Pakistan: Schon 17,6 Millionen Betroffene

31. August 2010, 11:58
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Mehr als 1600 Tote - Lage im Süden und Zentrum des Landes weiter dramatisch - 64 Prozent der benötigten Geldmittel vorhanden

Das OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs der UN) hat in seinem bislang letzten Statusbericht aus Pakistan die Zahl jener Menschen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, mit 17,6 Millionen beziffert. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 1667 gestiegen, rund 2600 Menschen wurden bisher verletzt und fast 1,25 Millionen Häuser zerstört.

Obwohl in vielen Gebieten des Landes die schweren Überschwemmungen mittlerweile zurückgehen, ist vor allem in der Provinz Sindh im Süden des Landes noch immer keine Entspannung in Sicht. Am schlimmsten ist die Situation im Mündungsgebiet des Indus (siehe Karte). Dort verhindert der zum Teil hohe Meeresspiegel einen schnellen Abfluss der Wassermassen in den Indischen Ozean.

Aus Berichten des Katastrophenmanagements der Provinz Sindh geht hervor, dass fast 900.000 Menschen in Camps und provisorischen Unterkünften untergebracht sind. Allerdings stammen diese Daten vom 28. August, wodurch die letzten Bevölkerungsbewegungen noch nicht berücksichtigt sind.

Auch in zentralen Landesteilen in der Provinz Balochistan ist die Lage weiterhin sehr dramatisch. Tausende Betroffene sind von der Hilfsversorgung abgeschnitten, zudem steigt die Zahl an Krankheiten, die durch das Hochwasser verursacht werden. An vorderster Stelle steht nun die Lokalisierung der vor den Fluten geflüchteten Bewohner sowie die Versorgung mit Nahrungsmittlen, Medikamenten und Hygieneartikeln.

Wetterentwicklung sorgt weiter für Gefahr

Das pakistanische Ministerium für Metereologie hat für die nächsten Tage heißes und feuchtes Wetter angekündigt, mit vereinzelten Gewittern und Regen in der nordöstlichen Provinz Punjab. Für die östlich davon gelegegene Provinz PAK (Pakistan-Administered Kashmir) sind leichte Monsunströme vorhergesagt. Dadurch wird der Hochwasserspiegel des Indus in den südlichen Gebieten auch weiterhin außerordentlich hoch bleiben - mit dem Risiko, dass tiefer gelegene Gebiete erneut überflutet werden können.

Wie das OCHA weiter mitteilt werden für die anfänglichen Hilfsprogramme (Pakistan Initial Floods Emergency Response Plan - PIFERP) insgesamt 459,7 Millionen US-Dollar (360 Millionen Euro) benötigt. Von dieser Summe seinen bisher 64 Prozent (292 Millionen US-Dollar bzw. 230 Millionen Euro) zugesagt bzw. zur Verfügung gestellt worden. (mob, derStandard.at, 31.8.2010)

  • Auf dieser Karte sind die schwer betroffenen Flutgebiete rot eingefärbt 
und die mäßig betroffenen gelb. Weitere Karten aus Pakistan gibt es hier.
    grafik: ocha

    Auf dieser Karte sind die schwer betroffenen Flutgebiete rot eingefärbt und die mäßig betroffenen gelb. Weitere Karten aus Pakistan gibt es hier.

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    In der Provinz Sindh im Süden des Landes sind immer noch tausende Menschen auf der Flucht vor den Fluten.

  • Fast 900.000 Betroffene sind allein in Sindh auf Camps und provisorische Unterkünfte angewiesen.
    foto: epa/rehan khan

    Fast 900.000 Betroffene sind allein in Sindh auf Camps und provisorische Unterkünfte angewiesen.

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