Bei Ottakringer sprudelte vor allem das Mineral

31. August 2010, 13:11
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Der Getränkeriese verkaufte im Halbjahr zwar weniger Bier, konnte dank der Konsolidierung von Vöslauer aber bei Gewinn und Umsatz zulegen

Wien - Der börsenotierte Getränkreriese Ottakringer hat im ersten Halbjahr 2010 dank Konsolidierung des Mineralwasserkonzerns Vöslauer im Herbst 2009 einen Umsatz- und Gewinnsprung erzielt. In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Ottakringer Brauerei AG dennoch weniger Bier verkauft, die Vöslauer Mineralwasser AG konnte dafür ihren Mineralwasser- und Limonadenabsatz mengenmäßig steigern. Im Gesamtjahr will der Konzern trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des "harten Wettbewerbs" organisch leicht wachsen. Heuer sind außerdem noch weitere Zukäufe geplant, wurde im heute, Dienstag, veröffentlichten Halbjahresbericht bekräftigt.

Die Umsatzerlöse des Wiener Getränkeunternehmens (Ottakringer Getränke AG) verdoppelten sich im ersten Halbjahr von 40,3 auf 80,4 Mio. Euro. Der darin enthaltene Umsatzanteil der Vöslauer AG wird mit 40,7 Mio. Euro ausgewiesen. Das Betriebsergebnis schnellte von 1,7 auf 5,7 Mio. Euro nach oben - Vöslauer steuerte 3,3 Mio. Euro bei. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verbesserte sich von 2,0 auf 6,0 Mio. Euro. Unterm Strich blieben Ottakringer 4,6 nach 1,6 Mio. Euro.

Nach starken Rückgängen im Jahr 2009 habe sich der österreichische Biermarkt heuer stabilisiert, der Mineralwassermarkt sei leicht gewachsen, so das Unternehmen.

Setzen auf Südeuropa

Die Ottakringer Brauerei AG hat im Inland von Jänner bis Juni 291.133 Hektoliter Bier verkauft, um 1,5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Im zweiten Quartal legte der Inlandsbierverkauf um 1,4 Prozent zu. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus, 2010 sollten daher die Verkaufszahlen auf dem Vorjahresniveau zu liegen kommen. Der Bierexport brach um 12,6 Prozent auf 9.096 Hektoliter ein. Bei den alkoholfreien Getränken gab es dank Stabilisierung des Gastronomiebereichs ein Plus von 1,5 Prozent auf 60.834 Hektoliter. Insgesamt ist der Absatz der Ottakringer Brauerei AG somit um 1,4 Prozent auf 361.063 Hektoliter zurückgegangen.

Die Vöslauer Mineralwasser AG verkaufte hingegen um 4,9 Prozent mehr (1,36 Mio. Hektoliter). Besonders angezogen hat der Verkauf von Mineralwasser mit Geschmack ("Balance") und Limonaden (+15,3 Prozent auf 310.353 Hektoliter). An gewöhnlichem Mineralwasser brachte Vöslauer im Inland um 2,0 Prozent (1,01 Mio. Hektoliter) und im Ausland um 5,9 Prozent (34.806 Hektoliter) mehr an.

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand belief sich im ersten Halbjahr auf 368 (Ultimo 2009: 363) Personen.

Wegen der Vöslauer-Konsolidierung wird der Ottakringer Konzern heuer höhere Umsätze und Ergebnisse erzielen, heißt es. Die Vermögens- und Ertragslage werde sich stabil entwickeln. Der Handelskonzentration am österreichischen Markt will Ottakringer mit einer Verstärkung der Exportaktivitäten sowie mittels "neuen strategischen Partnerschaften" gegensteuern. Zu den geplanten Zukäufen wurden im Halbjahresbericht keine Details genannt. Ottakringer-Boss Sigi Menz hatte bereits im Mai in einem Interview sein Interesse an Mineralwasserfirmen in Südeuropa bekundet. Im Bierbereich zieht es die Wiener eher nach Südosteuropa, etwa Serbien oder Albanien, wie Menz damals sagte. (APA)

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