Sommer verabschiedet sich mit Schnee

31. August 2010, 13:11
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Schneefallgrenze sank teilweise bis auf 1.500 Meter Seehöhe - Winterliche Bedingungen auf den Straßen

Der Sommer hat sich am Dienstag mit einem Kälteeinbruch und Schneefall ab 1.200 Metern Höhe aus Österreich verabschiedet. Laut ÖAMTC herrschten auf vielen höhergelegenen Straßen winterliche Bedingungen. So bestand am Dienstag auf der Arlberg-Straße zwischen Langen und dem Tiroler St. Anton Schneekettenpflicht für Lkw. Ebenfalls Winterausrüstung war für die Silvretta-Straße zwischen Partenen (Montafon) und Galtür (Tirol) nötig.

Vielerorts steht am Wochenende der traditionelle Almabtrieb an, in einigen Regionen wurden die Tiere wegen des Kälteeinbruchs aber bereits jetzt in tiefere Lagen gebracht. Laut ZAMG werden steigende Temperaturen ab Mittwoch den Wetterspuk rasch beenden. "In den Tiroler Nordalpen sind bis zu 60 Zentimenter Neuschnee gefallen, selbst in den Tallagen wie in Hochfilzen zwischen Salzburg und Tirol schneite es.", sagt Stefan Eisenbach, Meteorolge beim Wetterdienst Ubimet. In Tirol forderte der frühe Wintereinbruch ein Todesopfer, eine Gruppe Alpinisten wurde von Schneetreiben überrascht, mehr dazu hier.

Vorarlberg

In Vorarlberg präsentierte sich das Hochgebirge mit Schneedecke, bis zum Dienstagabend könnten laut ZAMG in großen Höhen weitere 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Die Schneefallgrenze sank teilweise bis auf 1.500 Meter Seehöhe. Solche Schneemengen kämen zwar nicht jedes Jahr vor, ungewöhnlich seien sie jedoch nicht, hieß es.

Kärnten

In Kärnten hat es in den vergangenen Stunden vornehmlich in den Hohen Tauern geschneit. Zwar habe es bis auf eine Seehöhe von etwa 1.400 Meter herab kurz geschneit, größere Mengen kamen aber nur in Höhenlagen über 2.000 Meter zusammen, sagte der Klagenfurter ZAMG-Meteorologe Paul Rainer am Dienstag auf Anfrage der APA. Am meisten Schnee wurde mit 40 Zentimetern beim 3.106 Meter hoch gelegenen Sonnblick-Observatorium gemessen. Bei der Hagener Hütte (Gemeinde Mallnitz, Bezirk Spittal) in 2.446 Metern Höhe in den Niederen Tauern fielen 25 Zentimeter. Im Kärntner Zentralraum auf der Villacher Alpe (2.166 Meter) wurden in der Früh lediglich vier Zentimeter Schnee registriert.

Salzburg

Im Bundesland Salzburg hat es in einigen Tälern bereits ab 1.200 Meter geschneit - die Berge waren leicht angezuckert. In rund 2.000 Metern gab es einen Neuschnee von 30 bis 50 Zentimeter, teilte Bernhard Niedermoser von der Wetterdienststelle Salzburg mit. Besonders betroffen waren die Leoganger und Loferer Steinberge, das Tennengebirge und die Tauern. Heute Abend soll aber Schluss sein, dann wird in eine Hochdruckrandlage in unser Land reichen, und es wird veränderlich mit ca. 20 Grad.

Steiermark

Neuschnee hat es bereits am Montag auf einigen höher gelegenen Bergstraßen der Steiermark geben, der aber nicht wirklich für Behinderungen sorgte. Lediglich - und fast schon traditionell zum Sommerende - wurde die L704, die Verbindung vom Ennstal über den 1.788 Meter hoch gelegenen Sölkpass in das Murtal in der Obersteiermark gesperrt. Die Schneefallgrenze lag in der oberen Steiermark zwischen 1.800 und 1.900 Meter Seehöhe. Angezuckert waren die Gipfel rund um die Skigebiete Turracher Höhe, die Bergstationen von Hauser Kaibling, Planai, und Hochwurzen im obersteirischen Ennstal, auf Riesneralm und Planneralm sowie im Gesäuse. Einen kräftigeren Schneezuwachs von einigen Zentimetern gab es am Dachsteingletscher.

Leicht "angezuckert" waren Mittwoch früh auch Berge über 1.500 Meter in Niederösterreich, wie Schneeberg, Ötscher und Hochkar. Auf der Rax gab es rund zwei Zentimeter Neuschnee. Straßen waren aber nicht betroffen.  

Morgenfrost möglich

Zwar wird es Laufe dieser Woche wieder freundlicher, die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich jedoch nur noch um 20 Grad. "In einigen Alpentälern, wie im Defereggen oder im Tiroler Seefeld ist in den kommenden Tagen sogar schon mit den ersten Morgenfrösten zu rechnen.", erklärt Eisenbach. Generell war der August kalt und verregnet. "In Bezug auf die Niederschlagsmenge zählt dieser Monat zu den fünf niederschlagsreichsten der rund 150-jährigen Messreihe. Die Temperaturen lagen in Österreich meist um den vieljährigen Mittelwert, wobei es tendenziell im Westen etwas zu kühl und im Süden etwas zu warm war", hieß es in einer Aussendung der ZAMG auf der Hohen Warte in Wien. (APA/red)

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    Schneefälle auf der Weide in Warth im Bregenzerwald.

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    Auch die Berge rund um Obertauern in Salzburg präsentieren sich winterweiß.

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    Dichtes Schneegestöber auf 1790 m Seehöhe am Sölkpaß in der Steiermark.

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