Zehn Prozent der diplomatischen Mitarbeiter werden entlassen

30. August 2010, 19:29
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Schließung von fünf Botschaften beschlossen - "Erwägen Schließung jeder Mission und Entlassung jedes einzelnen Mitarbeiters"

Prag - Der von der neuen tschechischen Regierung von Premier Petr Necas angekündigte Sparkurs macht auch vor dem Diplomatie-Ressort nicht Halt. Vizepremier und Außenminister Karl Schwarzenberg kündigte am heutigen Montag die Entlassung von mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter seines Ministeriums an. Mindestens 250 Leute sollen das Ressort mit rund 2.000 Mitarbeitern verlassen, sagte Schwarzenberg anlässlich der Jahreskonferenz der tschechischen Botschafter in Prag.

Bereits vergangene Woche hatte die tschechische Regierung die Schließung von fünf Botschaften - im Kongo (Kinshasa), Venezuela, Kenia, Jemen und Costa Rica - beschlossen. Außerdem werde das Generalkonsulat im indischen Mumbai geschlossen.

Kritik der Opposition

Obwohl dies die sozialdemokratische Opposition als einen Schritt gegen die Export-Interessen Tschechiens kritisierte, sagte Schwarzenberg am Montag weiters, die genannten Auslandsmissionen würden nicht die letzten sein, die man aufheben werde. "Wir erwägen wirklich gründlich die Schließung jeder Mission sowie die Entlassung jedes einzelnen Mitarbeiters", verteidigte der Außenminister den Sparkurs.

Mit einer Ansprache wandte sich an die Botschafter auch an Necas. Dabei sagte er, er werde der "am wenigsten ins Ausland reisende Premier" sein, weil er sich vor allem mit den innenpolitischen Reformen befassen wolle. Dies bedeute aber nicht, dass die Außenpolitik bzw. die europäische Politik nicht im Vordergrund stehen werde. Die tschechische Außenpolitik müsse konsistent sein und die Tschechische Republik müsse als ein berechenbarer und zuverlässiger Partner wahrgenommen werden, sagte Necas. (APA)

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