Startfreie Piste für neuen Airline-Riesen

29. August 2010, 19:02
4 Postings

Die Erlaubnis für die Fusion von United und Continental zur welt­größten Airline ruft im US-Kongress Widerspruch auf den Plan

Die Erlaubnis der US-Kartellbehörde für die Fusion von United und Continental zur größten Airline der Welt ruft im US-Kongress Widerspruch auf den Plan. Manche wollen die Luftfahrt neu regulieren.

***

Washington - Zusammenschluss im Abtausch für die Abgabe einiger Slots auf dem Flughafen von Newark bei New York City: Mit diesem Kompromiss handelten sich die beiden US-Airlines United und Continental die Startfreigabe des US-Justizministeriums für die Fusion ein. Da die EU-Kartellbehörde bereits vor einem Monat ohne Auflagen grünes Licht gegeben hat, ist jetzt die Rollbahn frei für die größte Airline der Welt.

Der Zusammenschluss stößt auf den erbitterten Widerstand einiger US-Abgeordneter, darunter der Vorsitzende des Transport-Ausschusses, der Demokrat James Oberstar, berichtet das Wall Street Journal. Die Konsolidierung bringe Nachteile für Passagiere, kleinere Gemeinden und die Mitarbeiter der Airlines, kritisiert Oberstar. Nach der Zustimmung der Kartellbehörde will er jetzt auf dem Weg einer Neuregulierung der Luftfahrt gegen Zusammenschlüsse ankämpfen.

Angriff auf Delta

Die Fusion von United und Continental ist eine späte Reaktion auf die 2008 erfolgte Übernahme von Northwest durch Delta. Derzeit ist Delta sowohl in den USA als auch weltweit noch die größte Airline, nach Passagieren gerechnet.

Das Justizministerium verteidigte seine Entscheidung damit, dass durch die Aufgabe von Slots in Newark für einen neuen Billigflieger, Southwest, Platz würde. Diese Airline aus Dallas wird 18 Start- und Landeerlaubnisse von Continental übernehmen. Dies bringe für Passagiere auf diesen Routen einen neuen, billigen Anbieter, sagen die Kartellwächter.

Firmensitz Chicago

Die neue Airline wird unter dem Namen von United und Logo und Farben von Continental fliegen, mit Firmensitz am bisherigen United-Standort Chicago. Neuer CEO soll der bisherige Continental-CEO Jeff Smisek, Chairman der bisherige United-CEO Glenn Tilton werden. Das Unternehmen wird zu 55 Prozent aus United- und zu 45 Prozent aus Continental-Aktionären konstruiert.

Auf dem internationalen Flugmarkt dürfte die Fusion keine wesentlichen Verschiebungen bringen. Bereits jetzt sind beide Airlines Mitglied der Star Alliance rund um Lufthansa, der auch die Lufthansa-Töchter AUA und Swiss angehören. United ist auf Pazifik-Routen stärker vertreten, Continental hingegen eher auf Strecken über den Atlantik und nach Lateinamerika. (spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.8.2010)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.