"Belo Monte unwürdiger Abschluss von Lulas Präsidentschaft"

30. August 2010, 17:25

Lunacek: "Entscheidung für Mega-Wasserkraftwerk muss mit europäischer Unterstützung rückgängig gemacht werden"

Alpbach - Mit seiner Entscheidung für das Mega-Wasserkraftwerk Belo Monte im Amazonasgebiet zieht Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva nach Ansicht der Grünen Europaabgeordneten Ulrike Lunacek "einen folgenschweren Schlussstrich unter seine zu Ende gehende Präsidentschaft". Der Bau von Belo Monte werde "fatale Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensgrundlage Tausender Indigener" haben, erklärte die außenpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen im Europaparlament in einer am Montag veröffentlichten Aussendung..

"Lula ignoriert damit die fundierten Proteste von Umweltschützern, MenschenrechtsaktivistInnen sowie Kirchenvertretern, also genau jenen Gruppen von Menschen, die ihn in sein Amt gebracht und große Hoffnungen in ihn gesetzt haben", betonte Lunacek.

Parlamentarische Anfrage

Sowohl die Grünen in Österreich als auch im Europäischen Parlament würden den von Lula unterzeichneten Konzessionsvertrag zum Bau des drittgrößten Wasserkraftwerks der Welt am Xingu-Fluss im brasilianischen Bundesstaat Pa veruteilen. Lunacek hat nach eigenen Angaben zu der Causa bereits eine parlamentarische Anfrage an den Europäischen Rat eingebracht.

Zentraler Punkt der Anfrage ist, dass frühere Ratspräsidentschaften die "Protect, Respect and Remedy" (Schutz, Respekt und Hilfe)-Leitlinien des UN-Sonderbeauftragten John Ruggie in einer Konferenz zur sozialen Verantwortung im November 2009 angenommen haben. "Diese Richtlinien müssen in den künftigen Beziehungen der EU mit Brasilien höchste Priorität haben", fordert Lunacek.

Die EU-Abgeordnete unterstützt auch "vorbehaltlos" das internationale Manifest gegen den Bau von Belo Monte, das in diesem Projekt einen "skandalösen Affront gegen die internationale Menschenrechtskonventionen, die brasilianische Gesetzgebung und die Verfassung des Landes" sieht.

Für die österreichische Ebene verlangt Lunacek, dass "die Kontrollbank keinesfalls staatliche Haftungen im Zusammenhang mit Belo Monte übernimmt". Die Beteiligung der österreichischen Firma Andritz AG an dieser energiewirtschaftlich unnötigen und für Umwelt wie Menschen in der Region katastrophalen Gigantomanie sei "die traurige Fortsetzung österreichischer Unternehmensbeteiligung, die beim türkischen Staudammprojekt Ilisu schon einmal gescheitert ist". (APA)

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19 Postings
echt witzig!
00

"Lula ignoriert damit die fundierten Proteste von Umweltschützern, MenschenrechtsaktivistInnen sowie Kirchenvertretern

NA UND?

viajero1
00

natürlich braucht brasilien energie, aber in einer solch empfindlichen region ein solches projekt durchzuziehen, macht wieder die brasilianischen verhältnisse deutlich, aber wie klimaforscher latif immer wieder betont, um selbst glaubwürdig gegen solche vorhaben zu demonstrieren, müssen wir erst mal an unserer eigenen glaubwürdigkeit arbeiten, nachdem ich selbst einige große staudammprojekte besucht habe (indien,kolumbien,mexiko) kann ich die bedenken nur bestätigen, die auswirkungen aus umwelt und sozialstrukturen vor ort stehen in keinem verhältnis zu den erwarteten ergebnissen, also mal lieber erstmal selbst anschauen, bevor hier wieder unkontrolliert gestichelt wird...

Der Neue Mensch
01
Den Grünen kann man es energiepolitisch offensichtlich nie recht machen

* Kohle-/Ölkraftwerke verursachen zu viel CO2
* Atomkraftwerke verursachen Radioaktivität
* Windkraftwerke verschandeln die Landschaft/stören Vogelflug
* Wasserkraftwerke brauchen viel Platz in der Landschaft, Menschen müssen ggf. umgesiedelt werden
* Erdwärme ist zu gefährlich

Bleiben nur noch Solarkraftwerke mit 1000%-igem Wirkungsgrad, sollte es ein Land wagen, auch noch etwas energieintensive Industrie zu betreiben.

Protagoras v. Abdera
10
Daher wohl auch die Forderungen nach Energiesparmaßnahmen sowie nach einer radikalen Wende der Lebensstile weg vom Konsumismus

Träume sind Schäume..
01
Jo mei

Grünen Wohlstandsbobos mag das ins Gesicht schlagen.
Der Strom kommt ja sowieso aus der Steckdose, oder nicht?

Selbstverständlich braucht Brasilien Stromkraftwerke, Wasserkraft ist sicher ÖKOLOGISCHER als Kohle zu verfeuern.

Beobachter zweiter Ordnung
00
31.8.2010, 17:13
Lula ist eine einzige Enttäuschung!

Wo ist die viel besungene lateinamerikanische linke Wende? Korrumpiert von den Konzernen oder durchgeknallt. Irgendwie hoffnungslos, diese Welt :-(((!

mistvieh666
 
01

die meisten menschen sind ueber einen guten job, funktionierende sozialstrukturen und eine boomende wirtschaft gluecklicher als ueber esoterische diskussionen ueber die korrekte applikation des marxismus leninismus.
und die anderen: auswandern nach nordkorea, wuerd ich empfehlen.

Malkaye
00
31.8.2010, 14:28
Lula...

der ist schon seit seinem wahlkampf und der aufgabe der aufnahme der prüfung der schulden in die verfassung verloren gegangen.

lediglich die venezuela-diplomatie sollte noch das linke antlitz bewahren.

Der Neue Mensch
11

Lula ist Sozialdemokrat und kein ultra-linker, pseudomarxistischer Spinner. Die Unterschiede im Wirtschaftswachstum zwischen Brasilien und Venezuela zeigen deutlich, welches System vorteilhafter ist.

Malkaye
00
10.9.2010, 01:49
lächerlich

brasilien ist mit südafrika das land mit der auseinander klaffendsten spanne zwischen arm und reich. außerdem hat brasilien demographisch wie geschichtlich einige vorteile gegenüber venezuela. dort werden nicht erst seit lula flugzeuge gebaut.

mistvieh666
 
00
31.8.2010, 02:28

brasilien produziert 83% seines stroms mit wasserkraft (oe 50%). 2001 gabs eine wasserkrise, aehnlich wie jetzt in venezuela, damals hat brasilien 19 neue gaskraftwerke gebaut.
belo monte mag umstritten sein und es ist ja erfreulich, dass die gruenen ab und zu auch ueber umwelschutz reden und nicht nur ueber die rechte von verbrechern. aber das kraftwerk wird 10% des stroms in brasilien produzieren.
gebraucht wird es vor allem fuer alluminium produktion und nicht zum teekochen in irgendwelchen doerfern. es wird behauptet, dass durch vermoderndes holz brasilianische wasserkraftwerke sehr viel methan produzieren und das deswegen sogar kohlekraftwerke umweltfreundlicher waeren.

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
01
30.8.2010, 23:46
also tschuldigung

brasilien ist gottseidank endlich auf dem weg aufwärts und raus aus der armut und unterentwicklung...dafür brauchts staudämme (oder kern/kohlekraftwerke).

mistvieh666
 
01
31.8.2010, 02:39

sie haben natuerlich recht.
aergerlich ist nur, dass hier, wie so oft, der durchaus legitime standpunkt der gruenen als objektiv hingestellt wird, was er einfach nicht ist.
vor vielen tausend jahren hat der standard damit werbung gemacht, dass er meinungen von berichten trennt. gut, das ist jetzt ja kein bericht ueber den belo monte damm, sondern ueber ein referat im forum alpbach. trotzdem.

Thomas Jandl
10
31.8.2010, 00:03

Genau. Aufwind. Die mit dem Geld brauchen mehr Strom, und die ohne Geld ... . Aber lassen wir das, der Lula ist ja kein Linker.

Halt! Der WAR doch ein Linker. Einer der sich fuer Minderheiten gegen den mammon stark gemacht hat.

Also Geld kann nicht alle immer korrumpieren, aber einen Lula manchmal.

flamengo e melhor clube do mundo
02
30.8.2010, 23:44
die neinsager

einen konkreten gegenvorschlag haben sie aber nicht,ich meine auser unsinn !!.

Michel Berger
01
30.8.2010, 23:36
Ja, die gute Frau Lunacek!

Eins hat hat ihr ihre südamerikanische LebensmenschIn offenbar vergessen zu erzählen - die Brasilianer sind längst nicht mehr auf ein paar Millionen der Kontrollbank angewiesen.

Brasilien hat heute im Gegensatz zu Österreich dank Rohstoffen und brummender Konjunktur einen satten Leistungsbilanzüberschuß und der Real wurde sogar aufgewertet.
Unsere Wirtschaftsfuzzies pilgern nach Brasilien und betteln um Aufträge beim Wasserkraftausbau, so z.B. VA-Tech und Andritz. Genau diesen im internationalen Vergleich kleinen österreichischen Betrieben hilft die Kontrollbank um überhaupt an Großaufträge zu kommen.

Die Aussagen von Frau Lunacek sind nicht mehr als die üblichen Nörgeleien aus der grünen Ecke.

limonade
03
30.8.2010, 20:40
so weit,so gut..

..aber dass kirchenvertreter und umweltaktivisten lula ins amt gebracht haetten,ist grober unfug

Leon Santillan
00
30.8.2010, 20:25

danke fuer diesen artikel. ohne frau lunacek, ich weiss nicht wo wir da waeren.

Advaita0
22
30.8.2010, 18:10
mit dem Geld hätte Lula dezentrale Solarzentren in jedes Dorf bauen können

aber da hat man die Bürger nicht im zentralen Griff.

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