Wetterkapriolen lassen Getreidepreise weiter steigen

30. August 2010, 17:16
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Wien/Hamburg - Die heftigen Regenfälle in Deutschland wirken sich zunehmend auf den Weizenpreis aus. Am größten deutschen Umschlagplatz in Hamburg war Brotweizen am Montag Händlern zufolge so teuer wie seit April 2008 nicht mehr.

Die September-Lieferung verteuerte sich am Kassamarkt um drei Euro auf 240 Euro pro Tonne. "Wir hatten jetzt für fast vier Wochen Dauerregen, und die Leute sind ernsthaft besorgt, dass die Qualität der Weizenernte gelitten hat", sagte ein Händler. "Es sieht so aus, als ob eine größere Menge als angenommen nur noch als Futtermittel für Tiere taugt und die Ernte kleiner ausfällt als gedacht", sagte ein anderer Marktteilnehmer. Die Weizenernte in Deutschland, dem zweitgrößten Produzenten der EU, habe in diesem Jahr zu spät angefangen. Sie leide neben den Regenfällen im August unter der vorangegangenen Hitze und Trockenheit im Juni und Juli. "Inwieweit sich das alles auf die Preise beim Bäcker auswirkt, bleibt aber abzuwarten", sagte von Schenck.

Das Agraraußenhandelsvolumen Österreichs ist zurückgegangen: Im Jahr 2009 betrug es 15,3 Mrd. Euro, 2008 waren es noch 16,5 Mrd. Dabei sanken die Exporte auf 7,2 (8,0) Mrd. Euro, die Importe auf 8,1 (8,5) Mrd. Euro, teilte die Statistik Austria mit. Der heimische Bedarf an Trinkmilch lässt sich zu 153 Prozent aus der Produktion im Inland abdecken, nicht so bei Eiern, Butter und Geflügel. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.8.2010)

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