Solarium-Verbot

Schluss mit künstlicher Bräune

31. August 2010, 11:21
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    foto: apa/armin weigel

    Alternativ zur Bräune im Solarium bietet sich den Jugendlichen der Selbstbräuner an.

Ab 1. September dürfen Minderjährige kein UV-Licht aus der Konserve konsumieren

Wien - Die heimische Politik verordnet den unter 18-Jährigen noble Blässe. Die Übergangsfrist in Sachen Sonnenbank-Verbot für Jugendliche ist nun abgelaufen. Ab heute, Mittwoch, tritt das Solariumsverbot für unter 18-Jährige in Kraft. Ihnen ist es somit strikt untersagt, die UV-Farbe aus der Konserve zu konsumieren. Die Anbieter wiederum müssen dafür sorgen, dass kein Jugendlicher ihr Service in Anspruch nimmt, ansonsten drohen Geldstrafen.

Während Ärzte die Vorgangsweise enthusiastisch begrüßen, malen Branchenvertreter den Teufel an die Wand: Ausbaden müsse die Neuregelung das Solarium-Personal, meinte Solariumsbesitzer Johann Arsenovic. Vor allem in qualitativ hochwertigen und somit personalintensiven Studios werde es zu Kündigungen kommen. Gut geschulte Fachkräfte, die kompetent informieren, müssten um ihren Arbeitsplatz bangen.

Mediziner begrüßen Neuregelung

Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV), äußert sich durchwegs positiv zum aktuellen Schritt. Hubert Pehamberger von der Arbeitsgruppe Melanom und dermatologische Onkologie meinte: "Natürlich sind wir sehr froh darüber". Auch wenn man nicht erwarten könne, dass "es nun von heute auf morgen keine Melanome und Hautkrebs mehr gibt", rechnet der Fachmann vor allem mit positiven Langzeiteffekten. "Das Verbot ist eine sehr gute Prophylaxe und dient auch der Bewusstseinsbildung". Gebräunte Haut wird immer noch mit Frische, Gesundheit und Jugendlichkeit assoziiert - der Besuch auf der Sonnenbank bewirke allerdings sehr oft das Gegenteil.

Existenz der Solarium-Mitarbeiter bedroht

Ab nun müssen Solarienbetreiber, aber auch Hoteliers, Bad- und Fitnessstudio-Betreiber, die Bräunungsgeräte aufgestellt haben, sicherstellen, dass Jugendlichen der Zugang zu den Geräten verwehrt wird. Bei Nichteinhaltung der Verordnung bei einer Kontrolle der Gewerbebehörde drohen Geldstrafen bis zu 2.180 Euro. Branchenvertreter Arsenovic, selbst Herr über 50 Sonnenstudios, sieht die Existenz vieler Mitarbeiter in Gefahr. Er betonte, man habe ganz bewusst schon bisher auf die unter 16-jährige Kundschaft verzichtet. Jene zwei Prozent im Alter von 16 bis 18 Jahren habe man aktiv angeschrieben und über die neue Lage informiert. Ab 1. September werde man ausnahmslos alle, die jünger als 30 Jahre aussehen, kontrollieren und deren Ausweise kopieren. Alternativ zur UV-Bestrahlung biete man der jungen Klientel "Airbrush-Tanning" an - bei diesem Prozedere wird Selbstbräuner gleichmäßig über den gesamten Körper gesprayt. Optisch ist das Ergebnis ähnlich, es hält aber nicht so lang. Arsenovic bezweifelt, dass die Bräune aus der Spraydose auf Dauer die Umsätze retten kann.

Unbedarfte Jugend

Ein Teil der heimischen Jugendszene ist in Aufruhr. Handlungsbedarf sehen nur die wenigsten - Aufklärung und Vorsorge kommt aber besonders den Jüngsten zugute. Denn auch wenn wissenschaftlich längst mehrfach erwiesen ist, dass die künstliche Bräune Krebs hervorrufen kann, wollen viele Teenies nicht freiwillig darauf verzichten. Vernunft hält daher nur zu einem geringen Teil Einzug - die orange-ledrige Haut nach übermäßiger UV-Bestrahlung ist nur für wenige Teenager ein absolutes No-Go. Das Problembewusstsein scheint immer noch nicht vorhanden: Meist kommen Jugendliche aus anderen Gründen in Hautambulanzen. Die Hautschäden infolge UV-Strahlung werden oft mehr oder weniger zufällig entdeckt. 

Dabei ist das Märchen vom gesunden "Vorbräunen" längst mehrfach widerlegt. Das Solarium bereitet die Haut mitnichten auf die "echte Sonne" vor. Ganz im Gegenteil, je jugendlicher die Haut zum Zeitpunkt der Schädigung ist, umso gravierender sind die langfristigen Folgen.

Zugang nur mehr für Volljährige

Waltraud Kaserer, Sprecherin des Familienministeriums, das für das neue Gesetz verantwortlich ist, sieht die Vorbereitungen für die Umsetzung der Neuregelung auf gutem Weg. Eine besondere Herausforderung sind Selbstbedienungsgeräte, die vor allem in Bädern, Fitness-Centern oder Hotels zu finden sind. Bis dato funktionierten sie zum Teil mit Bargeld: Die Verantwortlichen müssen nun sicherstellen, dass nur volljährige Personen Zugang haben. Überprüft werden kann dies beispielsweise via Bankomatkarte, heißt es aus dem Büro von Minister Reinhold Mitterlehner.

Branchenkenner schätzen, dass rund ein Drittel der heimischen Sonnenstudios in ein bis zwei Jahren verschwunden sein wird. Wie viele Melanome oder Hautkrebsfälle in diesem Zeitraum verhindert werden können, ist bis dato schwer abzuschätzen. (APA/red))

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Posting 1 bis 25 von 41
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01052004
00
"Ab 1. September werde man ausnahmslos alle, die jünger als 30 Jahre aussehen"

also keinen der hardcore-bräuner...weil zu oft zu braungebrannt uralt macht...

Schnee von gestern
00

Könnte man das Verbot nicht auf den Hr. Petzner ausweiten?

A la recherche de la Nouvelle Star
00
"Gut geschulte Fachkräfte"

im Sonnenstudio?

Laughing Magician
00

werden halt mama und papa fürs sonnenstudio-mäderl oder -buberl zum geburtstag oder weihnachten eine sonnenbank für zuhause anschaffen, und die welt ist wieder in ordnung, und es wird gebräunt bis der arzt kommt.

Oida Na Ned Scho Wieda
00
Bam, fix oida.

Echt :(

Pete Bronski
00
aha

und volljährige dürfen hautkrebs bekommen?

system1
00
was ist eigentlich mit diesen taschengeräten

zur erkennung von falschgeld? die könnte man doch super als tanning-to-go vermarkten......

styliann
01

Also ich seh hier echtes Potential für ein UV-Mafia.

hed
65
31.8.2010, 22:07
es ist schon wirr was da so alles verordnet wird

aber wenn jeder der tabak raucht als kettenraucher abgestempelt wird (auch, wenn er nur 1 zigarette pro tag raucht), dann ist es logisch, dass jeder, der in solarium geht, als verkohltes toastbrot dargestellt wird. konsequenterweise muss nächstes jahr (rechtzeitig vor dem sommer) ein sonnenliege-verbot beschlossen werden.

dann noch das internet-surf-verbot, pornoverbot, glücksspielverbot, fernsehverbot, zucker-, fett-, alkoholkonsumationsverbot, sportverbot - alles schwer suchtgefährlich und gesundheitsschädigend.

arme welt

Unbedenklichkeitsbescheinigung
10

postingverbot

robert rittersmann
10

also lieber den Terror der Industrie + Werbung akzeptieren, als hin und wieder etwas verbieten, das als extrem schädlich erkannt worden ist?`

das wäre dann eine schöne Welt, man könnte sich Politiker ganz ersparen, weil die wenigen, die noch an die Menschen denken und die sich nicht bestechen lassen, dann sicher nichts mehr zu sagen hätten.

Birgit 68
00
22.9.2010, 17:20
So ein Blödsinn!

Wenn's denen wirklich um unsere Gesundheit ginge, dann hätten wir längst ein Rauchverbot!
Solarien in maßen genossen (nicht in Massen!) ist durchaus gesund. Vor allem in der sonnenarmen Jahreszeit, wo der Vitamin D-Spiegel gefährlich sinkt. Das ist schädlich!

sennowise
01
31.8.2010, 21:36

dafür darf man mit 16 schon wählen gehen. das ist ein skandal.

Mann40
01
31.8.2010, 15:21

ich sehe ein Netzwerk an "geheimen" Solarien für unter 18jährige entstehen...

trollvottel
00

An sonnigen Tagen gibt's den UV-Stoff angeblich in fast jedem Park in Wien! :-)

Birgit 68
00
22.9.2010, 17:23
Eben

Nur wenn man in der Übergangszeit mittags keine Zeit hat und in den Wintermonaten empfiehlt es sich, das Sonnendefizit im Solarium zu ersetzen.

Avicenna
 
43
31.8.2010, 15:18
Füttern sie ihren Krebs bitte woanders

Man muss ja auch nicht mit 17 schon so aussehen, als wäre man zu lange in der Mikrowelle gelegen und vergessen die Stop Taste zu drücken. Goldketterl, gezupfte und gefärbte Augenbrauen auch bei Männern incl. Aber das ist eine andere Geschichte. Wesentlich ernster ist die Tatsache, dass die Rate an Melanomen und anderen malignen Neubildungen der Haut explodiert ist und das ist nicht nur schlimm für die Betroffenen, sondern belastet das gesamte Gesundheitssystem unnötig.
Das tun allerdings auch Übergewicht, Adipositas, Diab. II, Gicht, Fast Food, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum.
Wir zahlen all die gesundheitlichen Folgen mit unseren Sozialversicherungsbeiträgen mit....

Birgit 68
00
22.9.2010, 17:28
...explodiert ist?

Das stimmt doch gar nicht! Das schwarze Melanom macht lediglich 10% aller Hautkrebsformen aus und die treten meistens an wenig exponierten Stellen auf. Ich halte das öfters für ein Vitamin D-Mangel-Symtom als für Zeichen von zu viel Sonne.

system1
00
und die ständig steigende zahl an knochenbrüchen

in den leidigen ski-orten nicht zu vergessen. und die herzinfarkte bei konzernbonzen. und und und.... sowas aber auch! ei der dautz!

Huffi
19
31.8.2010, 15:02

Rauchen ab 16 - Soli ab 18. Geil.

trollvottel
00

Lungenkrebs züchten ab 16, Hautkrebs züchten ab 18, ...

Birgit 68
00
23.9.2010, 08:36
Ganz so ist das nicht:

Die Sonne ist immer noch essentiell (lebensnotwendig) für uns, Das Rauchen hingegen nicht. Mag sein, dass Jugendliche noch nicht das richtige Maß einschätzen können und leicht über's Ziel schießen. Natürlich kann man das UV-Licht auch überdosieren, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass es für unsere Gesundheit aus mehreren Gründen essentiell ist. In den sonnenarmen Wintermonaten und teilweise auch in den Übergangszeiten ist ein moderater Solarienbesuch auf jeden Fall anzuraten! Rauchen hingegen ist nie gesund.

LSDBlue
05
31.8.2010, 14:26
"Es werden viele Arbeitsplaetze vernichtet"

Ich würd das eher geschützte Werkstätten nennen

Stahl_____666
013
31.8.2010, 14:19
.

Gut geschulte Fachkräfte :-)

Ein echter Schenkelklopfer.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
05
31.8.2010, 12:43
Arsen(ovic) und Kunstbräune

Zuerst lamentiert der Herr A. über Umsatzrückgänge und Kündigungen herum, und dann sagt er, dass es sich um 2% der Kundschaft handelt. Ist daher eher unter "Schmäh" einzureihen.
Wenn schon, dann hätte man diesen Unfug überhaupt total verbieten sollen!

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