Vierstufiges System für Umweltpickerl geplant

Plaketten sind Ländersache - Premiere in Graz ab Ende 2011

Die im Zuge des Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) geplanten Umweltpickerl für Pkw haben erneut für Diskussionen gesorgt. Der ARBÖ fürchtete ein "Pickerlchaos" und kritisierte in einer Aussendung das Zuviel an Bürokratie durch die Einführung von sieben Stufen. "Das ist reine Panikmache", hieß es dazu aus dem Umweltministerium. In Österreich seien nur vier Stufen geplant, außerdem könne jedes Bundesland selbst bestimmen, inwieweit die Verordnung umgesetzt wird.

In Deutschland gibt es seit 2007 in größeren Städten sogenannte Umweltzonen, in denen nur Autos mit bestimmten Umweltplaketten fahren dürfen. Dort gibt es drei Plaketten-Farben, mit denen die Fahrzeuge gekennzeichnet werden. In dem daran angelehnten österreichischen System werden es vier Stufen bzw. Plaketten sein. Neben Feinstaub-Emission wird in Österreich zusätzlich auch der Stickstoff-Ausstoß berücksichtigt. "Es ist nicht das Ziel, das deutsche System zu kopieren, sondern es geht um die Gesundheit der Bevölkerung. Und da ist auch Stickstoff ein wesentlicher Faktor", so ein Ministeriumssprecher.

Nur eines von vielen Instrumenten

Die Maßnahme ist nur eines von vielen Instrumenten in der Novelle des IG-L, das am 9. Juli im Nationalrat beschlossen wurde. Jeder Landeshauptmann kann darauf zurückgreifen und selbst bestimmen, ob und wie die Verordnung in den Bundesländern umgesetzt wird.

Graz soll als erste Stadt in Österreich frühestens November bzw. Dezember 2011 Umweltpickerln für Pkw einführen. Details konnte man dort noch nicht nennen: "Wir kennen die neue Kennzeichnungsverordnung bisher nur informell, sie ist noch nicht gültig", so Jörg Schwaiger, Pressereferent des steirischen Umweltlandesrates Manfred Wegscheider.

Fahrzeuge mit BJ vor 2000 von Fahrverbot betroffen

Die Kennzeichnung, ob ein Fahrzeug in die Umweltzone einfahren darf oder nicht, erfolgt ausschließlich nach der Einteilung in die Euro-Klassen. Dieselfahrzeuge der Euro-Klasse 3 mit Partikelfilter und der Euro-Klasse 4 werden nicht vom Fahrverbot betroffen sein. Als Faustregel gilt laut Ministerium, dass nur Fahrzeuge mit einem Baujahr vor 2000 vom permanenten Fahrverbot betroffen sind. Die Pickerl werden bei den örtlichen Zulassungsstellen und den Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ erhältlich sein. Über Höhe der Strafen und Pickerl-Kosten liegen noch keine Informationen vor. (APA)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 32
1 2
jö, wieder ein pickerl mehr

Die Umweltmasche wird schon zur Melkmaschine!

Mit den abkassierten Mitteln wären schon lange für die Umwelt echt nützliche Dinge zu finanzieren.

KraftWärme-Kupplung ohne Abhängigkeiten von Monopolen.

Es gibt Geräte zu kaufen, die nach dem Stirlingsystem mit Strom auch die Wärme für den Haushalt liefern und einen 80% Wirkungsgrad aufweisen.

Die Schadstoffe und Kosten reduzieren sich sofort auf die Hälfte.

Welche Schwierigkeiten Sie damit in Wien erwarten ist den Nordländern ein Kopfschütteln wert und bringt Häupl auf keinem Wahlplakat.

Stickstoff?

Ich meine, besteht nicht die Athmosphäre zu 80% daraus? Seit wann gibts dafür Grenzwerte?

Gar nicht

Das heißt wohl Stickoxid, also NOx.

Die Länder können entscheiden....

ob (und vermutlich auch wie) die Verordnung umgesetzt wird.
Diese Föderalisierung ist die blanke Krätze. Wieder 9 Landesbeamte samt Apparat, die sich da was ausdenken können. Weil NÖ eine andere Verordnung braucht als OÖ.
Bald werden wir wieder einen Pass brauchen, wenn wir Ländergrenzen überschreiten.....

sind bei den emissionen

eh auch die bei herstellung und verwertung anfallenden umweltbelastungen eingerechnet und natürlich die jeweiligen kilometerleistungen? wenn nicht (na sicher nicht!) vergleichen wir doch a. vier autos à fünf jahre nutzung und jeweils 25.000 km/jahr (höherer durchschnittsfahrer) und b. ein auto mit 20 jahren am buckel und 5.000 km/jahr (gelegenheitsfahrer).
wenn schon, dann ganze rechnungen und keine momentaufnahmen, bitte.

Glauben sie wirklich,dass es hier um die Umwelt geht?

Die Autoindustrie hat in Europa ihr Gipfelniveau ereicht, mittlerweile nennt jeder erwachsene Europäer, der ein Auto haben will ein solches sein eigen, manche sogar zwei. Mehr ist nicht möglich, schon alleine aus Platzgründen (so belegen alle in Wien zugelassenen PKWs nur mit ihrer Grundfläche knappe 7 Quadratkilometer!). Verkäufe sind daher nur über Ersatz alter Fahrzeuge möglich. Allerdings halten die Dinger, vor allem die noch nicht elektronikverseuchten aus den 90ern, sehr lange. Da muss man eben ein wenig nachhelfen.
Dass der CO2-Verbrauch sinkt, wenn wir z.B. unseren 96er 3er-Golf, der knappe 5,5 Liter Diesel/100km verbraucht und maximal 5000km im Jahr fährt, gegen einen neuen Wagen eintauschen glaubt ja wohl niemand wirklich...

Stickstoff is super

Das klingst so richtig gefährlich bedrohlich. Stick - Erstick!

Da zahlt man doch gern für den nächsten Ökoschmäh.

na dann haben unsere Entscheidungsträger in Politik endlich wieder freie fahrt

weil die mit Ihrem neuen Fahrzeugen, die Ihnen der Steuerzahler finanziert hat, immer fahren dürfen.

Und der "Pöbel" in den alten Karren ist endlich weg von der Straße

Als Faustregel gilt laut Ministerium, dass nur Fahrzeuge mit einem Baujahr vor 2000 vom permanenten Fahrverbot betroffen sind.

Somit ist es also amtlich? Ein Pkw Baujahr 1999 produziert mehr Schadstoffe als ein moderner SUV? Wer's glaubt ;-)

Sicherlich

http://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm

Der Verbrauch spielt bei der Abgasnorm keine Rolle.

"Jeder Landeshauptmann kann darauf zurückgreifen und selbst bestimmen, ob und wie die Verordnung in den Bundesländern umgesetzt wird. "

anstatt föderalismus abzubauen die nächste politische grosstat um provinzkaisern das abzocken zu erleichtern. aber solange die ökohysterisierte bevölkerung nach noch mehr regelungen, abgaben und steuern lechzt: gut so!

jaja, der stickstoff ist ein ganz ein böser, kommt ja zu rund 70% als hauptabgas hinten raus. das muss doch böse sein, oder???

scherz beiseite, endlich mal eine gute idee und politiker die sie auch tatsächlich umsetzten werden (hoffentlich). immerhin sollte auch der sicherheitsaspekt nicht außer acht gelassen werden, wenn hierduch ein anreiz geschaffen wird autos die älter als 10 jahre sind gleich ganz auszumustern...

Ein Fahrzeug mit 10 Jahren hat Halbzeit

außer sie fahren eine besonders rostanfällige Marke?

ihrer idee nach zu folge sollten dann also noch ein guter haufen 20 jahre alter autos rumfahren (wenn 10 jahre ja nur die halbwertszeit (gemeint wohl anzahl der jahre nach denen im durchschnitt nochmal solange mit der karre gefahren werden kann; halbwertszeiten sind etwas anderes...)). sollten sie mir als mal mit ihrem 20 jahre alten vehikel entgegenkommen, ihre lebensversicherung wird sich nicht freuen zu zahlen. wenn sie mir das jetzt nicht glauben, schauen sie sich mal crashtests mit autos an die 20 jahre und mehr unterschied aufweisen (zb.: golf II gegen golf VI).
deshalb sollte meiner ansicht nach die durchschnittliche autonutzungsdauer bei rund 8 jahren mit sagen wir 1 jahr standardabweichung liegen...

der 18 jährige Japaner der als Zweitauto

vor der Tür steht, übersteht jeden Crash mit 50Km/h
Bei einem Neufahrzeug schauts mit den Überlebenschanchen ab 70 Km/h auch traurig aus.

Von der Korrosionsbeständigkeit war der 2er besser als der 3er Golf!

mir ist jeder 20 Jahre alte Benziner

Es lässt sich halt keine 2 Abwrackprämie mehr finanzieren, also muss man dem Konsum so auf die Sprüngeh helfen. ist ja löblich die Sprösslinge der Autoverkäufer und Zulieferbet. müssen auch Essen.

Wo ist der Unterschied zwischen einem Kadett GSI baujahr 1985 mit Kat mit 150PS
und dem Golf Gti 2010 mit 280 PS und Kat.
Der Verbrauch beider ist vergleichbar. der Kat der beiden auch..und wo genau liegt der Umweltnutzen den Opel gegen den VW zu tauschen?

(Bosheit am Rande: wenn sich der Opel sogar noch selbst auflösen würde *gg* )

Wo liegt der Gewinn für die Umwelt wenn sich die Diesepartikelfilter nichtmehr überall reinigen sondern nurmehr Überland (Stichwort. Filter frei-fahren..Bei Audi und Peugeot ? )

naja, nicht jeder kann sich alle 8 jahre ein neues auto leisten
wenn ich mich auf der autobahn so umschaue sind eigentlich genug autos aus den neunzigern auf der strasse

bitte, tschuldigung, aber von halbwertszeiten steht da gar nichts sondern "hat Halbzeit"

ja habe mich verlesen, war schon spät und ein langer tag

Leider darf man solche Artikel nicht wortwörtlich nehmen. Es werden wohl Stickoxide gemeint sein...

Autos, die älter sind gleich ganz ausmustern?!

Der Sicherheitsaspekt ist doch nur Augenauswischerei. Als ich Kind war, gab es weder Kindersitze noch Airbacks, ABS oder sonstige Kinkerlitzchen. Trotzdem sind wir nicht ausgestorben. Andererseits hilft einem der ganze Schnickschnack nix, wenn man sich mit 160 um einen Baum wickelt.

Ältere Autos gleich ganz weg? Nicht jeder will oder kann für einen fahrbaren Untersatz EUR3.000,- aufwärts ausgeben. Manche Menschen wollen Autos, bei denen man wenigstens noch Lamperln selber tauschen kann und ein Fehler in der Elektronik kein Totalschaden ist!

"Airbacks" gibts auch heute nicht :-)

Mit ihren Dreck- und Lärmschleudern können S' gerne in Hintertupfing spazierenfahren

Vor meinem Schlafzimmerfenster in Wien wird in 5 Jahren gar nichts mehr mit Verbrennungsmotor herumgurken.

Posting 1 bis 25 von 32
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.