Foto einer Namensvetterin

Vom Mordopfer ein falsches Bild machen

29. August 2010, 20:36

Wen "Krone", "Österreich" und "Kurier" als Opfer zeigen, muss nicht die Tote sein

Wien - Trauernde, verzweifelte Angehörige herausläuten, ihnen Fotos der ums Leben Gekommenen oder Gebrachten abschwatzen, abfotografieren oder gute Drähte zur Polizei pflegen: Alltag unter Chronikreportern von Massenblättern, die ihren Lesern um fast jeden Preis zeigen und benennen wollen, wer da erstochen, erschossen oder erschlagen wurde.

Wie erleichtert das Internet nicht auch den Boulevardisten das Leben! In der Nacht auf Freitag fanden Freunde die 22-jährige Lucia R. erstochen in ihrer unverschlossenen Wohnung in Wien 15. R. war als Prostituierte gemeldet, sie studierte auch in Wien. Samstag brachten "Krone" und "Österreich" große Fotos von Lucia R. Mit Bildtexten wie: "Strichmädchen starb in Studio - Sie kam als 'Studentin' und Gelegenheitsarbeiterin aus der Slowakei nach Wien." Sonntag veröffentlichte auch der "Kurier" das Bild des Opfers. Oder, vorsichtiger: des vermeintlichen Opfers. Denn nach Informationen des STANDARD bestehen konkrete Zweifel daran, dass das veröffentlichte Foto tatsächlich die Getötete zeigt.

Nachgefragt

Der STANDARD fragte die für die Causa zuständige Polizeisprecherin Iris Seper nach den veröffentlichten Bildern. Kaum ist das Thema angesprochen, nicht aber die Frage nach der Echtheit der Bilder formuliert, sagt sie: "Das kann ich nicht bestätigen." Auf Nachfrage nach der Echtheit der veröffentlichten Fotos erklärt Seper noch einmal: "Wir bestätigen das nicht. Die Fotos sind nicht von uns." Dass die Bilder eine andere Lucia R. als die getötete zeigen, wollte sie aber ebenso wenig bestätigen.

Das von "Krone", "Österreich" und "Kurier" veröffentlichte Bild steht unter dem Namen der ermordeten Frau in Facebook. Ob es tatsächlich die Seite des Opfers war, oder, wofür es Hinweise gibt, einer Frau gleichen Namens gehört, war Sonntag nicht zu eruieren.

Die damit befasste "Krone"-Redakteurin erklärte Montag auf STANDARD-Anfrage: Ein im Nachbarhaus arbeitender Mann, der nach ihren Angaben das opfer "jeden Tag gesehen hat", habe erklärt, dieses Bild zeige das Opfer. "Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter erklärte - gefragt nach dem am Wochenende veröffentlichten Foto - am Montag: "Wir haben bei der Polizei nachgefragt, und unserer Chronik Redaktion wurde die Identität bestätigt". Im Artikel am Montag "Prostituiertenmord: Verdächtiger in Haft" erschien jedoch ein anderes Foto als das ursprünglich veröffentlichte. (Harald Fidler/DER STANDARD-Printausgabe, 30.8.2010)

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invodaseibua
00
eine bestätigung vom nachbarn

genügt.

welches interesse sollte der daran haben, dass eine falsche person abgebildet wird?

Hinterberg Air
00
eine bestätigung vom nachbarn genügt. offensichtlich nicht.

Briefmarkenkleber
00
31.8.2010, 11:11
Um keinen deut besser

Und was ist damit???

http://derstandard.at/128297853... forumstart

suboptimal
 
04
nicht wehleidig werden, Bub,

es trifft keine Falschen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass die sich an Leichen vergreifen. Das sind ganz grindige Wiederholungstäter. Die Fuzis dort glauben im Ernst, dass das, was sie tun, richtig ist. Alleine dafür gehört ihnen fest auf den Rüssel geklopft.

SSKM

der letzte leser
01
30.8.2010, 18:32
Man stelle sich vor eine nichtsahnende Person findet ihr Photo

als das einer ermordeten Prostituierten in der Zeitung.

Oder die Bekannten jener Person sehen ihr Bild in der Zeitung und denken, die Betreffende hätte ein Doppelleben geführt und schicken den Angehörigen Kondolenzbriefe.

Minimonk
03
30.8.2010, 18:05

tja in Facebook finden sich unter dem Namen des Opfers vier verschiedene Einträge mit drei Fotos. Die Chance steht also 1:3.

Im Übrigen gehört ein "Fotoraub" und die Nennung des vollen Opfernamens streng bestraft.

super cat
01

Ich ärgere mich auch immer wieder darüber, dass Opfer mit vollem Namen und Foto der Öffentlichkeit vorgeführt werden, das verletzt die Privatsphäre.
Wenn der mutmaßliche Täter bereits bekannt ist, wenn auch noch nicht verurteilt, ist das zur Aufklärung des Verbrechens auch nicht nötig.

suboptimal
 
04
30.8.2010, 17:49
Die zwei Symbolphotos vom Opfer, auf die der Kurier so stolz ist,

haben auch eine magere Quellenangabe:

"privat" heißt "privat geklaut", oder was ?

*rofl*

Schrumpfschlauch
00
30.8.2010, 16:48
Na das wars dann

mowgli 78
02
30.8.2010, 16:47
Man sollte unter das Photo "Symbolphoto" schreiben...

yomellamo
00
30.8.2010, 14:54
man sollte Krone und Kurier usw. ein Bild von der "richtigen" dame schicken...

... und dafuer ein foto von einer dame aus den jeweiligen redaktionen verwenden.

Betty Draper
04
30.8.2010, 14:16
Der Kurier ist sich ja nicht zu blöd,

jetzt Fotos von zwei verschiedenen Frauen zu zeigen!

Mal abgesehen davon, besteht überhaupt kein öffentliches Interesse an der Veröffentlichung dieser Fotos - Kurier und Mediengesetz?

biggi729
00
30.8.2010, 15:49

hab ich auch zuerst geglaubt, aber wenn man sich die haare anders denkt, ist es die gleiche. aber falls die sich wirklich irgendwen aus dem netz gesucht hab, dann gehören die verklagt, dass es nur so raucht.

Rodrigo Mendoza
00
30.8.2010, 16:03
...aber nur mit viel Phantasie. Und selbst dann nicht.

super cat
00

Urheberrecht gilt auch für Fotos im Internet. Die kann man nicht einfach mit Drag & Drop klauen und für eigene Zwecke vermarkten/veröffentlichen. Der Fotograf könnte auf Urheberrechtsverletzung klagen und die abgebildete Dame (die lebende, gleichnamige) wegen "Recht auf das eigene Abbild". Fotos von Personen die nicht im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stehen (im Blickpunkt stehen z. B. Politiker, Promis) dürfen ohne deren Zustimmung nicht veröffenticht werden, das ist im Bürgerlichen Recht verankert.

biggi729
01
30.8.2010, 16:08

also ich find schon, die nase und die augen sind die gleichen.

Rodrigo Mendoza
03
30.8.2010, 16:22
die nase gleich, die augen gleich,

aber der mensch halt nicht.

suboptimal
 
07
30.8.2010, 10:31
FALSCHES Prostituiertenfoto – geile Medien. Krone, Österreich und Kurier haben das falsche Foto

online inzwischen entfernt, man kann also davon ausgehen, dass die peinliche Verwechslung stimmt.

Das Internet hebt alles auf, die Blamage von Österreich ist noch dokumentiert in shortnews
http://www.shortnews.de/id/846637... ngezuendet

Der noch peinlichere KURIER hat als EINZIGE Zeitung nicht nur das falsche Foto, sondern auch den vollen NAMEN des Mordopfers veröffentlicht – ein bestimmter nekrophiler Schmieren-Schreiber macht das öfter. Auch die Chronik-Cheftante dort findet nichts dabei, dass vom Kurier bei Toten auf jede Art von Opferschutz geschissen wird.

NAME
http://kurier.at/nachricht... 026996.php

Der Hauptartikel mit dem FOTO wurde heute verschwunden.
http://forwardme.de/640fb0.go

biggi729
00
30.8.2010, 15:50

najo, aber da is er wieder: http://kurier.at/nachricht... 027672.php

Rodrigo Mendoza
03
30.8.2010, 10:51
beim kurier

sollten sie langsam aufpassen, das könnte teuer werden, die verwenden schon wieder das falsche foto: http://kurier.at/nachricht... 027672.php

biggi729
00
30.8.2010, 16:07

hoppala, sorry, hab ich nicht gesehen.

Briefmarkenkleber
00
30.8.2010, 11:33

Na der geht aber gründlich vor, mit Spezialbekleidung usw.; Ein zielmlich perfider Mörder...

Rodrigo Mendoza
01
30.8.2010, 11:16
schwuppsdiwupps

ist das foto verschwunden, so ein Zufall....

suboptimal
 
08
30.8.2010, 11:59
Inzwischen haben die geilen Kurier-Kasperln eines von den neun anderen Fotos

reingestellt, die man unter dem von ihnen veröffentlichten vollem Namen auf facebook findet. Anscheinend probieren sie alle Fotos durch.

Wurscht ob echtes oder FALSCHES Foto, auf Opferschutz wird wie immer beim Kurier geschissen.

Briefmarkenkleber
70
30.8.2010, 10:31
Lieber Standard

Mich interessiert nicht, wie das Opfer VIELLEICHT nicht aussieht, sondern wie es aussieht.

Ersuche um Abdruck eines Fotos.

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