Falsch dosierte Arzneien gefährden Kinder

30. August 2010, 11:10
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    foto: ap/daniel maurer

    Eltern gefährden Kinder oft unbewusst

Eltern verabreichen ihren Kindern zumeist zu viel oder zu wenig - Mini-Medizin könnte generell hilfreich sein

Sydney - Viele Eltern sind nicht in der Lage, ihren Kindern flüssige Medikamente in der richtigen Dosierung zu verabreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Sydney. Werden einfach in der Küche vorhandene Löffel verwendet, kann es zu einer gefährlichen Überdosierung kommen, warnen die Forscher. Bei Kindern unter fünf Jahren ist das Risiko am größten. Für die Erhebung testete das Team um Rebekah Moles 97 Erwachsene. Es zeigte sich, dass 61 Prozent der Eltern die falsche Dosis verabreichten.

Moles lud 97 Erwachsene zur Teilnahme an der Studie ein, die in Sydney eine Tagesstätte für Kinder unter fünf Jahren in Anspruch genommen hatten. Die Gruppe setzte sich aus 53 Müttern, sieben Vätern und Betreuungspersonal zusammen. Die Testpersonen wurden bei einer Reihe verschiedener Szenarien gefragt, was sie als nächstes tun würden. Dazu gehörte zum Beispiel eine Fragestellung: Was tun, wenn das kleinste Kind sich heiß anfühlt und quengelig ist, aber immer noch Flüssigkeit zu sich nimmt, isst und spielt.

Mehrheit gibt falsche Dosis

Rezeptfreie Medikamente wurden gemeinsam mit einer Auswahl an Löffeln und anderen Messhilfen zur Verfügung gestellt. Die Freiwilligen hatten zu entscheiden, wann sie ein Medikament verabreichten und bestimmten auch die Dosis. Insgesamt gesehen, so Moles, hätten 61 Prozent die falsche Dosis verabreicht. Nur 75 Prozent waren in der Lage, die korrekte Dosierung festzulegen. Sieben Prozent hätten ein Medikament verabreicht, ohne Fieber zu messen. 48 Prozent hätten es auch bei weniger als 38 Grad gegeben. Nur 14 Prozent aller Teilnehmer waren in der Lage, in dieser Situation richtig zu handeln, berichtet die BBC.

Moles berichtete bei einer Konferenz in Lissabon, dass fast die Hälfte der 119.000 Notrufe, die beim New South Wales Poisons Information Centre eingehen, unbeabsichtige Überdosierungen bei Kindern betreffen. 15 Prozent der Kinder müssen in der Folge ins Krankenhaus. Der Großteil der betroffenen Kinder ist unter fünf Jahren. Die Wissenschaftlerin betonte, dass sie erstaunt und besorgt darüber sei, dass Menschen glaubten, Medikamente seien sicher, nur weil sie ohne Rezept erhältlich sind.

In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschafter untersuchen, welche Empfehlungen Kunden in den Apotheken erhalten. Eine Studie der Liverpool John Moores University ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es sinnvoll sein könnte, Mini-Tabletten auf den Markt zu bringen, die auch von kleineren Kindern geschluckt werden können. (pte)

Hefeweizerlbier
00
20.9.2010, 23:31
Überhaupt keine Medikamente geben

Unglaublich, wie viele Eltern ihr Kind wegen eines Husterls oder Nieserls mit solchem Dreck vollstopfen.
Bei ärgeren Problemen geht man sowieso zum Arzt, gemeinsam mit ihm kann man dann entscheiden.

de Molay
20
31.8.2010, 23:14

Viele Mediziner machen sich nicht die Mühe oder haben keine Ahnung von pädiatrischer Medikation, warum also den Eltern den Vorwurf machen?

Petzi Petz
00
1.10.2010, 17:04

Weils genug gibt, die den Kindern was geben, was sie selbst verschrieben bekommen haben.

I_prefer_not_to
02
31.8.2010, 01:06

Wenn die Ergebnisse der Studie hier korrekt wiedergegeben sind, kann man nicht unbedingt den Eltern die Schuld an der falschen Dosierung geben.

Denn wenn zwar 75 Prozent in der Lage waren, die korrekte Dosierung festzulegen, aber 61 Prozent die falsche Dosis verabreichten, kann das doch nur daran liegen, dass die Angaben zur Dosierung zu schwammig sind.

Was soll man sich denn auch unter "einem Löffel" vorstellen? Das ist eine äußerst vage Maßeinheit.

Warum gibt man nicht einfach die Dosierung in ml an und packt den entsprechenden Messbecher zum Medikament? - gibt's ja z.B. auch bei Hustensaft.

Milieubedingter-Hojac oder besser Saualm-Haider?
00
24.9.2010, 15:40
Naja

Prinzipiell ist bei allen Säften ein Messbecher, Messlöffel oder eine Dosierspritze beigepackt.
Aber die werden oft verschmissen(besonders wenn noch etwas Saft "übrig bleibt"und man für das nächste Mal noch etwas aufhebt).
Und wenn im Beipack ein Messbecher, Messlöffel, Esslöffel oder Teelöffel steht, wissen wohl die wenigsten, dass 1TL=5ml und 1EL=15ml ist.
Das sind "offizielle" Maßeinheiten. Nur stimmen sie seit langem nicht mehr mit der Realität überein.

kandesbunzler
10
30.8.2010, 16:54
erschreckend!

bei unwissenheit: fragen sie lieber arzt, apotheker oder eltern mit erfahrung? die reihenfolge kann man getrost ändern, für schnelle antworten empfehle ich etwa http://www.babyforum.at/categorie... it--pflege

guggi102
10
17.9.2010, 06:54

Mein Kind ist so blau und atmet seit 5 Minuten nicht mehr. Hat jemand Erfahrung damit?

normalistdasdicht
01
31.8.2010, 02:52
z.B.: Wer hat Erfahrung mit den Popolini Windeln

...das hilft natürlich enorm, wenn ein kind krank ist...

charles darwin
02
30.8.2010, 12:09
Falsch dosierte Arzneien gefährden Kinder

gefährden alle.

wow...wieder was gelernt.

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