Südkorea bot Nordkorea Hilfe nach Überflutung an

31. August 2010, 09:43
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Hilfsgüter im Wert von etwa 6,6 Millionen Euro - Südkorea und die USA planen weiteres Militärmanöver

Seoul - Nach Überschwemmungen in Nordkorea hat Südkorea dem kommunistischen Nachbarland ungeachtet der erhöhten Spannungen zwischen beiden Seiten Hilfe angeboten. Der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband wolle Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter im Wert von zehn Milliarden Won (etwa 6,6 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Dienstag mit. Der Verband habe Nordkorea über das Angebot direkt informiert.

Nordkoreas Staatsmedien hatten vor etwa einer Woche berichtet, wegen Überflutungen im Grenzgebiet zu China hätten Tausende von Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Angaben über Tote gab es nicht.

Das Rote Kreuz in Südkorea hatte bereits in der vergangenen Woche grundsätzlich Soforthilfe angeboten. Es ist das erste derartige Angebot Südkoreas, seitdem sich die Spannungen wegen der Versenkung eines seiner Kriegsschiffe deutlich verschärft haben. Südkorea macht Nordkorea für den Untergang der Korvette "Cheonan" verantwortlich, bei dem im März 46 Seeleute getötet wurden. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung. Am Montag hatte die US-Regierung neue wirtschaftliche Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die Versenkung der "Cheonan".

Südkorea und die USA planen weiteres Militärmanöver

Ein Sprecher des Generalstabs in Seoul sagte derweil der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, dass Südkorea und die USA von Sonntag an erneut ein umfangreiches Militärmanöver zur Abwehr von U-Booten im Gelben Meer abhalten wollen. Die Übung werde vom 5. bis zum 9. September stattfinden.

Welche Kriegsschiffe an dem Manöver teilnehmen sollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Als Zugeständnis an China, das die Manöver im Gelben Meer mit Argwohn betrachtet, hatte das US-Militär bereits Mitte August angekündigt, dass der Flugzeugträger "USS George Washington" nicht an dem Manöver teilnehmen wird.

Das Manöver gehört zu einer Reihe von Militärübungen, die Südkorea seit dem Untergang des Kriegsschiffes "Cheonan" ansetzte. Seoul macht für den Vorfall, bei dem 46 südkoreanische Seeleute starben, Nordkorea verantwortlich. Eine internationale Untersuchung ergab, dass ein nordkoreanischer Torpedo den Untergang verursachte - was Pjöngjang energisch zurückweist. Als Signal der Abschreckung an Nordkorea hatten Südkorea und die USA bereits Mitte August und Ende Juli umfangreiche Militärmanöver abgehalten. (APA)

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