Halbjahr: Bertelsmann fährt Viertel Milliarde Euro Gewinn ein

31. August 2010, 11:08
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Starke Erholung bei RTL Group sowie Gruner+Jahr

Frankfurt - Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat angesichts des Werbe-Booms seine Gewinnprognose angehoben. Konzernchef Hartmut Ostrowski rechnet nach der Rückkehr in die schwarzen Zahlen im ersten Halbjahr nun mit einem Jahresüberschuss von mehr als 500 Mio. Euro. Bisher hatte der Manager lediglich 400 bis 500 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Allerdings sei noch unsicher, wie das Werbegeschäft im wichtigen vierten Quartal laufen werde, merkte Ostrowski am Dienstag an. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrug der Nettogewinn 246 Mio. Euro nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 333 Mio. Euro zu Buche gestanden hatte. Der Umsatz zog in der ersten Jahreshälfte auf 7,4 von 7,1 Mrd. Euro an.

Insbesondere bei den von der Werbekonjunktur abhängigen Sparten wie dem Verlag Gruner + Jahr ("Stern", "Financial Times Deutschland") und der Fernsehgruppe RTL brummen die Geschäfte wieder. Der Gütersloher Konzern erlöst ein Viertel seiner Umsätze mit Reklame. Der Werbemarkt erholt sich nach dem heftigen Einbruch 2009, als die Ausgaben in Zeiten der Wirtschaftskrise noch um zehn bis zwanzig Prozent rückläufig waren. Auch bei den Konkurrenten ProSiebenSat.1 und Axel Springer hat der Aufschwung in den vergangenen Monaten für volle Kassen gesorgt.

Gut lief es Bertelsmann zufolge im ersten Halbjahr auch bei der Buch-Tochter Random House, die unter anderem die "Millennium"-Thriller von Stieg Larsson herausgibt. Wachstumstreiber sei das US-Geschäft gewesen. Zudem profitiere Random House davon, dass viele Buchliebhaber verstärkt auf elektronische Bücher setzten. Die Dienstleistungstochter Arvato kämpfte hingegen mit einem Gewinnrückgang und die Buchclub-Sparte Direct Group steckte sogar weiter in den roten Zahlen.

2009 hatte Bertelsmann wegen des Werbe- und Konjunktureinbruchs die Kosten um eine Mrd. Euro gedrückt, unter anderem durch den Abbau von 4.000 Arbeitsplätzen. Mittlerweile beschäftigt der Konzern weltweit 100.000 Leute, 2.500 weniger als vor sechs Monaten. (APA/Reuters)

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