"Golden Delicious" genetisch entschlüsselt

30. August 2010, 12:56
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Italienisch-amerikanisches Forscherteam nahm sich des Kulturapfels an

Rom - In Sachen Genom-Entschlüsselungen waren die vergangenen Tage besonders ergiebig: Nach zwei Ameisen-Arten und dem erstaunlich umfangreichen Genom von Weizen (etwa das Vierfache des menschlichen Genoms) ist nun der Apfel bzw. Kulturapfel (Malus domestica) an der Reihe. Dessen wirtschaftliche Rolle ist enorm: Weltweit werden jährlich über 60 Millionen Tonnen Früchte der Pflanze aus der Familie der Rosengewächse geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung.

Ein italienisch-amerikanisches Forscherteam um Riccardo Velasco sequenzierte die Erbinformationen eines "Golden Delicious" und kam zu diesem Ergebnis: Das Genom des uns bekannten Kulturapfels, wie er erstmals vor etwa 4.000 Jahren im Nahen Osten auftauchte, ist etwa 742 Millionen Basenpaare lang. Zum Vergleich: Die menschliche DNA besteht aus rund drei Milliarden dieser genetischen Buchstaben. Rund vier Fünftel des Apfelerbguts haben die Forscher entziffert, wie sie in der Fachzeitschrift "Nature Genetics" berichten.

Die Forscher erwaren, "dass diese Daten eine nützliche Quelle für das Züchten besserer Apfelsorten sein könnten". Sie hoffen etwa, so weniger krankheitsanfällige Äpfel züchten zu können oder trockenresistentere. Vielleicht auch schmackhaftere: So arbeiten die Wissenschafter nach eigenen Angaben bereits an Geschmacksproblemen wie Bitterstellen in bestimmten Apfelsorten.  (APA/red)

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    "Golden Delicious" ist eine der bekanntesten Apfelsorten - ihre besten Zeiten hat sie allerdings bereits hinter sich.

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