Laut Pilz "schwindelt" Darabos bei Eurofightern

30. August 2010, 15:49
71 Postings

Wieder Debatte um Eurofighter entbrannt - Darabos: Stückpreis "um die 57 Millionen"

Wien/Alpbach - Wieder einmal ist eine Debatte über die Anschaffungskosten der Eurofighter entbrannt. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) bekräftigte am Montag, dass der Einzelpreis pro Abfangjäger "um die 57 Millionen Euro" betragen habe, dies sei "vergleichbar mit den Zahlen, die die deutsche Bundeswehr veröffentlicht hat".

Der grüne Nationalrat Peter Pilz hatte am Sonntag auf seiner Homepage aus einer Anfragebeantwortung des parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt für den deutschen Verteidigungsminister zitiert, wonach Deutschland für einen Eurofighter der Tranche 1 rund 57 Millionen Euro bezahlt hat. Österreich habe hingegen einen Stückpreis von rund 115 Millionen Euro gezahlt.

Pilz bezichtigt Darabos der Lüge

Obwohl Darabos die Kritik am Montag zurückwies, bezichtigt Pilz den Verteidigungsminister weiterhin der Lüge. Darabos' Behauptung, er habe die Eurofighter auch um 57 Millionen gekauft, sei eine "Lüge", meinte er auf seiner Homepage. Der Eurofighter-Vertrag bestehe aus zwei Teilen, Teil A betreffe das Flugzeug und Teil B die zusätzlichen Leistungen wie Wartung und Ausbildung - das Kostenverhältnis zwischen den beiden Teilen betrage 8:3.

"Wenn nun nach dem Darabos-Deal 115 Millionen pro Stück bezahlt werden, entfallen 84 Millionen davon auf das Flugzeug. So oder so - Darabos hat geschwindelt", erklärte Pilz. "Das ist auch der Grund, warum er seit zwei Jahren verspricht, seinen Eurofighter-Vertrag dem Parlament vorzulegen. Bis heute ist der Vertrag unter Verschluss." BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner kündigte eine parlamentarische Anfrage über den Eurofighter-Vertrag an.

Eurofighter GmbH bestätigt Minister

Die Eurofighter GmbH hat Darabos allerdings mittlerweile bestätigt: Österreich und Deutschland hätten für die Abfangjäger - ohne Wartungsverträge und Sonderausstattungen - exakt den gleichen Stückpreis bezahlt, erklärte Marco Valerio Bonelli, Sprecher des Unternehmens, am Montag. Der Preis von rund 57 Millionen Euro für einen "nackten" Eurofighter gelte für alle Staaten.

Wartungsverträge oder Sonderausstattungen sind in den 57 Millionen freilich nicht enthalten - diese können von den Staaten extra gewählt werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zwei Eurofighter zwingen im Rahmen einer Bundesheer-Übung im März 2009, eine Boeing 767 der AUA zur angedeuteten Landung am Militärflughafen Zeltweg.

  • Hat Karl-Theodor zu Guttenberg für Eurofighter weniger bezahlt als sein österreichischer Amtskollege Norbert Darabos? Pilz meint ja.
    foto: apn/hormann

    Hat Karl-Theodor zu Guttenberg für Eurofighter weniger bezahlt als sein österreichischer Amtskollege Norbert Darabos? Pilz meint ja.

Share if you care.