Mehr Schulsport reduziert Herzrisiko

31. August 2010, 10:43

Sozial schwachen Kindern tut Schulsport besonders gut

Wien, Stockholm - Kinder und Jugendliche mit höherem Sozialstatus und Bildungsniveau sind weniger übergewichtig und fitter als ihre sozial schwächeren Alterskollegen. Schüler mit sozial schwächerem Hintergrund profitieren allerdings gesundheitlich mehr von zusätzlichem Schulsport, z.B. von einem Anheben der Schulsport-Stunden von zwei auf fünf pro Woche.

Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Leipzig (Studienleiterin Katharina Machalica, Universität Leipzig, Herzzentrum) mit 163 teilnehmenden Schülern und einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September) in Stockholm vorgestellt wurde. Die Kardiologen wollten wissen, ob sich zusätzlicher Schulsport an Gymnasien und Mittelschulen positiv auf die körperliche Leistungsfähigkeit und das Herzrisiko der Schüler auswirkt.

Ein Teil der Schüler besuchten ein Gymnasium, dessen Absolventen auf eine Universität überwechselten. Der andere Teil ging in eine Schule, deren Absolventen in der Regel nach dem Erhalt des Hauptschul-Zeugnisses das Bildungssystem verlassen. Untersuchungen zu Studienbeginn zeigten, dass Schüler mit niedrigerem Sozial- und Bildungsstatus generell einen höheren Body-Mass-Index (BMI), weniger fettfreies Gewebe, ein weniger gut entwickeltes Koordinationsvermögen und eine schlechtere Fitness aufwiesen als Ihre Altersgenossen aus höheren sozialökonomischen Schichten.

Aus eins mach fünf

Die Schüler der beiden Schulen wurden anschließend in je zwei Gruppen aufgeteilt: Während die Mitglieder der Kontrollgruppen weiterhin zwei Stunden pro Woche Sport betrieben, gab es in den „Interventionsgruppen" stattdessen fünf Stunden Schulsport. Fazit nach einem Jahr: Mitglieder der Interventionsgruppen konnten ihren BMI stärker verringern als die Kontrollgruppe, wobei Schüler mit schwächerem sozialökonomischem Hintergrund eine höhere Zunahme fettfreien Gewebes, eine stärkere Verbesserung ihres Koordinationsvermögens und ihrer Fitness zeigten als ihre Kollegen aus höheren sozialökonomischen Milieus.

„Es gibt starke Hinweise darauf, dass der sozioökonomische Status und das Bildungsniveau in einem Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-Risiko stehen. Familien mit niedrigem Sozialstatus und Bildungsniveau haben häufiger einen ungesunden Lebensstil, charakterisiert durch Rauchen, schlechte Ernährung und körperliche Inaktivität", so Thomas Stefenelli (Kaiserin Elisabeth Spital, Wien). „Die Studie zeigt, dass Interventionen in der Schule Kindern einen signifikanten Gesundheits-Nutzen bringen können. Es wird ein Grundstein gelegt, um späteren Herz-Kreislauf-Krankheiten vorzubeugen. Kinder mit einem schwächeren sozialen Hintergrund profitieren offenbar von zusätzlichem Schulsport besonders." (red)

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11 Postings
erich1963
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Die einzige nachgewiesen nachhaltige Maßnahme,..

....das Gewicht der SchülerInnen zu senken, und das ist ja ein Hauptgrund für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist das Entfernen der Colaautomaten in der Aula.

erich1963
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Ergänzung.

Während in Schulen, in denen attraktive Wasserspender aufgestellt sind, 18,7% der SchülerInnen übergewichtig sind, sind es in Cola-Automaten-Schulen 28,5%. ("Gesund bis der Arzt kommt", Ehgartner, S. 23)

poldi schoenus
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das mag zwar stimmen,

die Automaten kannst dafuer aber nicht verantwortlich machen

Fritz Meyer
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Und wo kommen die Wochenstunden dafür her?

Die unbequeme Wahrheit hätten's auch gleich noch sagen können: Sport ist nur ein Nebenfach und die Schulen bzw. Lehrer haben weder Zeit dafür, noch für eine bessere Betreuung und Förderung der Schüler insgesamt.

Da müssen's dann gar nicht extra darauf herumreiten, dass Sport gesund sein soll, denn das weiss eigentlich jeder.

jepp eh
00
31.8.2010, 23:55

ha! und wenns hundertmal einleuchtet, dass mehr sport besser ist, die nötigen lehrer stellens trotzdem net ein. aber der witz an der sache ist, sie verkaufens uns als sparmaßnahme (wieder am unnötigen personal gespart) oder schüler sollen weniger belastet werden durch stundenkürzung.
is aber im grunde eh wurscht, weil s eh nicht mehr genug junglehrer in dem fach gibt....

schade für jene, die um den erweiterten sportunterricht kommen.

accuser
01
31.8.2010, 22:33
Herzrisiko?

Ich glaube, ich hab schon ein Herz, was mach ich jetzt?

lemon juice
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31.8.2010, 17:55

Der Sportunterricht an Österreichs Schulen besteht zu 80% aus Fußball (bei den Jungen ist es zumindest so). Wer Fußball nicht mag, hat Pech gehabt und bekommt einen unnötigen 2er. Ich hasste deshalb diesen Unterricht und so wird es wohl vielen anderen auch gehen.

poldi schoenus
00
ging es vielen

so, waers nicht so. Auszerdem stimmt das "so" nicht. Volleyball, Basketball wird genauso gespielt u. wenn die lieben Kleinen turnen sollten, gaebe es jede Menge aerger mit den Eltern

Votaris
 
00
31.8.2010, 12:26
ich kann mich auch...

... erinnern, dass wir Schüler gerade nach dem Sportunterricht besonders konzentriert waren ;)

bei uns in bagdad
00
31.8.2010, 11:52
bewegung im sportverein

sport und bewegung ist der wichtigste faktor für ein gesundes heranwachsen der jugend. sinnvolle unterstützung des ehrenamtlich organisierten vereinssports wäre hier die sinnvollste und zugleich billigste lösung!

poldi schoenus
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scheitert schon

an der Kindersitzpflicht

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