Konzert

Die Nuancen des Lebens

30. August 2010 18:00
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    Foto: decca

    American Stars and Bars: Ricky Lee Jones kennt viele davon. Diese Woche tritt sie in Wien und Graz auf.

Vom wilden jungen Ding zur "Cool Cat": Die US-amerikanische Songwriterin Ricky Lee Jones kommt kriminell verspätet erstmals nach Österreich

Wien - Wie Ricky Lee Jones auf ihrem im Vorjahr erschienenen Album Balm In Gilead ein Wild Girl besingt, erzählt viel über sie selbst. Die US-amerikanische Singer-Songwriterin schleicht fingerschnippend und lebenserfahren in diesen Song über ihre Tochter. Trotz melancholischen Anflugs angesichts der endgültigen Abnabelung von Muttern überwiegen Hoffnung und Freude. Das Beste, es kommt noch!

Ricky Lee Jones, heute 55, memoriert die eigene Jugend. In diesem Alter lebte sie nach rastloser Kindheit quer durch die USA in Kalifornien und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Nebenbei trat sie in Clubs auf. Ihr Debüt, um das sich mehrere große Plattenfirmen konkurrierten, erschien 1979; mit Tom Waits, einer Kurzzeitbeziehung Jones', ging sie erstmals auf eine größere Tournee.

Das jazzig angehauchte Chuck E's In Love, ein Song über ihren Freund Chuck E. Weiss, verhalf ihrem Einstand zum Hitalbum, Gastauftritte von großen Namen wie Randy Newman oder Dr. John taten das ihre zum Erfolg. Die 1980er und 1990er überstand Jones in einer Abfolge von kleinen Erfolgen und kommerziellen Flops, die ihrer Reputation nichts anhaben konnten. Jones-Songs, die in Hollywood-Filmen auftauchten, unterstützten ihre Präsenz.

Zu eigenen Stücken interpretierte sie erlesenes Fremdmaterial, das sie stimmungsmäßig für sich adaptierte. Stimmung bedeutet bei Jones heute meist lässig hingeschlenztes Songwritertum quer durch die Stile. Als Grundstimmung hält meist der Blues her, darüber ist alles möglich. Von beseelten Songs wie The Blue Chazel über countryfizierte Stücke bis zu niederschwelligem Jazz.

Diesen vielfältigen Nuancierungen entsprechend seufzt oder haucht sie ihre Texte, manchmal faucht sie gar. Das verleiht ihrer Kunst eine atmosphärische Verwandtschaft zum Werk von Musikern wie Joe Henry. Am Mittwoch und Donnerstag gastiert Jones erstmals in Österreich. (Karl Fluch, DER STANDARD - Printausgabe, 31. August 2010)

  • 1. 9. Porgy & Bess, 1010 Wien, Riemerg. 11, 20.00
  • 2. 9. Orpheum, 8020 Graz, Orpheumgasse 8, 20.00
Gary Grantscherbn
02.09.2010 11:53
könnt ma wenigstens den Namen richtig schreiben?

...und noch was, Herr Fluch:
die Dame heißt RickIE mit IE...

Gary Grantscherbn
02.09.2010 11:51
shit...verpasst, weil nicht gewusst...

und das hab ich gestern mangels prominenterer Ankündigung verpasst. Aus den Schuhen hat's mich heut früh gehaut, als im Ö1-Morgenjournal darüber berichtet wurde. Hauptsache, U2 wird überall fleißig rauf und runter vorberichterstattet....

bob langer
01.09.2010 19:10
hm

ihre diversen "substance abuses" die sie schon mal mehr nach drüben als hüben gebracht haben, wurden wohl vergessen?

barry mccoist
31.08.2010 12:59

keine erwähnung von tom waits. merkwürdig, herr fluch.

karl fluch
31.08.2010 14:58

vorm posten lesen erspart selbiges mitunter.
lgflu

barry mccoist
31.08.2010 17:00

OK, OK - im absatz davor

im absatz mit chuck e weiss hätt ich ihn erwartet, weil der hat die zwa verkuppelt

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