ZFS: Natives Linux-Kernel-Modul angekündigt

30. August 2010, 14:29
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Oracles Dateisystem bislang nur über Umwege unter Linux nutzbar - Code soll Mitte September veröffentlicht werden

Nicht zuletzt durch die Wahl der Lizenz hat sich Sun trotz Open-Source-Freigabe so manches Feature für sein eigenes Unix Solaris - bzw. dessen neu verstorbenem Open-Source-Pendants Open Solaris - vorbehalten. Gerade mit dem gern als "Next-Generation-Dateisystem" bezeichneten ZFS wollte man sich von der direkten Konkurrenz absetzen, bietet dieses doch zahlreiche Funktionen, die man bei den - stabilen - Linux-Dateisystemen bisher vergeblich sucht.

Implementation

Die einzige Möglichkeit ZFS doch unter Linux zum Einsatz zu bringen, war als Filesystem-in-Userspace (FUSE) Modul, ein Weg bei dem allerdings die Performance erheblich leidet. Nun kündigt der indische Softwarehersteller Knowledge Quest Infotech aber die kurz bevorstehende Veröffentlichung eines nativen Kernel-Moduls für ZFS an. Mitte September soll es bereits soweit sein und Sun/Oracles Dateisystem den Weg in die Linux-Welt ebnen, wie es gegenüber Phoronix heißt.

Anbindung

Laut dem Entwickler ist dies deswegen möglich, da das eigene Modul so implementiert ist, dass es keinerlei unter der GPL stehende Symbole des Kernels benutzt - eine Verbindung die lizenzrechtlich eben nicht erlaubt wäre. Auf diesem Weg will man den Konflikten aus dem Weg gehen - und doch die volle Performance bieten.

Problematik

Eine fixe Aufnahme in den Kernel ist damit freilich trotzdem nicht möglich, und hier beginnt auch gleich das zentrale Problem der neuen Lösung: Distributoren dürften einen Kernel mit fix integriertem ZFS dann nicht ausliefern - was aber eine Voraussetzung wäre um das Dateisystem für die Root-Partition zu verwenden. Zudem stellt sich die Frage, ob ZFS als Hauptdateisystem tatsächlich noch so verlockend ist, wie es noch vor einigen Jahren war, ist mit Btrfs - das übrigens ebenfalls maßgeblich von Oracle entwickelt wird - hier doch längst eine eigene Alternative auf gutem Weg. (apo, derStandard.at, 30.08.10)

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