Kompromissvorschlag im Streit um Moscheebau in Manhattan

30. August 2010, 17:53
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Überkonfessionelle Begegnungsstätte könnte in Komplex integriert werden

New York - Eine New Yorker Gemeinderätin will den Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des nahe Ground Zero geplanten islamischen Gemeindezentrums schlichten. Eine überkonfessionelle Begegnungsstätte solle in den Komplex integriert werden, schlug Julie Menin vor, die für die Genehmigung des Baus gestimmt hatte. Ein solcher Ort für Christen, Muslime und Juden würde die Menschen näher zusammenbringen, schrieb sie in einem am Montag in der New Yorker Zeitung "Daily News" erschienenen Kommentar.

Dabei verwies Menin auf das Beispiel des Pentagons, wo nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine überkonfessionelle Kapelle eingerichtet wurde, um der Opfer zu gedenken.

Religionsfreiheit contra Opferbeleidigung

Der Streit über das geplante 13-stöckige Gemeindezentrum mitsamt Moschee entzweit die amerikanische Gesellschaft. Die Gegner betrachten den Bau, der mehrere Häuserblocks von Ground Zero entfernt entstehen soll, als Beleidigung für die Opfer der Terroranschläge, die von radikalen Islamisten verübt wurden. Die Befürworter berufen sich dagegen auf die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit.

Auf Ground Zero ist eine Gedenkstätte für die fast 3.000 Opfer des 11. September geplant. Unter anderem soll ein friedlicher, grüner Ort entstehen, der Besuchern und Angehörigen der Opfer von 9/11 Trost spenden soll. Die ersten von 400 geplanten Eichen wurden am Wochenende eingepflanzt. (APA/apn)

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