Dringender Hilfsappell der Übergangsregierung

30. August 2010, 19:37
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Präsident Sheikh Ahmed fordert Unterstützung im Kampf gegen islamistische Aufständische

Mogadischu - Somalias Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat die internationale Gemeinschaft in einem dringenden Appell aufgerufen, sein Land im Kampf gegen islamistische Aufständische zu unterstützen. Trotz "magerer Ressourcen" hätten die Truppen der somalischen Übergangsregierung strategisch wichtige Einrichtungen in der Hauptstadt Mogadischu "mutig" gegen die islamistische Shebab-Miliz verteidigt, erklärte Sharif am Montag.

Um aber "den Terroristen ernsthaft die Stirn zu bieten, benötigt die Regierung die Hilfe der internationalen Gemeinschaft". Da der Terrorismus sich zu "einer Bedrohung ohne Grenzen" entwickelt habe, erneuere seine Regierung ihren dringenden Hilfsappell, fügte der seit eineinhalb Jahren regierende Präsident hinzu.

Zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg

Sharif hob hervor, dass in seinem Land seit zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht. "Es ist kaum realistisch, von Somalia zu erwarten, dass es allein dem dämonischen Bündnis aus Shebab und Al-Kaida Einhalt gewährt, während das Land aus 20 Jahren der Zerstörung und des Chaos hervorgeht", erklärte der Übergangspräsident, der früher selbst ein Islamist war. Afghanistan, Pakistan und der Irak erhielten von der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Islamisten "beachtliche Hilfe in finanzieller Form, bei der Logistik und in Form gezielter Militäraktionen". Somalia bekomme solche Unterstützung nicht, obwohl es "einem ähnlichen, sogar mächtigerem Feind" gegenüber stehe, kritisierte Sharif.

Die Shebab-Miliz hatte vergangene Woche eine Offensive gegen die Regierungstruppen und die Soldaten der Friedensmission der Afrikanischen Union (AMISOM) gestartet und weiter an Boden gewonnen. Sie kontrolliert bereits den Großteil der somalischen Hauptstadt. Seit Sonntag wurden bei den Kämpfen nach Angaben von Rettungskräften und Behörden vom Montag mindestens sechs Zivilisten getötet und 16 weitere verletzt. Ein Shebab-Sprecher erklärte, die Miliz habe mehr als zehn Soldaten getötet.

Bei einem Mörsergranatenangriff auf einen AMISOM-Stützpunkt in Mogadischu wurden am Montag nach Angaben der Friedenstruppe vier Soldaten getötet. Acht weitere Soldaten seien verletzt worden, sagte AMISOM-Sprecher Ba-Hoku Barigye der Nachrichtenagentur AFP. Bei allen Opfern handelte es sich demnach um Ugander. (APA)

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