Bei nicht genehmigter Kundgebung gegen Menschenrechtsverletzungen
Madrid - Eine Gruppe von spanischen Demonstranten ist in
der Westsahara von der marokkanischen Polizei festgenommen worden. 14
Spanier hatten in El-Aiún, der Hauptstadt der spanischen Ex-Kolonie
in Westafrika, auf einer nicht genehmigten Kundgebung gegen
Menschenrechtsverletzungen marokkanischer Stellen protestiert. Wie
der staatliche spanische Rundfunk RNE am Sonntag berichtete, lösten
die marokkanischen Sicherheitskräfte die Demonstration auf.
Elf Spanier wurden festgenommen, die drei anderen konnten in
ein
Hotel flüchten. Später wurden die 14 Demonstranten, die einer
Westsahara-Initiative auf den Kanarischen Inseln angehören, in einem
spanischen Kulturzentrum in El-Aiún festgehalten. Sie berichteten,
von der Polizei brutal misshandelt worden zu sein. Ein spanischer
Diplomat reiste in die Westsahara, um die Heimreise der Spanier zu
ermöglichen. Die spanische Ex-Kolonie war nach dem Ende der
Franco-Diktatur (1939-1975) in Spanien von Marokko annektiert worden.
Der Zwischenfall drohte neue Spannungen zwischen Spanien und
Marokko auszulösen. Madrid und Rabat hatten erst vor einer Woche
einen Zwist um Grenzkontrollen in der spanischen Nordafrika-Exklave
Melilla beigelegt. Marokko hatte den spanischen Grenzbeamten
Übergriffe auf Afrikaner zur Last gelegt.(APA/dpa)