Juristenausbildung soll wirtschaftsnäher werden

30. August 2010, 07:36
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Wenn es nach namhaften Jus-Professoren geht, soll das Studium aktuellen Gegebenheiten besser angepasst werden

Bisher waren Volks- und Betriebswirtschaft im Jus-Curriculum eher Randthemen. Jetzt fordern namhafte Juristen im Ö1-Morgenjournal, dass sich das ändert. 

Man müsse im Jus-Studium verstärkt wirtschaftliches und wirtschaftsrechtliches Fachwissen vermitteln, etwa über das Banken-, Finanzmarkt- oder Bilanzrecht. Spezialwissen komme in der allgemeinen Ausbildung zu kurz, so Finanzrechtler Werner Doralt.

Wirtschaft statt Römischem Recht

Der Anlass für die Forderung ist die Ankündigung der Bundesregierung, mehr Ressourcen für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zu Verfügung stellen zu wollen. Mit zusätzlichen Posten allein ist es eben nicht getan, sagt Doralt. So viele für Wirtschaftsfälle kompetente Staatsanwälte gebe es derzeit einfach nicht.

Ähnlich sieht das der Vorstand des Instituts für Strafrecht an der Universität Wien, Helmut Fuchs. Er spricht sich für weniger Grundlagenvermittlung aus, dafür eine stärkere wirtschaftsrechtliche Fachausrichtung. Konkrete Veränderungsszenarien nennt Doralt - Er schlägt vor, statt der ausführlichen Vermittlung von Römischen Recht mehr Zeit für wirtschaftsbezogene  Ausbildungsgegenstände zu verwenden. (red, derStandard.at, 30.8.2010)

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    Damit die Staatsanwälte die immer höher werdenden Aktenstapel in komplexen Wirtschaftsfällen besser bewältigen können, sollen das Jus-Studium wirtschaftsnäher werden.

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