Darabos derzeit gegen österreichische Soldaten im Libanon

30. August 2010, 16:18
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Verteidigungsminister: Kräfte derzeit am Balkan gebunden

Alpbach - Österreich wird sich in nächster Zukunft nicht an einer Mission im Libanon beteiligen. Das bekräftigte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) am Montag. "Ich habe nichts gegen eine Libanon-Mission an sich, aber zum jetzigen Zeitpunkt sind unsere Kräfte mit unserem Einsatz am Westbalkan und unserer - ich möchte fast sagen historischen - Mission am Golan gebunden", sagte Darabos in Alpbach im Gespräch mit Journalisten. Der Verteidigungsminister erwartet eine Verlängerung des Mandats in Bosnien.

Der Schwerpunkt des österreichischen Engagements liege "eindeutig am Balkan", betonte der Minister. Von den 1.100 österreichischen Soldaten im Auslandseinsatz seien 400 Soldaten im Kosovo und knapp 400 weitere in Bosnien tätig. "Ich werde, solange ich Verteidigungsminister bin, dafür sorgen, dass wir diese Missionen anständig zu Ende führen. Nachher bin ich für alle anderen Missionen offen", so Darabos. Eine Verlagerung des österreichischen Engagements in Richtung Nahost nach Ende der Balken-Missionen sei denkbar.Darabos: EU-Battlegroups auch für den Katastrophenschutz nutzen
Verteidigungsminister will Vorstoß im Herbst auch in europäische Diskussion einbringen

EU-Battlegroups auch bei Katastrophen

Darabos ist außerdem der Ansicht, dass EU-Battlegroups auch für Einsätze im Katastrophenschutz bereit stehen sollten. "Es macht wenig Sinn, diese Kriseninterventionstruppen auszubilden über Monate, und dann, wenn sie ein halbes Jahr bereitstehen, nicht einzusetzen, obwohl es genügend Möglichkeiten gäbe, sie einzusetzen." Das sehe man gerade auch bei Katastrophen wie jener in Pakistan.

Darabos erklärte, er werde das bei Treffen im Herbst auch "in die europäische Diskussionsebene hineinbringen". Er glaube, dass er sich in dieser Frage auch mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy treffe, den er hinsichtlich der aktuellen Roma-Politik nicht unterstütze, sagte der Verteidigungsminister. Sarkozys Ansatz, die Einheiten auch für Katastrophenfälle bereitzuhalten, halte er jedoch für vernünftig.

Österreich kein militärischer Trittbrettfahrer

Die Trittbrettfahrer-These, die immer wieder durch die Medien geistere, sei falsch: "Sich als neutraler Staat in dieser hohen Mann- und Frauenstärke zu beteiligen, zeigt ja gerade, dass wir diese gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik Europas auch ernst nehmen", sagte Darabos. (APA)

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