RegioPlan-GF Hanna Bomba

"Der Profi erkennt den Flop am Plan"

30. August 2010 15:47
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    Foto: regioplan

    RegioPlan-Chefin Hanna Bomba-Wilhelmi: "Ganz ehrlich: Es ist keine Überraschung, ob ein Einkaufszentrum funktioniert oder floppt. Ein Profi kann das schon am Plan erkennen."

Laut einer Studie des Consultingunternehmens RegioPlan ist jedes fünfte EKZ in Österreich ein Flop. Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi erklärt, warum

Laut einer Studie des Consultingunternehmens RegioPlan ist jedes fünfte EKZ in Österreich ein Flop. Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi erklärte Wojciech Czaja die wichtigsten ausschlaggebenden Faktoren. 

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STANDARD:  Der Umsatz in österreichischen Shoppingcentern variiert zwischen 1600 und 8800 Euro pro Quadratmeter. Wie kommt diese breite Streuung zustande?

Bomba: Es gibt in Österreich derzeit 141 Shoppingcenter. Dazu zählen Objekte ab 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche. In unserer Studie haben wir die 100 flächengrößten Center untersucht. Darunter befinden sich Märkte mit sehr guten Lagen und einem nahezu perfekten Center-Management, aber auch solche mit groben strukturellen Mängeln. Ich denke, dass der Umsatz in vielen Fällen Aufschluss darüber gibt, wie clever ein Shoppingprojekt entwickelt wurde und wie hochwertig das Management ist.

STANDARD: Wie haben sich die Umsätze im Vergleich zu den Vorjahren verändert?

Bomba: Die Zahlen variieren von Jahr zu Jahr. Eines kann man aber mit Sicherheit sagen: Die Shoppingcenter haben sich seit 2005 deutlich besser entwickelt als der gesamte Einzelhandel. So sind die Umsätze der 100 größten Zentren seit 2005 um rund 18 Prozent gestiegen, während die Steigerungen für den gesamten Einzelhandel - also die Summe aller Umsätze in allen Handelszonen - bei circa sieben Prozent lagen.

STANDARD:  Welche Faktoren versprechen den größten Erfolg?

Bomba: Das wichtigste Kriterium ist, das Konzept dem jeweiligen Standort haargenau anzupassen. Das umfasst den Branchenmix, die Verkehrsanbindung, die Parkmöglichkeiten mit dem eigenen Pkw sowie die Architektur des Gebäudes, und da meine ich vor allem Atmosphäre und Funktionalität. Das Design selbst spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Einer der wichtigsten Faktoren ist jedoch die EKZ-Größe. Es hat sich gezeigt, dass es vier unterschiedliche Größen von Verkaufsflächen gibt, die gut funktionieren. Die erste sind Geschäftsflächen mit 500 bis 1500 Quadratmeter, die zweite sind Stadtteilzentren mit 5000 bis 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die dritte sind regionale Zentren mit 25.000 bis 40.000 Quadratmetern und die vierte überregionale Objekte mit 40.000 Quadratmetern und mehr. Erfahrungsgemäß haben es Objekte, die dazwischen liegen, schwer.

STANDARD: Warum?

Bomba: Das hat etwas mit der Erwartungshaltung des Kunden zu tun. Bei einer gewissen Größe erwartet man sich einen ganz bestimmten Mix mit ganz bestimmten Geschäften darin. Wenn diese Erwartungshaltungen nicht erfüllt sind, schaut's schlecht aus. Beispiele dafür gibt es zur Genüge.

STANDARD:  Inwiefern unterscheidet sich der Mietermix zwischen städtischen und ländlichen Lagen?

Bomba: Es gibt eher einen Unterschied zwischen innerstädtischen und peripheren Lagen. Innerstädtische Objekte weisen einen höheren Modeanteil auf, periphere Objekte bieten auch langfristige Branchen wie Möbelhandel und Baumärkte an. Auffällig ist, dass sich der Branchenmix insgesamt in den letzten Jahren verändert hat. Stark zugenommen haben vor allem die beiden Branchen Bekleidung und Gastronomie.

STANDARD: Wie viel Prozent der Verkaufsfläche sollte man idealerweise für die Ansiedelung von Anchor-Stores zur Verfügung stellen?

Bomba: Das lässt sich nicht genau sagen. Wir wissen aber, dass es gewisse Branchen gibt, die als Anchor unbedingt vertreten sein müssen: ein großer Lebensmittelmarkt einer bekannten Kette, ein Elektrohändler, ein Sportartikelhändler und eine Textilkette. Der restliche Mietermix kann in Form von Studien und Analysen ermittelt werden.

STANDARD: Wie aussagekräftig sind solche Studien erfahrungsgemäß?

Bomba:  Ganz ehrlich: Es ist keine Überraschung, ob ein EKZ funktioniert oder floppt. Ein Profi kann das schon am Plan erkennen. Anhand von Standort, Flächenanordnung und Mietermix wird zuerst das Einzugsgebiet analysiert, danach werden die nötigen Potenzialberechnungen durchgeführt.

STANDARD:  Welche Standorte sind bereits gesättigt?

Bomba:  In Österreich? Sehr viele! Wobei man bedenken muss, dass Österreich auch ein Land der alten Einkaufszentren ist. Das heißt: Wenn die Konkurrenz mit neuen und sehr professionell gemanagten Objekten auftaucht, werden schwächere Konzepte vom Markt verdrängt. So weit, dass Einkaufszentren in Österreich zugesperrt werden, wie mancherorts in Südosteuropa, wird es nicht kommen. Dafür gibt es hier viel zu strenge Raumordnungsgesetze, die eine rapide Verbreitung verhindern.

STANDARD: Wie groß ist der durchschnittliche Lokalleerstand?

Bomba:  In den 100 größten Shoppingcentern hatten wir im Frühjahr 2010 rund sechs Prozent Leerstand. Das ist gar nicht so wenig, doch dafür sind die leer gewordenen Flächen durch die Cosmos-Pleite bereits miteinberechnet. Gerade einige dieser Cosmos-Flächen wurden aber schon wieder vermietet oder befinden sich gerade in Umbau, sodass der Leerstand aktuell etwas geringer ist.

STANDARD: Welche nachträglichen Optimierungen kann man vornehmen, falls ein EKZ eines Tages nicht mehr funktioniert?

Bomba: Man kann das Center verkleinern. Man kann darüber nachdenken, ein paar Mieter, vor allem die Anchors, auszutauschen. Und man kan n über eine Neunutzung der Flächen nachdenken, zum Beispiel in Form von Büro- und Dienstleistungflächen, aber auch in Form von Arztpraxen, Kindergärten und Sportzentren. Das alles ist Alltag und wird in Europa bereits erfolgreich praktiziert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.8.2010)

HANNA BOMBA-WILHELMI (32) ist seit 1999 bei der RegioPlan Consulting tätig. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin. 


Wissen: Sättigungsgrad ist erreicht

Laut einer Studie der RegioPlan Consult GmbH ist jedes fünfte Einkaufszentrum in Österreich ein Flop. Während der durchschnittliche Umsatz zwischen 3500 und 5500 Euro pro Quadratmeter beträgt, werden in den umsatzschwächsten EKZs 2000 Euro und weniger umgesetzt. Schuld daran sind schlechte Verkehrsanbindung, Mietermix und meist auch die falsche Shoppingcentergröße. Stadtteilzentren schneiden tendenziell schlechter ab als etwa EKZs in Einkaufsstraßen oder an der Peripherie. Der Markt ist gesättigt: Mit 1,5 Quadratmetern Einzelhandelsverkaufsfläche pro Einwohner liegt Österreich europaweit auf Platz zwei. Die Shoppingcenter nehmen davon 0,3 Quadratmeter ein. (woj)

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me phisto
05.09.2010 14:18
EKZ's sind die Krebszellen für die ökonomische Verslummung der Stadt!

Warum? Weil sie historisch gewachsene Geschäftsstraßen mit ihrer gewachsenen, regionalen Nahversorgungsfunktion langsam aber sicher umbringen.

Leider sind EKZ billig im Bau, Erhaltung und Betrieb weil auf m2 Ertrag optimiert, decken aber umgekehrt leider kaum die externen Kosten, wie zB. den Verkehr, den sie verursachen.

Wichtig wäre daher für jeden errichteten EKZ-Parkplatz jährlich von den Betreibern eine saftige Verkehrsverursachungssteuer einzuheben und damit einen Fördertopf für jene Kleinbetriebe und Kleingeschäfte einzurichten, die an den normalen Geschäftsstraßen verbleiben und ihre Nahversorgungsfunktion wahrnehmen.

RichardRoe
07.09.2010 18:35

Jammern und 'dagegen sein' hilft jedenfalls nichts. Entweder werden Einkaufsstrassen konkurrenzfähig in ihrem Angebot oder sie gehen unter. Zahlreiche Beispiele in den Landeshauptstädten künden von verschlafener Entwicklung und Wurschtigkeit: Leere Lokale, Abstieg.

Schließlich ist der Kunde ist derjenige, der bestimmt, wo und was gekauft wird. Ihn dafür zu bestrafen zu wollen, dass Stadtverwaltung und Geschäftsinhaber die Entwicklung verschlafen haben, ihn in unbequeme und unattraktive Lokationen zwingen wollen, das kann doch nur ein Witz sein?

1600
01.09.2010 12:21

Na bumm, da werden die Weisheiten nur so rausgeschüttelt.
Durch Abschaffung von Komplexität und Individualismus wird es einfach und erklärbar.
So dass selbst Consulter glauben es zu verstehen und sich via Investoren und Politik munter an der Virus-Verbreitung beteiligen. Die Kosumentenwunschtreue ist dabei eine nette Ausrede.
Aber bewahren wir weiter unsere Innenstädte, Seen, Berge und leeren den Müll einfach zu ihren Füßen ab.

Das wichtigste Posting das Sie je lesen werden
01.09.2010 12:16

Dafür ist jedes zweite Consultingunternehmen ein Flop.

01052004
01.09.2010 16:58
aber geh

da setzens eine blondone vorn hin (sorry, aber es dürfte nur so gehen: irgendeine ziemlich dünne ziemlich junge frau, möglicherweise ein bisserl silikonisch verhübscht), die irgendwelche blöden worthülsen, die man ihr beigebracht hat (vielleicht bei humbold: "jetzt mach ich aber den konsalta". oder etwas teurer in maliks schönsprech-schulen)

und dann wird die binsenweisheit als insiderwissen sündteuer an den mann gebracht(wiederum sexistisch, aber deswegen mußte es ja vorhein eine silikonierte dame sein)...

KomaPoster
01.09.2010 07:54
In Ö gibts 10 Investoren für EKZ. Das Thema ist was für Esoteriker.

Der Blindphisch
01.09.2010 07:01
was heißt hier strenge Raumordnung?

mal über die Grenze schauen nach Bayern, da gibts diese Krebsgeschwüre in jedem Kuhdorf auf alle Fälle nicht.

RichardRoe
07.09.2010 18:43

Weil die Deutschen im Einzelhandel generell a bisserl hintennach sind. Dort waren Scannerkassen noch bis vor wenigen Jahren eine Ausnahme, da hat bei uns nur mehr der kleine Greisler von nebenan noch keine gehabt.

Bei uns hat zu der Zeit nur noch der Hofer als Handelskette die letzte Bastion der scannerlosen Registrierkassen gehalten. Bis die Finanzbehörde dem ein Ende gesetzt hat. Als dort die Computer mit 10% MwSt verkauft wurden. Was im Prinzip richtig war aber per ordre de ministre beendet wurde.

Big Easy
31.08.2010 19:07
Die ist nicht nur hübsch, sondern gescheit auch noch dazu, diese Fachfrau da.

nachtfalke1313
01.09.2010 02:25

agreed, sehr sehr fesch die dame !

Sensei Onaga
01.09.2010 14:36
Ja,

aber der Name ist ein Jammer ><

der Vorgesetzte von Joe und Irvin Pröll (Gott)
31.08.2010 21:22

Wenn eine Dame nicht hübsch ist kann sie ja nur Blödsinn reden, oder?

Big Easy
01.09.2010 22:12
Sagt wer? Denkt wer? Sie? Ich jedenfalls nicht.

randolf
31.08.2010 14:02
Ja ja

Glücklicherweise sterben die Obergscheiten nie aus, oder ist es nur mir so gegangen, dass ich anchor lesen musste und dachte, what the he**, na wie auch immer- vielen herzlichen Dank an Wojciech Czaja die das Wort ins Spiel gebracht hatte und natürlich auch an Hanna Bomba-Wilhelmi, Wojciech Czaja die es dann einfach weiter verwendet hat, das zeichnet Qualität aus...

"An anchor is a heavy object, often made out of metal, that is used to attach a ship to the bottom of a body of water at a specific point to act as a weight to keep the ship from moving."

der Vorgesetzte von Joe und Irvin Pröll (Gott)
31.08.2010 21:21

Wojciech ist doch ein Männername.

Almi66
31.08.2010 12:55
EKZ Meiselmarkt ist mausetot!

Waren die Anchors vor einigen Jahren noch ein Sportfachgeschaeft und einige Modeketten, so fluechten nun selbst 1 Euro-Laeden.

Hier wurde vieles falsch gemacht:Falscher Produktmix in der flaschen Gegend, lieblose Architektur, der Mix von Markt und Mode-Geschaeften unter einem Dach funktioniert offenbar auch nicht.

Vielleicht hilft ja, das EKZ komplett auf Kulinarik umzustellen, beispielsweise mit internat. Supermaerkten (etwa Thais, Italiener, etc..)

armerschwarzerkater
01.09.2010 08:52

ich habe nie verstanden, wieso man im EKZ Meiselmarkt solch einen komischen Kurs verfolgt.

Auch diese Schunkelmusik bei den Rolltreppen lässt mir jedesmal die Haare zu Berge stehen...

mbli
01.09.2010 08:33
hat möglicherweise die gleichen verantwortlichen wie die gasometer-mall.

Sensei Onaga
01.09.2010 16:18

Gasometermall, eine Totgeburt allererster Güte und absolut vorhersehbar, auch als Laie.

Para Dox
31.08.2010 11:45
"Der Profi erkennt den Flop am Plan"

Ja eh, und die, die die schlecht gehenden EKZs geplant haben, sind natürlich lauter Vollid...., Anfänger und Amateure. Nur die Fr. Bomba kennt sich aus.

Sensei Onaga
01.09.2010 16:21

Ja, der Verdacht drängt sich geradezu auf.

Dingsbums1
31.08.2010 17:33
Warum nicht?

Vollidioten gibt es überall: bei Politikern, Lehrern, Ärzten, Bauarbeiter, Architekten, .... Warum nicht auch bei Einkaufszentrumsplanern?

der Vorgesetzte von Joe und Irvin Pröll (Gott)
31.08.2010 21:23

Die gibts sicherlich auch, die Bomberin macht es sich halt sehr einfach indem sie im Nachinein mit dem Finger draufzeigt und überheblich drauf los gackert.

shaki1
31.08.2010 11:21

Das beste EKZ war wohl das alte Airportcenter in Sbg. Habs aber leider nie von innen sehen können, weil ich den Eingang nicht gefunden habe...

KomaPoster
31.08.2010 10:33
Umsatz pro m2? Ist das pro Monat oder pro Jahr gemeint?

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