Weniger Tote im Straßenverkehr

31. August 2010, 13:34
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Rückgang in Tirol, Salzburg und der Steiermark

Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Österreichs Straßen ist weiter rückläufig. Vom 1. Juli bis zum 29. August starben 120 Personen bei Verkehrsunfällen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 130 Personen, wie es aus dem Innenministerium hieß. Hauptursache blieb den Sicht-, Fahrbahn- und Verkehrsverhältnissen nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit. Zu den Hauptrisikogruppen zählen junge Erwachsene und ältere Verkehrsteilnehmer.

Traditionell sind in den Ferienmonaten besonders viele Menschen auf den Straßen unterwegs, ob nun zu Fuß, mit dem Fahrrad, Motorrad oder Auto. Dadurch entsteht auch ein größeres Unfallrisiko. Während im gesamten Jahr 2010 bisher durchschnittlich 10,7 (2009: 12) Verkehrstote pro Kalenderwoche zu verzeichnen waren, stieg die Zahl im Juli und August auf 13,8 (2009: 15) Verunglückte an. Überdurchschnittlich viele Verkehrstote gab es im Süden und Westen zu Ferienbeginn, sowie Anfang und Mitte August. Besonders der Urlaubsaufbruch am Wochenende schlägt sich in der Unfallbilanz negativ nieder.

Ein positiver Trend war in Tirol zu verzeichnen, wo die Zahl der getöteten Personen von 19 im Jahr 2009 auf sieben (2010) absank. Ähnliche Tendenzen waren in der Steiermark zu vernehmen, wo es nur noch 16 (2009: 25) Verkehrstote gab. Ebenso verunglückten nur noch fünf (2009: 14) Menschen in Salzburg. Den stärksten Anstieg gab es im Burgenland. Dort gab es im Vorjahr nur vier Verkehrstote, heuer allerdings neun. Die Anzahl der Verkehrstoten in den anderen Bundesländern stieg leicht. Othmar Bruckner vom Verkehrsdienst im Innenministerium erklärte die Schwankungen mit den tragischen Einzelschicksalen. "Ein schwerer Unfall kann wegen einer Kleinigkeit in jedem Bundesland zustande kommen", betonte Bruckner.

Nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit als Hauptgrund für Unfälle

Die Hauptunfallursachen für tödliche Verkehrsunfälle sind auch in den Sommermonaten die den Sicht-, Fahrbahn- und Verkehrsverhältnissen nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (35 Prozent), Vorrangverletzungen (14 Prozent), Unachtsamkeit und Überholen (jeweils elf Prozent). Übermüdung und Alkohol (jeweils fünf Prozent) sowie das Fehlverhalten von Fußgängern mit vier Prozent spielen eine geringere Ursache als Unfallgrund. Die Prozentsätze vom Sommer 2009 wiesen praktisch idente Prozentsätze auf.

Knapp die Hälfte aller Getöteten in den Ferienwochen, 58 Personen im Vergleich zu 56 im Vergleichszeitraum, waren Pkw-Lenker oder Insassen. Die zweitgrößte Gruppe bildeten anders als im Gesamtjahr die Motorradfahrer mit etwa 20 Prozent und somit 25 Personen (2009: 36). Gefolgt von Fußgängern mit etwa zehn Prozent und 13 Personen (2009: 12), die im ganzen Jahr an zweiter Stelle rangieren. Der Anteil der verunglückten Radfahrer konnte sich im Vergleich zum Vorjahr von zwölf auf sechs halbieren.

Junge Erwachesen und ältere Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind junge Erwachsene bis 29 Jahren und ältere Verkehrsteilnehmer über 60 Jahren. Bei den Motorradfahrer lässt sich auch die mittlere Altersgruppe zwischen 20 und 50 Jahren als besonders gefährdet hervorheben. Allerdings zeige sich bereits, dass ein Großteil der Unfallrückgänge im Straßenverkehr auf vorsichtigere jugendlichen Pkw-Lenkern zurückzuführen sei. "Eine große Herausforderung für den Gesetzgeber wird wegen der demografischen Entwicklung vor allem die ältere Generation werden", prognostizierte Bruckner.

Insgesamt ist die Anzahl der Verkehrstoten heuer rückläufig. Vom 1. Jänner bis zum 29. August gab es in diesem Jahr auf Österreichs Straßen 365 Verkehrstote, wobei hier noch die 30-Tage-Frist zu berücksichtigen ist. Die endgültigen Zahlen der Vergleichszeitraume lagen in den vergangenen Jahren wesentlich höher. So waren es 2009 417 Tote, 2008 439 Verunglückte und 2007 462 Verkehrsopfer. (APA)

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