Absturz statt Rehabilitierung

30. August 2010, 12:36
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Die Austria schlitterte mit der 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Inns­bruck tiefer in die sportliche Krise

Wien  - Eine Rehabilitierung war bei der Wiener Austria angesagt, doch daraus wurde nichts. Im Gegenteil. Die Austria bezog am Sonntag gegen Wacker Innsbruck ein 0:3-Heimdebakel und schlitterte damit tiefer in die sportliche Krise. Die Länderspielpause kommt da gerade recht. Zwei Wochen hat die Austria Zeit, um für das Derby am 12. September im Hanappi-Stadion gegen Rapid wieder zu Kräften zu kommen.

Die Austria wollte sich bei ihren Fans eigentlich für das enttäuschende Europacup-Aus gegen Aris Saloniki rehabilitieren, schloss allerdings nahtlos an die schwachen Leistungen in den vergangenen Partien an. "Nach dem Europacup-Out haben wir uns vorgenommen, in der Meisterschaft für Furore zu sorgen. Zur Zeit läuft es aber einfach nicht bei uns", war Austria-Goalie Heinz Lindner etwas ratlos.

Augenscheinliche Abschlussschwäche

Bei den "Veilchen" krankt es derzeit vor allem im Spiel nach vorne, die Abschlussschwäche ist zudem augenscheinlich. Nach einem Saisonauftakt nach Maß mit zwei Erfolgen sind die Wiener in der Liga nun schon seit vier Runden sieglos und haben dabei nur ein einziges Mal ins Tor getroffen. "Wir schaffen es einfach nicht, viele Torchancen herauszuarbeiten. Wenn du kein Tor machst, ist immer die Gefahr da eines zu bekommen", sagte Coach Karl Daxbacher.

Den Austria-Trainer plagen allerdings auch Verletzungssorgen, gegen die Innsbrucker fehlten mit Milenko Acimovic, Zlatko Junuzovic, Manuel Ortlechner, Georg Margreitter sowie dem erkrankten Julian Baumgartlinger gleich fünf Spieler. "Wir gehen am Krückstock", betonte Daxbacher. Und Kapitän Linz fügte hinzu: "Uns fehlen vier, fünf Stammspieler. Das ist nicht so leicht zu verkraften."

Nach dem Seitenwechsel wurde die Anfälligkeit der Wiener bei Kontern deutlich. "Innsbruck hat uns ausgekontert. Nach dem 0:1 ist die Mannschaft verfallen", war sich Daxbacher bewusst. Für den 57-Jährigen kommt die Länderspielpause nun wie gelegen. "Bis auf Acimovic wird es sich wohl ausgehen, dass alle Spieler fit werden. Dann wird man wieder eine andere Austria sehen", versprach der Coach der Violetten.

Hartes Programm

Das wird auch nötig sein, geht es für Linz und Co. doch mit dem Auswärtsderby gegen Rapid, dem Heimspiel gegen Salzburg und der Auswärtspartie bei Sturm Graz hochkarätig weiter. "Die Meisterschaft zeigt bisher, dass die Gegner, die wir bisher hatten, nicht unbedingt die schwächeren sein müssen", erhofft sich Daxbacher trotz der schweren Auslosung einen Punktezuwachs.

Während die Wiener am Grübeln sind, setzten die Innsbrucker mit einer tollen Vorstellung ihren Erfolgslauf fort und sind auch nach dem fünften Spiel als einziges Bundesliga-Team noch ungeschlagen. "13 Punkte nach fünf Runden sind gewaltig. Es passt in der Mannschaft, die Stimmung ist hervorragend", sagte Torschütze Boris Prokopic. Die Rapid-Leihgabe sorgte für den 3:0-Endstand (80.), nachdem zuvor bereits der Torschützenlistenführende Marcel Schreter (68.) und "Joker" Julius Perstaller (76.) getroffen hatten.

Die große Auswahl an Offensivkräften ist derzeit neben der stabilen Defensive rund um den Spanier Inaki Bea einer der Trümpfe des Aufsteigers. Der eingewechselte Perstaller sorgte unmittelbar nach seiner Einwechslung mit einem Assist und einem Treffer für die Vorentscheidung. "Mit mir ist noch einmal mehr Schwung hineingekommen, ich war topmotiviert und kann zufrieden sein", sagte der Stürmer. Daneben hätte Wacker-Coach Walter Kogler mit Andreas Bammer noch eine weitere Alternative auf der Bank gehabt. "Wir können in der Offensive immer reagieren", ist Kogler froh, die Qual der Wahl zu haben.

Topspiel am Tivoli

Zum Auftakt der siebenten Runde kommt es nun am 11. September (16.00 Uhr) am Tivoli zum doch überraschenden Topspiel von Tabellenführer Ried gegen Verfolger Innsbruck. "Das ist das Interessante am Fußball, da werden wir jetzt ziemlich sicher ein ausverkauftes Haus haben", freute sich Kogler bereits auf die Begegnung. Genauso wie Topstürmer Schreter, der hoffnungsvoll in die Zukunft blickte: "Die breite Brust ist da. Wir wollen von Spiel zu Spiel weiterpunkten. Das ist unser Ziel."

Die bisher gezeigten Leistungen machen im Tiroler Lager jedenfalls Lust auf mehr. "Wir haben gezeigt, dass die Mannschaft Qualität hat. Es ist jetzt eine Herausforderung, das hohe Level über die ganze Saison zu halten", erklärte Kogler nach dem ersten Sieg der Tiroler im Horr-Stadion seit dem 10. Oktober 2001. (APA)

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    Nicht nur Florian Klein verzweifelt.

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