Federer zieht den Argentinier Brian Dabul ab

31. August 2010, 11:18
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Auch Clijsters, Williams, Roddick locker weiter - Hewitt out, Gonzalez fürchtet wegen Knieverletzung um Karriere

New York - Roger Federer hat seine Jagd auf US-Open-Titel Nummer 6 am Montagabend (Ortszeit) in der Night Session ganz nach seinem Geschmack begonnen. Der 29-jährige Schweizer, der zuletzt sechs Mal en suite im Finale von Flushing Meadows stand und nur 2009 verlor, fertigte den Argentinier Brian Dabul in nur 93 Minuten mit 6:1,6:4,6:2 ab. Er zeigte dabei auch wieder einen seiner genialen Schläge - einen zwischen den Beinen gespielten Winner - gegen seinen staunenden Gegner.

"Ich denke, das war ein guter Start", meinte Federer spätabends. Einmal mehr hat er sich gerade unter dem Flutlicht des Arthur-Ashe-Stadions als perfekter Entertainer bewiesen. "Offenbar habe ich die Erfahrung unter Druck vor so vielen Leuten zu spielen und das kann ich zu meinem Vorteil nützen. Ich habe es immer geliebt, hier rauszugehen", sagte Federer, der sich mit diesem Sieg als zweiter Spieler nach Rafael Nadal vorzeitig seinen Startplatz beim ATP-World-Tour-Finale in London gesichert hat.

Sein neuerlich Kunstschuss zwischen den Beinen war großes Thema bei der Pressekonferenz und schon bald kam auch sein Wilhelm-Tell-ähnlicher Schlag in einem Werbespot ins Gerede, wo er (offensichtlich nicht wirklich-Anm.) jemandem eine Dose vom Kopf schießt. "Eines kann ich Euch sagen: Solche Schläge auf einem Center Court sind vor 22.000 Leuten viel schwerer als das, was ich in dem Gillette-Spot getan habe." Federer will es aber offen lassen, ob jener Schlag im Spot real war.

Bereits zuvor hatten sich auch fast alle anderen Favoriten klar durchgesetzt: Titelverteidigerin Kim Clijsters sowie die beiden US-Amerikaner Venus Williams bzw. Andy Roddick hatten mit ihren ersten Gegnern durchwegs keine Mühe. Für einen früheren Champion, den als Nummer 32 gesetzten Australier Lleyton Hewitt, kam hingegen das frühe Aus.

Der Sieger von 2001, der zwischen 2000 und 2006 hier immer zumindest im Viertelfinale gestanden war, musste sich dem Franzosen Paul-Henri Mathieu nach 3:39 Stunden mit 3:6,4:6,7:5,6:4,1:6 beugen. "Ich glaube immer noch daran, dass ich mich noch verbessern kann", meinte der Australier fast trotzig. "Wenn ich mein bestes Tennis spiele wie in Halle (als er im Juni u.a. Roger Federer geschlagen und den Titel geholt hat-Anm.), kann ich immer noch mit jedem mithalten."

Seine frühere Freundin, Kim Clijsters, hat hingegen einen guten Start in ihre Titelverteidigung hingelegt. Lediglich im zweiten Satz ließ sie in einer Phase mangelnder Konzentration die Zügel etwas schleifen. Der 6:0,7:5-Sieg über die Ungarin Greta Arn war dennoch völlig ungefährdet.

Im Gegensatz zu ihrem ersten US-Open-Titel 2005, als sie im Jahr darauf wegen einer Handgelenksverletzung nicht hatte antreten können, ist sie diesmal für eine erfolgreiche Verteidigung des Vorjahrs-Lorbeers angetreten. Clijsters hatte 2009 ein Sportmärchen wahr gemacht, als sie nach ihrer Rückkehr als Mama mit ihrer kleinen Tochter auf dem Platz den Triumph feierte.

Für die größten US-Hoffnungen waren es kurze Arbeitstage. Roddick ließ dem Franzosen Stephane Robert beim 6:3,6:2,6:2 an seinem 28. Geburtstag keine Chance, auch Venus Williams hatte mit der Italienerin Roberta Vinci beim 6:4,6:1 kaum Mühe.

Ihren für sie wohl größten Auftritt an diesem Abend hatte sie nach der Eröffnungsfeier der Abendsession. Nachdem Martina Navratilova, die derzeit einen Kampf gegen Brustkrebs absolvieren muss, auf dem Platz eine Rede gehalten und Gloria Estefan ihren Hit "Reach" gesungen hatte, kam Venus ins Scheinwerferlicht - im schimmernden schwarzen Cocktail-Kleid.

Neben Hewitt war nur noch die Aufgabe von Fernando Gonzalez, dem Finalisten der Australian Open 2007, unerwartet. Der Chilene musste gegen den Kroaten Ivan Dodig wegen einer bereits länger bestehenden Knieverletzung aufgeben. Und er ist ernsthaft um seine Karriere besorgt. "Ich denke noch nicht an Rücktritt, aber ich habe wirklich schlechte sechs Monate hinter mir. Ich mache mir Sorgen und ich werde sehen, was passiert", gestand er. Die Verletzung plagt den dreifachen Olympiamedaillengewinner schon seit Wimbledon.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Federers Kunststoß.

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