"Genfer Initiative" wirbt um Vertrauen

30. August 2010, 14:25
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Medienkampagne soll Vorbehalte gegen Abbas in israelischer Öffentlichkeit abbauen

Tel Aviv - Kurz vor der Wiederaufnahme direkter Nahost-Gesprächen wirbt die israelisch-palästinensische "Genfer Initiative" für Vertrauen in die Führung in Ramallah. Eine neue Medienkampagne der nicht offiziellen Organisation zielt insbesondere auf Israelis ab, die in dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und seinen Beratern keine echten Partner sehen. In kurzen Videoclips wenden sich darin bekannte palästinensische Repräsentanten direkt an die israelische Öffentlichkeit: Israel dürfe die neue Chance für einen Friedensschluss in der Region nicht verpassen.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat beginnt seine kurze Ansprache mit der hebräischen Begrüßung "Schalom" und betont: "Ich bin euer Partner." Erekat sagt weiter: "Ich weiß, dass wir euch enttäuscht haben, ich weiß, dass wir in den letzten 19 Jahren keine Friedensreglung erzielt haben." Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass die neuen Gespräche, die am Donnerstag in Washington eröffnet werden sollen, zum Erfolg führen können. "Ich weiß, dass wir es schaffen können." Es gebe keine Alternative zu einer Zwei-Staaten-Lösung. "Ich bin euer Partner - seid ihr auch meiner?" fragt er zum Schluss.

Jibril Rajoub, mächtiges Mitglied des Fatah-Zentralkomitees und Ex-Sicherheitschef im Westjordanland, spricht die israelische Öffentlichkeit auf Hebräisch an. "Ich glaube, dass es eine historische Gelegenheit gibt - für uns und euch." Es herrsche in der arabischen Welt breiter Konsens über die Bereitschaft, im Gegenzug für eine Friedenslösung Israels Existenzrecht anzuerkennen.

Die Genfer Initiative warnt die Israelis eindringlich davor, die neue Gelegenheit zu verpassen. "Sagt ja zum Vertrag", fordert die 2003 vom israelischen Ex-Minister Yossi Beilin und dem palästinensischen Ex-Minister Yasser Abed Rabbo ins Leben gerufene Organisation. Nach Angaben von Gadi Baltiansky, dem Leiter der Initiative, soll die mit US-Geldern finanzierte Kampagne vor allem gegen die in Israel verbreitete Sicht angehen, es gebe auf der palästinensischen Seite keinen Partner für eine Friedenslösung. Sie soll drei Wochen lang über Internet, Zeitungen und Plakatwände verbreitet werden. (APA)

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