Russischer TUI-Aktionär baut Macht aus

30. August 2010, 11:59
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Alexej Mordaschow will künftig bis zu 30 Prozent an Europas größtem Reisekonzern halten, die Anleger freut's, die Aktie schnellt hoch

Frankfurt - Der russische TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow baut seine Macht bei Europas größtem Reisekonzern aus. Seine Beteiligungsgesellschaft S-Group will künftig 25 bis 30 Prozent an TUI halten, wie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Freitag mitgeteilt hatte. Auch das deutsche Bundeskartellamt prüft die Anteilsaufstockung. An der Börse wurde die Ankündigung begrüßt: Die TUI-Aktie legte am Montag, um knapp sechs Prozent zu und setzte sich damit an die Spitze des deutschen MDax.

Mordaschow hat dem TUI-Management im Streit mit dem norwegischen Großaktionär John Fredriksen den Rücken gestärkt. Beobachter gehen davon aus, dass er seinen Anteil auf eine Sperrminorität von gut 25 Prozent aufstocken will. Damit könnte er auf der Hauptversammlung noch leichter unliebsame Pläne des Norwegers verhindern. Ein TUI-Sprecher wollte sich am Montag nicht zu den Plänen des russischen Großaktionärs äußern. Zuvor hatte bereits das "Handelsblatt" darüber berichtet.

"Kein Zeitdruck"

An der Börse spekulierten die Anleger über ein mögliches Übernahmeangebot Mordaschows für den Konzern. Kreisen zufolge hat der Russe aber keine solchen Pläne. "Das ist ein Vorratsbeschluss", sagte eine mit den Plänen Mordaschows vertraute Person. Mordaschow habe keinen Zeitdruck, seinen Anteil aufzustocken.

Wie Mordaschow seine Beteiligung ausbaut, ist offen. "Alexej Mordaschow könnte Aktien am Markt kaufen", sagte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher. Auf Anteile seines Gegenspielers Fredriksen kann er nicht hoffen. "Fredriksen hat keine Pläne, Aktien an Mordaschow zu verkaufen", sagte der Vertraute des Norwegers, Tor Olav Troim. Zu den weiteren Plänen Fredriksens wollte er sich nicht äußern. Bisher hatten beide Investoren in etwa gleich hohe Beteiligungen an dem Reisekonzern.

Das deutsche Bundeskartellamt hat für die erste Prüfung Zeit bis zum 27. September. Auf der Liste der europäischen Wettbewerbskommission findet sich bisher kein Eintrag für eine entsprechende Untersuchung. (APA/Reuters)

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