten waren vor ihrem Urlaub körperlich weniger aktiv, als die Mindestempfehlungen der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) es vorsehen.

Mangelhafte Vorbereitung

Ein wesentlicher Risikofaktor dürften die hohe Höhenlagen sein: Im Durchschnitt fanden die Herzinfarkte auf einer Höhe von 1350 Meter statt. 70 Prozent der Infarktpatienten hatten zumindest zwei Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder überhöhtes Cholesterin.
Gert Klug, von der Inneren Medizin III an der Universitätsklinik Innsbruck und Hauptautor der Studie: „Die Tatsache, dass der Großteil der Herzinfarkte in einer frühen Phase des Urlaubs passierte, weist darauf hin, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen mangelnder Vorbereitung auf die große körperliche Anstrengung, die Berghöhe und die niedrigen Temperaturen gibt. Wir wissen aus früheren Studien, dass jeder dieser Faktoren einen Herzinfarkt auslösen kann." Der Kardiologe empfiehlt Urlaubern daher, sich auf den Wintersport-Urlaub mit regelmäßiger körperlicher Aktivität vorzubereiten. Am Urlaubsort sollten die körperlichen Aktivitäten allmählich gesteigert werden, um das Infarkt-Risiko zu reduzieren. (red)

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11 Postings
Ibsen
00
Bin nach den Sommerferien nur in die Schule gegangen...

...und schon bin ich total krank... Halsweh, Husten, Schnupfen und so ein Kopf... Untrainierte leben wirklich gefährlich...

eisy57
02
Wieso hat der Kardiologen Kongress...

... nicht in den Alpen stattgefunden, wollte man kein Risiko eingehen ;-) ?

mane orlando santiago de aranjuez
00
"Ein wesentlicher Risikofaktor ...

dürften die hohe Höhenlagen sein: Im Durchschnitt fanden die Herzinfarkte auf einer Höhe von 1350 Meter statt."
No na, Wintersport-Urlaub findet nun mal "überdurchschnittlich" häufig in den Bergen statt. Interessant wäre herauszufinden, ob auf einer Höhenlage, vergleichbar zum Wohnort, und bei sportlicher Aktivität im Freien bei "kaltem Wetter" signifikant weniger Herzinfarktfälle auftreten.

bravorauch
02

schlechte nachricht für rainer schönfelder...

gewuerznelke
00
31.8.2010, 22:59
Untrainierte

Sommersportler übrigens auch

lolomatic
00
31.8.2010, 17:07
Kalte Temperaturen

Wie sehr Gewöhnung notwendig ist habe ich selber vor ein paar Jahren bemerkt:

Das erste Mal im Winter Laufen oder schnell Radfahren: Die kalte Luft schmerzt einfach überall so dass es kaum möglich ist schnell zu atmen.

Seit ich das regelmässig auch im Winter mache: Von der kalten Luft bekomm ich eigentlich garnichts mehr mit.

erich1963
02
31.8.2010, 16:08
DER Hauptrisikofaktor liegt meiner Ansicht darin, dass...

...viele Urlauber ihren Leistungsanspruch, den sie tagtäglich im Beruf an sich stellen, im Urlaub nicht ablegen können/wollen. Wer die Abfahrt XY nicht so oft gefahren ist, gehört ihrer Ansicht nach zum alten Eisen.
Die Liftgesellschaften tragen das Ihre dazu bei: Viele Schigebiete bieten als " gutgemeintes Service" an, sich die gefahrenen Höhenmeter am Ende des Tages auszudrucken. Das trägt sicher nicht zu einem entspannten Urlaubsverhalten bei.

natoll
00

zumindest ein bisserl eigenverantwortung sollte der mensch noch haben. wenn nicht, auch gut, die evolution wird dafür sorgen.

Nadann Weitweg
00
31.8.2010, 14:10

eigentlich logisch - aber werden die Urlauber ihr Verhalten aendern?

natoll
00
31.8.2010, 14:22

wohl kaum. statt dessen einen obstler mehr.

poldi schoenus
00
ist immer

gut

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