Forscher: "Es kommt nur selten vor, dass neue Reptilienarten gefunden werden, die sich auf den ersten Blick als solche erkennen lassen"
Braunschweig - In den Regenwäldern Madagaskars hat ein Forscherteam eine bisher unbekannte Chamäleon-Art entdeckt. Calumma tarzan, so die gewählte Spezies-Bezeichnung, bewohnt ausschließlich
die Regenwälder mittlerer Höhenlagen an Madagaskars Ostküste. Dieses Gebiet wurde bereits beinahe vollkommen entwaldet - übrig blieben
lediglich winzig kleine Restbestände, deren Größe oftmals nicht mal der
eines Fußballplatzes entspricht.
... und das ist auch der Grund für die griffige Namensgebung mit Anlehnung an den vom Schriftsteller Edgar Rice Burroughs ersonnenen Dschungelhelden im Lendenschurz. "Das Tarzan-Chamäleon soll mit seinem prominenten Namen für den Schutz
dieser letzten kleinen Waldinseln werben, da diese unmittelbar durch die
rasant fortschreitende Abholzung bedroht sind", sagte Philip-Sebastian
Gehring vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig, Erstautor der Artbeschreibung. An der Expedition beteiligten sich neben Braunschweig und München auch das
hessische Landesmuseum Darmstadt und die Universität Antananarivo auf
Madagaskar.
Der Fund dieser neuen Art war eine große Überraschung für die Forscher. "Es kommt nur selten vor, dass neue Reptilienarten gefunden werden, die
sich auf den ersten Blick als solche erkennen lassen. Doch die
abgeflachte Schnauze des Tarzan-Chamäleons ist unter Chamäleons
einzigartig, sodass wir sofort erkennen konnten, dass wir etwas ganz
besonderes vor uns haben", erklärt Frank Glaw von der Zoologischen
Staatssammlung in München. Neben dieser neuen Chamäleon-Art konnten die
Forscher in diesen Wäldern eine höchst vielfältige Flora und Fauna
vorfinden, deren dauerhafter Fortbestand jedoch nur durch die sofortige Einrichtung von
Schutzgebieten in dieser Region gewährleistet werden kann. (APA/red)