"Tarzan"

Neu entdecktes Chamäleon wirbt für die gute Sache

30. August 2010 16:38
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    Foto: frank glaw

    Männliches Exemplar des Tarzan-Chamäleons mit ausgeprägter Stress-Färbung

Forscher: "Es kommt nur selten vor, dass neue Reptilienarten gefunden werden, die sich auf den ersten Blick als solche erkennen lassen"

Braunschweig - In den Regenwäldern Madagaskars hat ein Forscherteam eine bisher unbekannte Chamäleon-Art entdeckt. Calumma tarzan, so die gewählte Spezies-Bezeichnung, bewohnt ausschließlich die Regenwälder mittlerer Höhenlagen an Madagaskars Ostküste. Dieses Gebiet wurde bereits beinahe vollkommen entwaldet - übrig blieben lediglich winzig kleine Restbestände, deren Größe oftmals nicht mal der eines Fußballplatzes entspricht.

... und das ist auch der Grund für die griffige Namensgebung mit Anlehnung an den vom Schriftsteller Edgar Rice Burroughs ersonnenen Dschungelhelden im Lendenschurz. "Das Tarzan-Chamäleon soll mit seinem prominenten Namen für den Schutz dieser letzten kleinen Waldinseln werben, da diese unmittelbar durch die rasant fortschreitende Abholzung bedroht sind", sagte Philip-Sebastian Gehring vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig, Erstautor der Artbeschreibung. An der Expedition beteiligten sich neben Braunschweig und München auch das hessische Landesmuseum Darmstadt und die Universität Antananarivo auf Madagaskar.

Der Fund dieser neuen Art war eine große Überraschung für die Forscher. "Es kommt nur selten vor, dass neue Reptilienarten gefunden werden, die sich auf den ersten Blick als solche erkennen lassen. Doch die abgeflachte Schnauze des Tarzan-Chamäleons ist unter Chamäleons einzigartig, sodass wir sofort erkennen konnten, dass wir etwas ganz besonderes vor uns haben", erklärt Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung in München. Neben dieser neuen Chamäleon-Art konnten die Forscher in diesen Wäldern eine höchst vielfältige Flora und Fauna vorfinden, deren dauerhafter Fortbestand jedoch nur durch die sofortige Einrichtung von Schutzgebieten in dieser Region gewährleistet werden kann. (APA/red)

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