Wieder Wirbel um SPÖ-Mandatar Faul

30. August 2010, 12:28
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Als "Arschloch" beschimpfter BZÖ-Grosz fordert Abberufung, Beschuldigter wiegelt ab - Voves: "Soll in sich gehen"

Graz/Wien - Wieder Wirbel um den steirischen SPÖ-Abg. Christian Faul: Mit den Worten "Dieses Arschloch wird in Weiz sicher nicht begrüßt" soll er am vergangenen Wochenende beim Mulbratlfest in seiner oststeirischen Heimatstadt dem Moderator zu verstehen gegeben haben, dass einer seiner "Lieblingskontrahenten", BZÖ-Landeschef Abg. Gerald Grosz, nicht begrüßt werden soll. Faul selbst wiegelte am Montag ab: Er habe keine öffentliche Äußerung in diese Richtung gemacht.

Grosz will den verbalen Ausritt sehr wohl bemerkt haben und empfahl der SPÖ-Führung auch postwendend, Faul von seinen Funktionen abzuziehen. Die "Kleine Zeitung" berichtete von mehreren Ohrenzeugen, die die lautstarken Worte ebenfalls gehört haben wollen. Faul, der sich selbst als Erfinder des Mulbratlfestes bezeichnet, versuchte am Montag gegenüber der APA den Vorfall herunterzuspielen: "Ich habe nicht begrüßt, ich habe auch kein Wort am Mikrofon gesagt und auch keine Meinung öffentlich kundgetan". Es handle sich "um die gleiche Komödie wie in Wien mit dem Niederschlagen".

Grosz vs. Faul - Auf ein Neues

Reagiert hat SPÖ-Landesparteichef Landeshauptmann Franz Voves mit der Aufforderung an Faul, er solle "durchaus in sich gehen". Sollte er derartige Worte verwendet haben, "so ist das nicht der Stil in der Politik, den ich vertrete. Auch Einsicht und persönliche Entschuldigung können so ein Problem lösen."

Zwischen Grosz und Faul war es bereits im Mai 2009 zum Eklat gekommen. Der Oststeirer hatte Grosz beschimpft, u.a. mit den Worten: "Du bist genau um den Schädel zu klein, wo das Hirn drin sein sollte", "Mit Ihrem Intelligenzgrad haben Sie gar keine Berechtigung hier aufzutreten" und schließlich "Sie sind Sternzeichen Krokodil: Große Pappen, kleines Hirn". Zuletzt hatte Faul in der Vorwoche bei der Nationalratssitzung durch Übergriffe auf einen Fotografen und einen Kameramann von sich Reden gemacht. Der SPÖ-Mandatar kündigte dazu am Montag an, die Sachlage in den nächsten Tagen vor Nationalratspräsidentin Barbara Prammer mit Zeugen vom Sicherheitsdienst und aus den Abgeordnetenreihen aufklären zu wollen. Er habe an seinem Arbeitsplatz nur Parteiunterlagen schützen wollen und nach dreimaliger Aufforderung, das Filmen bzw. Fotografieren einzustellen, habe er den betreffenden Reportern "auf die Schulter geklopft und beim Banderl (Kameragurt, Anm.) ein bisserl angezupft". (APA)

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